Ein Griff an den Oberarm soll SVH-Torjäger Marcel Gebert am Torschuss hindern. Diesen regelwidrigen Körpereinsatz von Dustin Behnk (l.) ahndete der Unparteiische mit Strafstoß. Foto: Höppner

Heringsdorf setzt Siegesserie auch in der Verbandsliga fort: 3:1-Auftakterfolg beim TSV Bargteheide

„Kleiner Fliegenschiss“ ganz groß

HERINGSDORF (hö)  • Als einziger der vier Aufsteiger konnte der SV Heringsdorf zum Auftakt der Verbandsliga-Saison Punkte einfahren. Beim TSV Bargteheide, der sich in der abgelaufenen Saison erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg hatte retten können, gelang der Jark-Elf ein verdienter 3:1 (2:1)-Erfolg – der 14. Punktspielsieg in Serie.

Die Blau-Weißen boten auf dem Bargteheider Kunstrasen – der Rasen im Stadion war noch gesperrt – von Beginn an eine konzentrierte Leistung, während die Gastgeber nicht so recht wussten, wie sie sich dem Aufsteiger entgegenstellen sollten. Von Heringsdorf hatte man vor dem Spiel wohl kaum etwas gehört. Wo liegt das eigentlich?

Dieser Frage waren in der Woche auch einige Helfer des TSV nachgegangen. Der Kassierer am Stadioneingang berichtete davon, dass man erst einmal mit dem Handy gegoogelt habe und fündig geworden sei. Neben dem Heringsdorf auf Usedom habe man dann „einen kleinen Fliegenschiss nördlich von Neustadt gefunden“, gab der Kassierer in spaßiger Art unumwunden zu.

Zu einer Geringschätzung des Aufsteigers gab es gestern aber nun wirklich keinen Anlass. Die Heringsdorfer warteten gar nicht erst ab, sie gingen frühzeitig auf den Mann und ergriffen die Initiative. Mit Erfolg, denn bereits der erste Schuss aufs TSV-Tor fand den Weg ins Ziel: Marco Fuss (13.) zirkelte einen Freistoß aus 18 Metern über die Mauer direkt in den Giebel zur 1:0-Führung. Da konnte ein regungsloser TSV-Torwart Marco Hecht nur staunen. Wenig später war Hecht ein weiteres Mal chancenlos, als Björn Wölk (15.) den TSV-Keeper vom Elfmeterpunkt aus verlud und zum 2:0 einschoss. Zuvor hatte Dustin Behnk SVH-Torjäger Marcel Gebert elfmeterreif zu Fall gebracht.

Ein sensationeller Start der Heringsdorfer, die es anschließend etwas lockerer angehen ließen. In der Kreisliga kann man sich das erlauben, doch in der Verbandsliga weht ein anderer Wind. Die Gastgeber spürten die Heringsdorfer Zurückhaltung und legten ihrerseits einen Zahn zu. So prüfte Michael Strusch (24.) SVH-Torwart Christian Duborg mit einem 30 Meter-Schuss, einen Kopfball von Sascha Teichmann (25.) wehrte Duborg ebenfalls ab. Und schon wurde es zum ersten Mal etwas lauter auf der Heringsdorfer Trainerbank, von wo aus die Verantwortlichen beinahe das 3:0 hätten bejubeln können. Einen Konter über Marco Fuss schloss Marcel Gebert (30.) zwar erfolgreich ab, doch der Torjäger stand im Abseits. Das hätte schon eine gewisse Vorentscheidung sein können, aber kurz vor dem Seitenwechsel wurde es noch einmal enger, denn ein von David Inden (39.) aus halblinker Position in den SVH-Strafraum getretener Freistoß segelte an „Freund und Feind“ vorbei ins Heringsdorfer Gehäuse zum 1:2. Hier sah die gesamte Hintermannschaft, einschließlich Torwart Christian Duborg, ganz alt aus.

Sollte der SVH etwa in der zweiten Halbzeit einknicken? Nein, denn die leicht auszurechnenden Gastgeber konnten sich in der Offensive kaum einmal durchsetzen. Hauke Marbach deckte TSV-Torjäger Jan Klötzner fast vollständig zu, und die Außenbahnen wurden durch Hendrik Heinritz und Americo Antunes gut abgeschirmt. So konnte sich die Jark-Elf damit begnügen, das Ergebnis zu verwalten und vielleicht noch den dritten Treffer zu erzielen. Bei diesem Vorhaben schlug einmal mehr die Stunde von Marcel Gebert (64.), der aus dem Gewühl heraus den Ball irgendwie zum 3:1 über die Torlinie stocherte.

Selbst nach der Gelb-Roten Karte gegen Timo Rosenthal (66.) konnte der SVH die Partie in Unterzahl ungefährdet nach Hause schaukeln. Ein Kopfball von Jan Klötzner (87.) war die einzig erwähnenswerte Chance, die sich die Gastgeber erarbeiten konnten. Viel zu wenig, um dem Aufsteiger noch beikommen zu können.

„Das waren die ersten drei Punkte gegen den Abstieg“, freute sich nach Spielschluss SVH-Trainer Karsten Jark, der bei fast allen Spielern „deutlich Luft nach oben“ registriert hatte. Für Hauke Marbach, der Jan Klötzner ausschaltete, gab es hingegen ein Sonderlob.

Zu arbeiten hat der SVH aber auch noch an der Disziplin, denn man holte sich doch einige unnötige Gelbe Karten ab, die letztendlich auch die Ampelkarte Rosenthals begünstigten. Gegen Bargteheide ging‘s gut, doch gegen stärkere Gegner kann so etwas schnell ins Auge gehen.

Nachdem der SVH gleich am ersten Spieltag eine Duftmarke setzte, die wesentlich größer war als ein „Fliegenschiss“, freut sich das blau-weiße Lager nun auf das bevorstehende Derby gegen den TSV Lensahn, der nach seiner Auftaktpleite schon etwas unter Druck steht.

SVH: Duborg – Rosenthal – Kohlscheen (25. Thielmann), Marbach – Heinritz, S. Meyer, Wölk, Antunes, Fuss (88. Molt) – Gebert (66. Schmedemann), Ruske.

Beste Spieler: Marbach, Heinritz.

Gelb-Rote Karte: (66.) Rosenthal (SVH), nach Foulspiel.

Schiedsrichter: Witt (Alemannia Wilster), gut.

Tore: 0:1 (13.) Fuss, 0:2 (15./FE) Wölk, 1:2 (39.) Inden, 1:3 (64.) Gebert.

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