SV Fehmarn wusste, worum es ging – Doppel-Eigentorschütze bei den Gästen

Mit der nötigen Einstellung 5:0 über den TSV Kücknitz

Mathias Anders (hinten) bedrängt den Kücknitzer Dampfmacher Sven Olrogge. Der SVF-Stürmer traf zweimal zum 5:0-Sieg im „Abstiegs-Endspiel“.

Von Heiko WittBURG • Jetzt sieht die Welt doch schon wieder ganz anders aus für den SV Fehmarn. Klar und deutlich mit 5:0 (2:0) gewann die Mannschaft das „Abstiegs-Endspiel“ gegen den TSV Kücknitz.

Sie hatte auf die äußerst prekäre Situation mit der nötigen Einstellung geantwortet. „Endlich haben wir einmal das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Und das zu 110 Prozent“, war Trainer Jens-Uwe Schaumann überglücklich.

Der SV Fehmarn wusste dann doch, um was es ging – und präsentierte sich von Beginn an konzentriert und engagiert. Und daraus entstand die Spielfreude, die man lange vermisst hatte. Schon in der 5. Minute schoss Marco Görl nach flacher Hereingabe von Frank Eckhardt aus der Drehung nur Zentimeter neben den Pfosten. Wieder fünf Minuten später spitzelte Görl einen hohen Ball aus dem Mittelfeld an Torwart Markus Neumann vorbei, doch Tim Harder rettete auf der Linie.

Es sollte die letzte gelungene Rettungstat Harders sein, der zur tragischen Figur des Spiels mit zwei äußerst unglücklichen Eigentoren wurde. Nach einem scharfen Freistoß von Anders versuchte Görl einen Flugkopfball fast über der Grasnarbe, erreichte den Ball aber nicht, der hinter ihm postierte Harder konnte nicht mehr reagieren und schoss ins eigene Netz (17.). Als Görl erneut durch war und Torwart Neumann geschlagen, schlug André Göbel den Ball von der Linie, schoss dabei aber Harder an, von dem der Ball ins Tor sprang – das 2:0 (40.).

Günstiger hätte es natürlich nicht laufen können für den SVF. Der 2:0-Pausenvorsprung war schmeichelhaft, zumal Kücknitz sich mit hohen Bällen gefährlich gezeigt hatte, so bei einem Pfostenkopfball des schwergewichtigen Sven Olrogge (12.). Einmal verkürzte SVF-Torwart Tim Haye glänzend den Winkel bei einem Schuss des stets gefährlichen André Burow (29.).

In der zweiten Hälfte versuchte es Kücknitz dann mit flachen Pässen in die Spitze, lief aber ein ums andere Mal ins Abseits gegen die von Michael Koppensteiner erstklassig organisierte Viererkette. Koppensteiner gewann außerdem fast alle Zweikämpfe. Und er wurde mit einem weiten Pass sogar zum Torvorbereiter. Der stark verbesserte Mathias Anders ging auf und davon und erzielte das 3:0 (66.) – die Entscheidung.

Der SVF baute den Vorsprung auf Kücknitz nicht nur auf vier Punkte aus – er machte auch zehn Tore gut. Denn Anders per Foulelfer (71., an Konrad) und Fibi Unger per Kopfball (81., Freistoß Konrad) erhöhten noch auf 5:0.

Kücknitz-Trainer Andreas Jeschke machte dem doppelten Eigentorschützen Harder keinen Vorwurf: „Wir hätten eigentlich Selbstvertrauen haben können, das hat uns aber gefehlt. Wir steigen trotzdem nicht ab, denn so ein Grottenkick passiert uns in den letzten drei Spielen nicht noch einmal.“ Doch auch der SVF wird noch weiter punkten wollen. Und Jeschke wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass Strand 08 II (nach 1:2 zur Halbzeit) mit 3:2 gegen Heringsdorf gewonnen hat. 

SVF: Haye – Konrad, Hinz, Koppensteiner, D. Ackermann (59. Rauert) – R. Ackermann – Eckhardt (79. Warner), Unger, Huber (38. Schuwirt) – Görl, Anders. Beste Spieler: Koppensteiner, R. Ackermann, Anders, Unger. Schiedsrichter: Borzym (Brunsbek), gut. Tore: 1:0 (17./ET), 2:0 (40./ET) Harder, 3:0 (66.), 4:0 (71./FE) Anders, 5:0 (81.) Unger.

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