Bezirksliga-Vizemeister löst nach 12:11-Erfolg beim VfL Tremsbüttel das letzte Ticket für die neue Verbandsliga Südost

Lensahn feiert Aufstieg nach Elfer-Krimi

Kollektiver Jubel beim TSV Lensahn nach dem Aufstieg in die Verbandsliga Südost. Foto: Höppner

Von Andreas Höppner LENSAHN • Der TSV Lensahn hat es geschafft. Der Vizemeister der Bezirksliga Nord hat nach einem Relegationsmarathon von sechs Spielen das letzte Ticket für die neue Verbandsliga Südost gelöst.

Nach einem wahren Krimi setzten sich die Lensahner beim VfL Tremsbüttel, von dem man sich im Hinspiel 2:2 getrennt hatte, mit 12:11 nach Elfmeterschießen durch. Nach regulärer Spielzeit hatte es 3:3 (1:0) gestanden, nach 120 Minuten 4:4. Durch den Aufstieg des TSV Lensahn konnten sich die jeweils Zehntplatzierten von der Kreisliga an abwärts den Klassenerhalt sichern – also auch der TSV Gremersdorf in der A-Klasse, für den es jetzt die Derbys gegen den SV Göhl und den SV Großenbrode geben wird. Und die Lensahner retteten gleichzeitig ihre Zweite in der Kreisliga.

Als TSV-Kapitän Marcel Grunert den achten Strafstoß des TSV verwandelt hatte, gab es kein Halten mehr. Die Spieler jubelten, warfen sich in einer großen Traube auf den Torschützen, während TSV-Torwart Karsten Knorr, der zuvor selbst vom Elfmeterpunkt getroffen hatte und anschließend entscheidend gegen Griese parierte, wie ein durchgehendes Pferd über das Spielfeld lief. Äußerlich ganz ruhig blieb hingegen Coach Volker Ippig.

„Dagegen ist die EM nichts. Was ist das nur für eine große Truppe“, wollte Ippig seine innerliche Freude aber nicht verbergen. Sein Team hatte stets an sich geglaubt und unbändigen Willen gezeigt. Selbst nach dem aussichtslos erscheinenden 1:3-Rückstand (81.) kam der TSV wieder zurück durch Christoffer Köhler (87.), der zum 2:3 abstaubte, und Stefan Lang (88.), der aus acht Metern das 3:3 erzielte und die Verlängerung erzwang.

Auch hier machte der TSV wieder das Spiel, während die Gastgeber einen gefährlichen Konter setzten. Und diesen schloss Petersen (103.) mit einem Traumtor ab. Wieder musste die Ippig-Truppe einem Rückstand hinterherlaufen. Nachdem ein Treffer des eingewechselten Christian Grieben (106.) wegen angeblicher Abseitsstellung nicht anerkannt worden war, war es schließlich der unermüdlich rackernde Sebastian Knorr (110.), der nach einem Lattentreffer des gerade zuvor eingewechselten Gunnar Heinsohn per Flugkopfball den erneuten Ausgleich erzielte und den TSV ins Elfmeterschießen rettete. Schon Mitte der zweiten Hälfte hatte Sebastian Knorr (67.) seiner Elf mit dem 1:2-Anschlusstreffer gezeigt, dass noch alles möglich war.

Der TSV Lensahn traf am Sonnabend auf einen Gegner, der einem alles abverlangte. Der Vizemeister der Kreisliga Segeberg/Stormarn war kampfstark, stand gut in der Defensive und sorgte mit schnell vorgetragenen Kontern immer wieder für Gefahr, während es den Lensahnern schwer fiel, den Druck hoch zu halten. Gleichwohl kam der TSV zu ersten Chancen von Eric Prieß (8.) und Sebastian Knorr (9.), der nach einer Viertelstunde mit einem Distanzschuss den Außenpfosten des VfL-Tores traf.

Vom Gastgeber war bis dahin kaum etwas zu sehen, erst nach einer halben Stunde. Doch dann schlug er zu durch Schmidt (29.), dem ein Sonntagsschuss aus 25 Metern gelang und TSV-Keeper Karsten Knorr ohne Abwehrchance ließ. Zwei Minuten später hielt Knorr einen Kopfball von Schmidt, und danach war der TSV wieder am Zug, doch VfL-Keeper Schöllermann rettete dem Gastgeber mit einem Reflex gegen Stefan Lang (43.) die Pausenführung.

Das war wirklich kein Spiel für schwache Nerven. Das glücklichere Ende zugunsten der Ostholsteiner war aber nicht unverdient, denn die junge Lensahner Truppe hat unter Volker Ippig verinnerlicht, dass ein Spiel erst nach 90 Minuten zu Ende ist – und dass es mitunter sogar noch länger geht bis ins Elfmeterschießen. Unterm Strich ist es ein verdienter Aufstieg des TSV Lensahn, der keines seiner sechs Relegationsspiele verlor.

„Ich bin stolz auf diese Mannschaft, das ist nur mit solch einer großartigen Truppe möglich. Das hat uns in der ganzen Saison ausgezeichnet, dass wir nie aufgegeben haben, heute wurden wir dafür belohnt“, jubelte TSV-Spielführer Marcel Grunert nach Schlusspfiff.

Im nächsten Jahr heißen die Gegner nun SV Eichede mit Trainer Mecki Brunner, FC Dornbreite, TSV Pansdorf oder Oldenburger SV mit Coach Andreas Brunner.

„Schauen wir mal, was geht, was wir mit der jungen Truppe erreichen können“, sieht Volker Ippig der neuen Aufgabenstellung in einer 18er-Staffel schon jetzt mit einer gewissen Spannung entgegen.

TSV: K. Knorr – Neuhäuser, O. Knorr (109. Heinsohn), Grunert, Dora (80. Grieben) – Patzer (73. Köhler), Lang, Spieckermann, Prieß – Siewert, S. Knorr.

Beste Spieler: S. Knorr, Grunert, Prieß, K. Knorr.

Tore: 1:0 (29.) Schmidt, 2:0 (50.) M. Lampel, 2:1 (67.) S. Knorr, 3:1 (81.) Petersen, 3:2 (87.) Köhler, 3:3 (88.) Lang, 4:3 (103.) Petersen, 4:4 (110.) S. Knorr.

Elfmeterschießen: 5:4 Bergmann-Salge, 5:5 S. Knorr, 6:5 M. Lampel, 6:6 Spieckermann, 7:6 Kruse, 7:7 Heinsohn, 8:7 J. Lampel, 8:8 Lang, 9:8 Petersen, 9:9 Prieß, 10:9 Stolp, 10:10 Siewert, 11:10 Abankwati, 11:11 K. Knorr, K. Knorr hält gegen Griese, 11:12 Grunert.

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