Ein Bild mit Symbolcharakter: Philip Emmrich Zweikampfsieger, Gegenspieler Claudius Weber am Boden. Für das Spiel galt dieses Kräfteverhältnis nicht, denn hier hatte der Gast eindeutig die Nase vorn.

1:3 gegen nicht überzeugenden Gast

OSV keine Hürde für den Spitzenreiter

Von Andreas HöppnerOLDENBURG • Der Oldenburger SV hielt sich am Sonnabend wacker gegen den Verbandsliga-Spitzenreiter VfB Lübeck II, doch gefährden konnte der OSV die Gäste in keiner Phase des Spiels. 1:3 (0:1) hieß es nach 90 Minuten, in denen die Lübecker auf einem holprigen Platz, der nicht einmal Kreisliga-Ansprüchen genügte, vieles schuldig blieben.

Nicht nur die 130 Zuschauer hatten mehr erwartet vom U 23-Team der Grün-Weißen, auch der neue Trainer der Regionalliga-Elf, Uwe Erkenbrecher, der sich am Rande des Spiels reichlich Notizen machte von Stürmer Claudius Weber, der sich Hoffnungen machen durfte, gestern Nach- mittag in den Kader der gegen Erfurt spielenden Liga-Elf aufzurücken. Daraus wurde jedoch nichts, denn gegen OSV-Routinier Philip Emmrich bekam er keinen Stich und folglich musste er in der Pause sogar in der Kabine bleiben – die Höchststrafe.

Die Gastgeber gingen gut eingestellt in die Partie. Mit einer konservativen Spielweise – Mann gegen Mann auch im Mittelfeld und Dennis Schelling als „Ausputzer“ – ließ man den Gästen wenig Luft. Je näher die Lübecker an den OSV-Strafraum kamen, desto engmaschiger wurde das Abwehrnetz, in dem es keine Lücke zu geben schien. OSV-Keeper Florian Reese war nahezu beschäftigungslos.

Was den Spitzenreiter aber ausmachte, war die Chancenverwertung. Vor dem Seitenwechsel betrug sie traumhafte 100 Prozent. Ein einziges Mal schossen sie gefährlich auf den OSV-Kasten – und schon war der Ball drin. Dennis Schelling hatte über einen verspringenden Ball getreten, Karadas hatte freie Bahn und traf unhaltbar mit einem Flachschuss (37.).

Im zweiten Spielabschnitt ein ähnliches Bild. Die Gastgeber standen in der Defensive zwar recht geordnet, nach vorn konnten sie aber keinen Druck aufbauen. So half den Lübeckern wieder ein individueller Fehler, der das 0:2 begünstigte. Erneut Karadas (66.) überwand den zu weit vor seinem Tor stehenden Reese ein weiteres Mal. Kurz zuvor war Bruhn (58.) nach einem Eckstoß mit einem Kofball am Querbalken des OSV-Tores gescheitert.

Reaktionsschnell zeigte sich Reese hingegen auf der Linie, als er Schüsse von Schefer (70.) und Karadas (71.) glänzend parierte. Machtlos war er schließlich nach einem über den eingewechselten Konrad vorgetragenen Konter. Karadas (75.) brauchte die Konrad-Hereingabe nur über die Linie zu drücken zum 0:3.

Der sich nie aufgebende OSV kam schließlich noch zum verdienten Ehrentreffer. Der eingewechselte Kienle holte einen „geschenkten“ Elfer heraus, den Matthias Rönnpage (79.)  sicher verwandelte.

Für den Oldenburger SV wird die Lage in der Verbandsliga immer prekärer, denn die Konkurrenz um den rettenden 14. Platz hat gepunktet, sodass den nächsten drei Spielen gegen Heiligenstedten, in Altenholz und gegen Todesfelde Endspielcharakter zukommt. Nur mit drei Siegen dürfte sich die Gosch-Elf noch Hoffnung auf den Klassenerhalt machen.

OSV: Reese – Schelling – Gerkens, Emmrich – Schlüter, C. Reise (76. Pitzschel), S. Rönnpage (76. Kienle), M. Rönnpage, Nielsen – Kortz, Wenn.

Beste Spieler: Emmrich, Gerkens, Nielsen.

Schiedsrichter: Sönder (SV Ellerbek), gut.

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