Verdientes 2:4 gegen Husumer SV

Rote Karte für Gerkens das OSV-Ende

OSV-Ligaobmann Philip Emmrich (r.) bleibt hier Sieger im Kopfball-Duell mit Gegenspieler Fleige. Über 90 Minuten endete das direkte Duell der beiden Routiniers ausgeglichen.

Von Andreas HöppnerOLDENBURG • Der Oldenburger SV bleibt auch nach dem 14. Spieltag als einzige Verbandsliga-Mannschaft ohne Heimsieg. Am jüngsten Spieltag unterlag der OSV dem Husumer SVverdient mit 2:4 (1:1), sodass sich nach Spielschluss bei Trainer Rainer Gosch die Vorfreude auf den am Abend stattfindenden OSV-Sportlerball deutlich in Grenzen hielt.

Patrick Gütschow fehlte dem OSV

Kämpferisch wollte er seiner Elf keinen Vorwurf machen. Sie hatte alles gegeben, doch es reichte nicht. Über 90 Minuten gesehen gab es für die Defensivabteilung zu wenig Entlastung. Echter Druck auf die Husumer Hintermannschaft konnte viel zu selten aufgebaut werden. Hier machte sich das beruflich bedingte Fehlen von Patrick Gütschow überdeutlich bemerkbar. Mario Markmann als einzige Spitze hing in der Luft, da die über die Außenpositionen nachrückenden Alexander Kortz und Mario David viel nach hinten arbeiten mussten.

So konnten die Gastgeber froh sein, nach einer halben Stunde im Dauerregen – echtes Nordfriesenwetter – nur mit 0:1 zurückzuliegen. Der Alexander Schlüter vor große Probleme stellende Gästestürmer Petersen (10.) hatte OSV-Keeper Marcel Heisler mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze keine Abwehrchance gelassen. Gegen Fleige (35.) verhinderte Heisler mit einer tollen Parade das mögliche 0:2, das die Vorentscheidung hätte sein können.

So kamen die Platzherren noch einmal zurück ins Spiel, als Dennis Schelling (37.), der zuvor schon (32.) ein „dickes Ding“ ausgelassen hatte, zusammen mit dem Husumer Cornils zum Kopfball ging und der Nordfriese dann einen der gefürchteten Einwürfe von Christian Reise zur Überraschung von Gästetorwart Teubler zum 1:1 verlängerte.

In der Pause stellte Gosch um. Dennis Schelling ging ins Abwehrzentrum, Lars Wulf kümmerte sich nun um Petersen, während Philip Nielsen Alexander Schlüter ersetzte und ins Mittelfeld rückte. Die erste Chance besaßen zwar wieder die Gäste durch Rettkowski (49.), doch im Anschluss standen die Gastgeber selbst vor der Führung. Zunächst wehrte Teubler einen gut getretenen Freistoß von Björn Wölk (59.)  ab, dann klärte er einen Kopfball von Alexander Kortz (63.) per Fußabwehr.

Die zarten Hoffnungen auf den ersten Heimsieg zerplatzten jedoch schon wenig später wie eine Seifenblase, als der Unparteiische Lars Gerkens (66.), der den enteilenden Fleige zu Fall gebracht hatte, die Rote Karte zeigte. Eine aus OSV-Sicht unverständliche Entscheidung, da Gerkens nicht letzter Mann gewesen sei, so Gosch. In Unterzahl war es schließlich um die Platzherren geschehen.

Die Nordfriesen nutzten nun konsequent ihre Räume, während beim OSV nach dem 1:2 durch Cornils (71.) die Kräfte und wohl auch das Selbstvertrauen schwanden. Becken (75.) auf Kopfballzuspiel von Fleige und der mus-tergültig freigespielte Petersen (81.) sorgten mit ihren Toren für weitere Ernüchterung in Reihen des OSV, für den nur noch die letzte erfolgreiche Aktion des Spiels blieb. So setzte ein weiter Einwurf von Christian Reise (92.) vor Gäs-tetorwart Teubler auf, und der Ball fand irgendwie den Weg ins Tor zum 2:4 – kurios, aber ohne jeglichen Wert.

„Die Rote Karte war der Knackpunkt“, so Rainer Gosch, der wenig erfreut war, dass zum dritten Mal in Folge ein Gespann vom Türkischen SV ein Heimspiel des OSV leitete. Es habe zwar nicht am Schiedsrichter gelegen, dass man verloren habe, doch bei zwei, drei strittigen Szenen  (besonders der Roten Karte) sah der Coach seine Elf doch benachteiligt.

OSV: Heisler – Wulf – Schlüter (46. Nielsen), Emmrich (84. Löbbecke) – Gerkens, Schelling, Reise, Wölk, Kortz, David (70. Rönnpage) – Markmann. Beste Spieler: Reise, Heisler, Wölk. Rote Karte: (66.) Gerkens (OSV), wegen angeblicher Notbremse. Schiedsrichter: Yayla (Türkischer SV), durchschnittlich. Tore: 0:1 (10.) Petersen, 1:1 (37./ET) Cornils, 1:2 (71.) Cornils, 1:3 (75.) Becken, 1:4 (81.) Petersen, 2:4 (92.) Reise.

 

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