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Daniel Junge (l.) erzielte in seiner ersten Seniorensaison für den OSV 43 Tore – und trotzdem reichte es nicht zum Titel.

Der Rückblick: Nur Vizemeister – nach knapp verpasstem Aufstieg ist die Enttäuschung riesengroß

OSV patzt, wenn‘s drauf ankommt

OLDENBURG · Dem Oldenburger SV fehlte nur ein Wimpernschlag zum Titel in der Verbandsliga Südost und den erhofften Aufstieg in die SH-Liga. Bei gleicher Punktzahl (79) hätte die Brunner-Elf lediglich vier Tore mehr schießen müssen als Meister SV Eichede II, mit dem sich der OSV bis zum Schluss einen spannungsgeladenen Titelkampf lieferte. Eine tolle Saison? Nein – vielmehr eine riesengroße Enttäuschung.

Denn eigentlich war der Aufstieg fest eingeplant. Besonders bitter: Immer wenn es darauf ankam, der Konkurrenz den entscheidenden Schlag zu versetzen, patzte die Brunner-Elf. Am deutlichsten wurde dies am letzten Spieltag, als die Oldenburger bei einem stark ersatzgeschwächten Büchen-Siebeneichener SV nicht über ein 1:1 hinauskamen. Ein Sieg hätte gereicht, um den Titel zu holen. Der BSSV schoss ein einziges Mal gefährlich aufs Tor und traf – Magnus Möhrmann beerdigte damit alle Titelträume. Da war doch noch was?

Magnus Möhrmann der Spielverderber

Schon in der Hinserie hatte sich der OSV gegen den BSSV nach einer 2:0-Führung noch ein 2:2 erlaubt und die Herbstmeisterschaft an den damals punkt- und torgleichen SV Eichede II verloren. Torschütze des 2:2-Ausgleichs: Magnus Möhrmann.

Wenn‘s drauf ankam, war der OSV einfach nicht clever genug. Und auch im direkten Vergleich mit dem SV Eichede II hatte die Brunner-Elf zwei Mal das Nachsehen gehabt. In Eichede gab es ein 0:1, im Rückspiel ein 0:2. Vor der Partie gegen die Stormarner am 14. April hatte der OSV bei zwei Spielen mehr sieben Punkte Vorsprung. Ein Sieg hätte da schon die Vorentscheidung bedeuten können. So blieb es weiter eng.

Die Oldenburger rappelten sich aber wieder auf. Am 1. Mai fegten sie im Kreispokalfinale den SH-Ligisten NTSV Strand 08 mit 4:0 vom Platz, einige Tage später brachten sie dem bis dahin auf eigenem Platz ungeschlagenen RW Moisling mit 6:1 eine empfindliche Niederlage bei, um dann aber über Pfingsten mit 0:1 beim TSV Travemünde zu verlieren. Die HP titelte: 0:1 in Travemünde kann den Titel kosten. Eichede II war wieder vorn, büßte dann aber noch drei Punkte am grünen Tisch ein, sodass der OSV am letzten Spieltag in Büchen wieder alles selbst in der Hand hatte. Das Ende ist bekannt. Vor allem die jungen Spieler, die die Fans in den zurückliegenden Spielen vielfach verzückt hatten, waren in dieser finalen Partie dem großen Druck nicht gewachsen.

Zum Spieler des Jahres avancierte ohne Zweifel Daniel Junge. Der 20-Jährige brachte es in seiner ersten Herrensaison fertig, nicht weniger als rekordverdächtige 43 Tore zu schießen. Doch an weiteren echten Angreifern fehlte es dem OSV.

Dafür präsentierte sich die Mittelfeldreihe als kompakt, torgefährlich und variabel, wobei die Routiniers Philip Nielsen und Björn Wölk vor allem nach der Winterpause die Akzente setzten. Dennis Kowski taute auf der rechten Seite auch erst so richtig in der zweiten Saisonhälfte auf, während Felix Wenn seine stärksten Auftritte vor der Winterpause hatte.

Die Vierkette der Defensivabteilung zeigte sich gewohnt zuverlässig, wobei Marcel Schröder mit seinen 21 Jahren so abgeklärt spielt wie ein 30-Jähriger. Nebenmann Jan Haltermann (19) unterliefen einige Flüchtigkeitsfehler, doch er hat großes Potenzial, das er verletzungsbedingt zuletzt nicht an den Mann bringen konnte. Mehr als solide waren zudem die Auftritte von André Schön und André Brandt. Und mit Marcel Heisler steht ein Keeper im Tor, den nichts aus der Ruhe bringen kann – außer Daniel Junge schießt im Training auf sein Tor und er die Kirsche aus dem Netz holen muss.

Fair-Play: Keine Rote und Gelb-Rote Karte

Besonders positiv in der Saison 2012/13 fällt die Bilanz in der Fair-Play-Wertung aus. Als einziges Team in der Verbandsliga Südost kam der OSV ohne Rote und Gelb-Rote Karte aus. Lediglich 67 Verwarnungen waren von den Unparteiischen ausgesprochen worden.

Um den Nachwuchs muss dem OSV auch nicht bange sein, denn A-Juniorenspieler wie Freddy Kaps, Rico Bork und Torwart Thor Arne Höfs, die bereits zu Kurzeinsätzen ins Team gerückt waren, besitzen großes Potenzial. Bork und Höfs können aber noch ein Jahr A-Junioren spielen, zudem muss abgewartet werden, wie es studiumtechnisch bei Daniel Junge und Freddy Kaps weitergeht.

Der Oldenburger SV wird in der kommenden Spielzeit wieder zu den Top-Teams gehören, doch dürfte es 2013/14 wohl ungleich schwieriger werden aufzusteigen. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Man braucht nur nach Eutin zu schauen, wo dem Verbandsligaaufsteiger unter der Regie von „Mecki“ Brunner und unter Mithilfe eines zahlungskräftigen Sponsors möglichst schnell der Sprung in die SH-Liga glücken soll. · hö

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