Oldenburger SV 2:2 gegen PSV Union Neumünster

„Boy-Group“ keine Softies

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Pascale Janner (l.), hier im verbissen geführten Zweikampf mit Maurice Knutzen, bot bis zu seiner verletzungsbedingten Herausnahme eine überzeugende Partie.

Oldenburg -hö- Für den Oldenburger SV sollte es nach dem 2:2 (2:1) gegen den PSV Union Neumünster in der Oberliga endgültig für den Klassenerhalt reichen. Und selbst bei Pessimisten dürften nun auch die letzten Zweifel ausgeräumt sein. 34 Zähler sind für den Aufsteiger eine gute Hausnummer.

„Ich kann mit dem Punkt gut leben“, bilanzierte ein gelöster OSV-Coach Florian Albrecht nach einer über 90 Minuten von beiden Seiten intensiv geführten Partie, in der auch die gelben Karten (jeweils drei) gleichmäßig verteilt waren. Dass es für die noch keinesfalls gesicherten und von Sven Boy gecoachten „Polizisten“ aus Neumünster um wesentlich mehr ging als für den OSV, war von Beginn an zu spüren. Die „Boy-Group“ war heiß und ging alles andere als soft in die Zweikämpfe. Aber auch die Gastgeber wussten sich zu behaupten, steckten nicht zurück und teilten ebenfalls aus, wenn‘s sein musste. 

Nach sechs Minuten hatte der PSV schon drei Ecken auf seinem Konto, Zählbares gab es allerdings nicht zu vermelden. Wesentlich effektiver startete der OSV. Nach einem langen Pass von Danny Cornelius auf Freddy Kaps (10.), ließ sich dieser auf links auch durch Daniel Michalowski nicht aufhalten und schoss überlegt an Keeper Philipp Reinhold vorbei ins lange Eck zum 1:0. Das war die perfekte Antwort auf die Anfangsoffensive des Gastes. So war zumindest für eine Viertelstunde Ruhe im OSV-Strafraum. Bis mit Marvin Kehl (27.) der auffälligste Gästespieler zum Ausgleich zur Stelle war, als er nach einem von OSV-Keeper Felix Prokoph parierten Kopfball am schnellsten schaltete und zum 1:1 abstaubte. Die Albrecht-Elf vertraute auf Standards. Einen von Lucas Irmler (35.) gefährlich getretenen Freistoß konnte Reinhold gerade noch um den Pfosten lenken, bei einem strammen Volleyschuss von Pascale Janner (44.) war er aber machtlos. Janner, an der Strafraumgrenze sträflich allein gelassen, hatte zuvor den Ball nach einem Wölk-Freistoß cool angenommen und sofort abgedrückt – sehenswert.

Im zweiten Spielabschnitt fühlten sich die rund 140 Zuschauer an den Beginn der ersten Hälfte erinnert, denn die Gäste drückten erneut mächtig aufs Tempo. Etwas Glück und zwei tolle Paraden von Prokoph verhinderten zunächst noch den Ausgleich: Einen Schuss von Marc Barck (49.) lenkte er gerade noch an den Innenpfosten, einen Aufsetzer von Marvin Kehl (59.) parierte er zur Ecke. Wenig später gab‘s für ihn aber nichts mehr zu halten, als PSV-Torjäger Timo Barendt (63.) einen über Maurice Knutzen über rechts mustergültig vorgetragenen Angriff zum 2:2 vollendete. Unmittelbar zuvor hatte der OSV jedoch die große Chance zur 3:1-Führung ausgelassen, als Freddy Kaps einen schlampigen Rückpass der Neumünsteraner erlief, aber etwas zu ungenau auf den mitgelaufenen Jan-Eric Kränzke passte, der nicht zum Abschluss kam. „Machen wir hier das 3:1, wäre mehr drin gewesen“, haderte Florian Albrecht ein wenig mit der vergebenen Großchance.

Der Ausgleich der Neumünsteraner zu diesem Zeitpunkt war aber nicht unverdient. Der PSV spielte weiter auf Sieg, brachte die kompakte Abwehr der Gastgeber aber nicht mehr groß in Gefahr. Der OSV verlegte sich auf Konter, blieb damit allerdings wenig zwingend. Fast wäre Freddy Kaps (92.) in der Nachspielzeit noch der Siegtreffer geglückt, doch seinen Schuss aus der Drehung konnte Reinhard zur Ecke abwehren. So blieb es bei der leistungsgerechten Punkteteilung, über die sich Florian Albrecht in Anbetracht der engen Personalsituation ein wenig mehr gefreut haben dürfte als sein Gegenüber Sven Boy, dessen „Boy-Group“ im Abstiegskampf weiterhin punkten muss.

OSV: Prokoph – Irmler, Wölk, Freund, Müller (68. Finn Severin) – Cornelius, Janner (81. Görtz), Klüver, Kränzke – Junge (87. Petersen), Kaps. Beste Spieler: Wölk, Freund, Prokoph. Schiedsrichter: Koch (TSV Süderbrarup), befriedigend. Tore: 1:0 (10.) Kaps, 1:1 (27.) Kehl, 2:1 (44.) Janner, 2:2 (63.) Barendt.

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