Verbandsliga Südost 2010/11: Oldenburger SV besitzt nach mehrjähriger Austrocknung seines Kaders endlich wieder Alternativen

Wie rettendes Wasser in der Wüste

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Philip Nielsen (am Ball) steht dem Oldenburger SV als Antreiber im Mittelfeld auch in der neuen Spielzeit zur Verfügung.

OLDENBURG (hö) · Andreas Brunner, im dritten Jahr als Trainer in der Verantwortung beim Oldenburger SV, sieht sich mit einem völlig neuen Gefühl konfrontiert: Er verfügt endlich auch nominell über einen Kader, der ihm Alternativen lässt. So wirkt die Kaderaufstockung – vorwiegend durch eigene A-Junioren – wie lebensrettendes Wasser in der Wüste.

Aber nicht nur quantitativ kann sich der OSV in der Saison 2010/11 sehen lassen, auch qualitativ haben die Oldenburger zugelegt. So haben vor allem die Youngster Jannik Hay und Marcel Schröder bereits in der letzten Saison reichlich Verbandsligaluft geschnuppert. Sie wissen, was bei den Senioren auf sie zukommt. Zudem profitierte der OSV vom abrupten „Untergang“ des letztjährigen Klassenkonkurrenten SV Heringsdorf und dessen Rückzug in die C-Klasse. So schloss sich mit Timo Rosenthal ein routinierter Akteur dem Brunner-Team an, der schon zu Zeiten von „Mecki“ Brunner beim OSV spielte.

„Die Trainingsbeteiligung ist gestiegen, der Konkurrenzkampf ist höher, die Neuzugänge haben gut eingeschlagen“, fasst Andreas Brunner die bisherige Vorbereitungszeit auf die am kommenden Wochenende startende neue Spielzeit zusammen. Auch der vom A-Klassisten SV Großenbrode hinzugestoßene Kevin Reiner habe einen guten Eindruck hinterlassen und sei auf dem Sprung in die Stammelf.

Die Zielsetzung für die kommende Saison sei Platz fünf, sind Brunners Ansprüche gegenüber der letzten Saison gestiegen. Allerdings sind die Voraussetzungen auch andere, denn die Spielerabstellung an die eigene Zweite dürfte eher die Ausnahme als die Regel werden. Im vergangenen Jahr hatte in der Rückrunde der Kreisliga-Klassenerhalt der Zweiten noch oberste Priorität besessen. Jetzt will man sich ganz auf die Verbandsliga konzentrieren.

An die klaren Favoriten FC Dornbreite und Breitenfelder SV könne man nicht heranreichen, doch mit anderen starken Teams wie Eutin 08, RW Moisling oder TSV Pansdorf könne man konkurrieren. Hier sei die Tagesform entscheidend, ist Brunner überzeugt. Grundsätzlich gewinne die Klasse, in der sieben ostholsteinische Vereine vertreten sind, aber auch durch die sieben (!) Neulinge an Reiz, so der Coach gegenüber der HP.

▪ Reises Standards werden fehlen

Für ihn und den OSV sei der Verbleib des von höherklassigen Vereinen (SV Eichede, VfB Lübeck II) umworbenen Philip „Blubber“ Nielsen von großer Bedeutung, ergänzte Brunner, der in Abwehr und Mittelfeld überhaupt keine Aufstellungssorgen hat. Lediglich im Angriff sei man dünner besetzt. So bestehe die Tendenz, überwiegend nur mit einer Spitze zu spielen. Den langfristigen Ausfall von Christian Reise (mehrere Bänderrisse im Knie), mit dem Brunner erst wieder in der Rückserie rechnet, müsse man aber erst einmal kompensieren können, denn Reises Standards (Freistöße, Einwürfe) fehlten schon. Das hätten die Testspiele gezeigt.

Aber auch dieses Manko schmälert Brunners optimistische Grundhaltung nicht. Er ist überzeugt, mit dem OSV in der Spitzengruppe hinter „den in Stein gemeißelten Favoriten Dornbreite und Breitenfelde“ mitspielen zu können.

▪ Der Kader

Zugänge: Kevin Reiner (SV Großenbrode), Timo Rosenthal (SV Heringsdorf), Dennis Kowski, Jannik Hay, Nils Haltermann, Pascale Janner, Virab Oganesjan, Marcel Schröder, Andre Schön (alle eigene A-Junioren).

Abgänge: Mario Markmann (tritt kürzer), Philip Emmrich (eigene Zweite).

Tor: Marcel Heisler (30), Nils Haltermann (19).

Abwehr: Andre Brandt (21), Alexander Hasler (23), Maik Lindhorst (32), Sören Sager (20), Andre Schön (19), Marcel Schröder (19).

Mittelfeld: Jannik Hay (19), Dennis Kowski (18), Philip Nielsen (22), Maximilian Petyrek (20), Besnik Prvetica (22), Dennis Rateyczak (24), Christian Reise (26), Felix Wenn (25), Timo Rosenthal (31), Kevin Reiner (20).

Angriff: Marc Gottorf (33), Pascale Janner (19), Alexander Kortz (25), Artur Lammert (20), Virab Oganesjan (19).

Durchschnittsalter: 22,9 Jahre.

Trainer: Andreas Brunner (44), im 3. Jahr.

Co-Trainer: Holger Bötcher (39), im 2. Jahr.

Physiotherapeutin: Annika Hinterthür (29), im 4. Jahr.

Liga-Obmann: Helge Panten (47), im 1. Jahr.

Fußball-Obmann: Philip Emmrich (35), im 5. Jahr.

Saisonziel: Platz 5.

Favoriten: FC Dornbreite, Breitenfelder SV.

Vorjahresergebnis: 8. Platz.

Vorbereitung: 3:1 beim SV Neukirchen, 1:3 gegen VfB Lübeck, 6:1 gegen Phönix Lübeck, 0:1 gegen TSV Lütjenburg.

HP-Prognose: 6. Platz.

▪ Das Programm

08.08. Breitenfelde (A)

14.08. TSV Siems (H)

22.08. TSV Bargteheide

24.08. ATSV Stockelsdorf

04.09. TSV Neustadt

12.09. Hagen-Ahrensburg

18.09. RW Moisling

25.09. Sereetzer SV

02.10. TuS Lübeck

10.10. SV Büchen-Sieb.

16.10. TSV Trittau

24.10. TSV Malente

30.10. Eutin 08

07.11. TSV Lensahn

13.11. FC Dornbreite

20.11. TSV Pansdorf

27.11. Eintr. Groß Grönau

05.12. TSV Siems

11.12. TSV Bargteheide

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