Brunner-Elf holt nach 0:2 noch 2:2

Siemser Blitzsstart schockt OSV

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Für OSV-Spitze Marc Gottorf, hier im Duell mit dem Siemser Jan Kessler (r.), gab es am Sonnabend kein Durchkommen; Sven Friske (l.) und Artur Lammert (h.) in der Zuschauerrolle.

OLDENBURG (hö) · Nach dem erfreulichen Remis zum Auftakt beim Breitenfelder SV hatte der Oldenburger SV bei seiner Heimspielpremiere einen Sieg gegen den TSV Siems fest eingeplant. Letztendlich musste sich der OSV beim 2:2 (0:2) jedoch mit einem weiteren Unentschieden zufrieden geben. Die Hypothek des Siemser Blitzstarts wog einfach zu schwer, als dass die Brunner-Elf ihren ersten Dreier in der neuen Saison der Verbandsliga Südost feiern durfte.

Nicht einmal nach zehn Minuten standen die Gastgeber vor immerhin 70 zahlenden und mit Regenschirmen ausgestatteten Zuschauern wie die begossenen Pudel auf dem grünen Rasen. Das mag optisch zwar am Dauerregen gelegen haben, physisch hingegen an zwei nur schwer verdaulichen Nackenschlägen, die Gift waren für den angestrebten Heimsieg. So holte zunächst André Brandt wenig clever Gästekapitän Marcus Weber im Strafraum von den Beinen, sodass es nur Strafstoß geben konnte. Fabian Volkmann (6.) ließ OSV-Keeper Marcel Heisler keine Abwehrchance. Dieser Schock war noch gar nicht ganz verdaut, da musste Heisler die Lederkugel erneut aus dem Netz holen. So hatte Alexander Hasler per Kopf vor die Füße von Steven Tucholski (8.) geklärt, der die Lederkugel aus 25 Metern volley am staunenden Heisler vorbei in den Torwinkel semmelte – 0:2.

▪ Rosenthal an die Latte

Nach solch einem Rückschlag muss man erst einmal wieder ins Spiel finden. Im ersten Spielabschnitt glückte dies dem Gastgeber nicht mehr. Er übernahm zwar die Initiative, konstanten Druck konnte er gegen die selbstbewussten, körperlich robust agierenden Gäste aber nicht aufbauen. Eine halbe Chance von Solo-Spitze Marc Gottorf (22.) war zunächst alles, was das Gästetor in Gefahr brachte. Selbst nach der Gelb-Roten Karte gegen Carsten Schlatz (33.), der zwei Mal übermotiviert gegen Philip Nielsen (10.) und Felix Wenn (33.) eingestiegen war, roch es lediglich nach einem an die Latte gesetzten Freistoß von Timo Rosenthal (34.) nach dem Anschlusstreffer.

Erst im zweiten Spielabschnitt konnte die Brunner-Elf, die nach der Einwechslung von Sven Friske (40.) mit zwei Spitzen agierte, die Gäste massiver unter Druck setzen. Zunächst aber noch ohne Erfolg. So verpasste der stark aufspielende Felix Wenn (50.) nach einem Rosenthal-Freistoß im TSV-Fünfer nur um Zentimeter den Ball. Mehr Erfolg hatte schließlich Philip Nielsen (62.), der nach einem Rosenthal-Eckball zum überfälligen 1:2 einköpfte. Siems konnte sich kaum noch befreien, die Lübecker wankten. Sie fielen aber noch nicht, da sich Marc Gottorf (68.) eine unnötige Gelb-Rote Karte leistete. „Der Platzverweis nervt mich, zu diesem Zeitpunkt waren wir richtig dran“, reagierte Trainer Andreas Brunner gereizt auf Gottorfs Aussetzer. Dieser hatte zunächst Brunners Trinkflasche, die an der Seitenlinie stand, gefrustet über die Aschenbahn getreten, wofür es Gelb gab. Wenig später wertete der konsequente Unparteiische Gottorfs Einsteigen gegen TSV-Torhüter Sascha Reger als überhart und „Gotti“ musste vom Platz.

▪ Brandt aus der Distanz

Aber auch in der Folgezeit schnürte der OSV die Siemser in der eigenen Hälfte ein. Dennis Kowski brachte auf der rechten Seite neue Impulse und es fehlte nicht viel, dann hätte Felix Wenn (74.) eine Kowski-Flanke per Kopf eingenetzt, Reger parierte aber glänzend. Als den nimmermüden Gastgebern in der Schlussphase die Zeit wegzulaufen drohte, war es schließlich der aufgerückte André Brandt (86.) der nach einem nicht weit genug geklärten Rosenthal-Freistoß aus 18 Metern zur verdienten Punkteteilung traf.

„Nach solch einem frühen Rückstand müssen wir mit dem Punkt zufrieden sein“, resümierte Andreas Brunner, der vor allem mit der kämpferischen Leistung seiner Elf zufrieden war. Sein Gegenüber Sven Sercander war mit der Punkteteilung ebenfalls nicht unzufrieden: „Mit dem Punkt können wir leben.“

OSV: Heisler – Brandt, Hasler (63. Kowski), Schröder, Petyrek (40. S. Friske) – Hay, Rosenthal, Lammert (88. Schön), Nielsen, Wenn – Gottorf.

Beste Spieler: Wenn, Rosenthal.

Gelb-Rote Karten: (33.) Schlatz (Siems), wiederholtes Foulspiel; (68.) Gottorf (OSV), gefährliches Spiel, zuvor Unsportlichkeit.

Schiedsrichter: Winkel (TSV Flintbek), gut.

Tore: 0:1 (6./FE) Volkmann, 0:2 (8.) Tucholski, 1:2 (62.) Nielsen, 2:2 (86.) Brandt.

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