Rückblick: SV Fehmarn-Frauen wurden Zweiter der Bezirksklasse, verfehlten aber den Aufstieg

Starke Saison, aber kein Happy End

Daniela Anders (l.) und die SVF-Frauen spielten in der Bezirksklasse ganz oben mit.

Von Marcus Christoph BURG • Manchmal verdichtet sich das Schicksal einer ganzen Saison auf wenige entscheidende Szenen. Beim Heimspiel der SV Fehmarn-Frauen gegen den SV Schmalfeld war das so.

Die Burgerinnen führten im Spitzenspiel der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga mit 1:0 und hätten so die deutlich bessere Ausgangssituation für das letzte Spiel gehabt. Doch ein Handelfmeter zwölf Minuten vor Schluss, den die Gäste zum 1:1-Endstand verwerteten, wendete die Situation komplett. Schmalfeld hatte nun die besseren Karten und nutzte dies eine Woche später mit einem 12:1 gegen Oldendorf, während die Insulanerinnen mit einem 4:6 bei der SG Hagen ihre Hoffnungen begraben mussten.

Der verpasste Aufstieg ist bitter. Gleichwohl können die SVF-Frauen mit ihrer Saison unter dem Strich zufrieden sein. Aus Sicht von Trainer Jörg Haß war es sogar die beste Spielzeit seiner bislang zehnjährigen Amtszeit. Vom ersten Spieltag an spielten seine Schützlinge in der Bezirksklasse ganz oben mit. Zwar war der Rückstand auf Meister TSV Ratekau am Ende deutlich (14 Punkte). Doch den zweiten Platz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigte, sicherten sich die Insulanerinnen doch recht souverän. Drei Spieltage vor Saisonende machten sie mit einem 4:1-Sieg bei Gremersdorf II alles klar. Sie hatten zwar die direkten Konkurrenten um Platz zwei –  Ahrensbök und Schwartau – auf dem Rasen nicht schlagen können (es gab drei Remis und eine kampflose Wertung für den SVF), und gegen Ratekau fiel die Bilanz negativ aus (1:1 und 0:1). Doch gegen die weiter unten platzierten Mannschaften war man fast immer Sieger: Von einem 1:1-Remis bei Riepsdorf II abgesehen, konnten die SVF-Frauen sonst sämtliche Spiele gewinnen. Ein Torverhältnis von 128:17 Toren spricht für sich. Besonders die beiden Stürmerinnen Cathrin Czoska (30 Treffer) und Julia Marten (23 Treffen) zeichneten für den Torreigen verantwortlich. Letztere traf zwar nach der Winterpause nicht mehr so oft. Aber der Kader war ausgeglichen genug, dies auszugleichen. Die erst 16-jährige Jessica Junge (freigeholt von den B-Mädchen) traf in ihrem ersten Jahr bei den Frauen gleich 14-mal. Überhaupt spielte sie eine tolle Saison. Aber auch auf erfahrene Spielerinnen wie Christiane Zühlke (13 Treffer) und Anke Wonrath (11) war Verlass. „Jede einzelne Spielerin hat ihren Teil zum Erfolg beigetragen“, spricht Haß der gesamten Mannschaft ein Kompliment aus. Das Team habe weiter an Homogenität gewonnen.

Größtes Problem für den SVF-Trainer war der kleine Kader, der nur aus 16 Spielerinnen bestand. Zweimal musste das Insel-Team wegen Personalmangels um Spielverlegung bitten. Das letzte Saisonspiel in Stockelsdorf sagten die Insulanerinnen gleich ganz ab. Überhaupt war die Saison von Spielabsagen und -verschiebungen gekennzeichnet. Die Folge waren zahlreiche „englische Wochen“, die die Mannschaft in der Rückrunde zu bestreiten hatte. Doch die Mannschaft biss sich durch und ließ auf der Zielgeraden nichts mehr anbrennen. Zweimal gab es zudem kampflose Wertungen für die Insel-Truppe.

Insgesamt sieht Haß, der auch in der nächsten Saison sein Amt weiterführen wird, die Entwicklung des Frauenfußballs beim SVF auf gutem Weg. Die Mannschaft bleibt weitgehend zusammen, und bei den Mädchen-Teams wachsen junge Talente heran.

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