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Pöbeleien, Rangeleien und Böllerwurf: Polizeieinsatz beim Putlos-Spiel

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Von: Patrick Rahlf

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Blaulicht
Fünf Streifenwagen der Polizei rückten am Dienstagabend auf dem Sportplatz in Dannau bei Oldenburg an. © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Beim Fußballspiel der SpVgg. Putlos gegen den SV Hansühn kam es am Dienstagabend zu einem Polizeieinsatz, den nach Polizeiangaben Anhänger des SC Cismar auslösten. Der Vorsitzende des SC Cismar distanziert sich deutlich von der Gruppe.

Dannau – Das Aufeinandertreffen der SpVgg. Putlos und des SV Hansühn (1:1) am Dienstagabend auf dem Sportplatz in Dannau hatte es in sich. Die Hausherren, bis zum Anpfiff Tabellenzweiter der A-Klasse, trafen auf den Tabellendritten. Diese besondere Konstellation sorgte dafür, dass nach Polizeiangaben rund 30 Anhänger des SC Cismar, der bis gestern Abend Tabellenführer war, aber ein Spiel mehr ausgetragen hatte, ebenfalls vor Ort waren. Die Situation eskalierte schließlich und endete mit einem Polizeieinsatz.

„Von Beginn an herrschte eine aggressive Grundstimmung. Pöbeleien gegen die Putloser Spieler nahmen mehr und mehr Überhand. Ebenfalls kam es zu einem Böllerwurf“, erklärte Polizeisprecherin Claudia Struck am Mittwochmorgen auf Nachfrage. Diese Aktionen hätten zu einer Unterbrechung der Partie geführt. Schließlich wurde, nach Angabe der Polizeisprecherin, der Gruppe ein Hausverbot erteilt, dem aber nicht nachgekommen wurde. „Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, wurde die Polizei gerufen, die mit fünf Streifenwagenbesatzungen gegen 21.30 Uhr nach Dannau ausrückte“, erklärte Claudia Struck. Erst nachdem die Polizisten Platzverweise aussprachen, rückte die Gruppe ab und das Spiel konnte fortgesetzt werden. 

Leichte Rangeleien, aber keine Körperverletzungen

„Beim Verlassen der Sportanlage kam es zu weiteren Pöbeleien gegen Putloser Spieler und Fans, zudem gab es auch leichte Rangeleien, aber keine Körperverletzungen“, berichtete Claudia Struck. 

Stefan Hagen, Vorsitzender des SC Cismar, nahm Stellung zu den Geschehnissen: „Es gab eine Gruppe von circa 10 bis 15 Personen, die rechts neben den aus Cismar angereisten Personen stand, von denen wir uns ganz klar distanzieren. Wir stehen in keinerlei Verbindung mit dieser Gruppierung, von der ein Großteil der Provokationen und Verbalattacken ausging.“ Auch zum Thema Böllerwurf, den die Polizei Cismar-Anhängern zuordnet, bezog Hagen Stellung: „Der Böllerwurf kam nicht aus den Reihen der anwesenden Cismaraner, ganz im Gegenteil. Der Böller wurde in die Gruppe hineingeworfen. Ein Cismaraner wurde von dem Böller am Fuß verletzt, die Polizei ermittelt hier bereits.“ Nach diesem Böllerwurf sei das Spiel vom Schiedsrichter unterbrochen worden, die Aufregung sei verständlicherweise sehr groß gewesen, so Hagen.

Die Anhänger des SC Cismar hätten nach dem Eintreffen der Polizei das Spielfeld verlassen, seien beim Verlassen jedoch mit vollen Bierbechern beworfen worden, „was natürlich nicht zur Beruhigung der Situation beigetragen hat“, so der Vorsitzende des SC Cismar. „In den Wochen davor waren zu unseren Heimspielen ebenfalls Anhänger der SpVgg. Putlos angereist, die ihrerseits Stimmung gegen uns gemacht haben. So wurde beispielsweise beim Spiel gegen Hansühn einer unserer Spieler bei einem Einwurf derart angegangen, dass ein Platzverweis gegen den Fan, aber aus der Situation heraus auch gegen unseren Spieler, ausgesprochen wurde“, stellte Hagen seine Sicht der Dinge dar.

Fußball wurde auch noch gespielt: Benjamin Hillers erziele für die Putloser den umjubelten 1:1-Ausgleichstreffer, sodass die Spielvereingung als Tabellenführer mit einem Punkt Vorsprung in den letzten Spieltag am kommenden Wochenende geht.

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