TSV unterliegt der SVg. Pönitz mit 1:4

Heiligenhafen kämpft aufopferungsvoll

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Lars Jans (rotes Trikot) versucht, den Pönitzer Timo Kirstein vom Ball zu trennen.

HEILIGENHAFEN -nn- Im Nachholspiel gegen die Sportvereinigung Pönitz war der TSV Heiligenhafen nicht wiederzuerkennen. Ging das Team von Klaus Herzog noch am letzten Sonnabend mit 2:9 beim TSV Pansdorf II sang- und klanglos unter, präsentierte sich die Mannschaft am Mittwochabend in glänzender Verfassung. Die Warderstädter mussten sich gegen den aktuellen Tabellenzweiten mit 1:4 (1:2) geschlagen geben, wobei die Gegentore Nummer drei und vier erst in der 89. und 91. Minute fielen.

Trainer Klaus Herzog verstand nach Spielschluss die Welt ohnehin nicht mehr, denn nach seiner Meinung lag die Hauptschuld an der Niederlage an Schiedsrichter Christian Schwietering (TSV Gremersdorf). „Die Rote Karte für Michel Pott war niemals ein Platzverweis, und auf der Gegenseite hätte es gleich drei Platzverweise geben müssen“, war Herzog auch am Tag nach dem Spiel noch außer sich. Die Gäste agierten keinesfalls überzeugend. Ein Schuss von Timo Kirstein, der in der vierten Spielminute an den Pfosten klatschte, war das erste Warnzeichen der Pönitzer. Auf der Gegenseite wäre den Hausherren fast der Führungstreffer gelungen. Bei einem langen Ball, der aus dem Halbfeld heraus getreten wurde, verschätzte sich SVg.-Keeper Marco Jürgens gewaltig und hätte sich den Ball fast ins eigene Tor gefaustet. Beim TSV Heiligenhafen bot Fabian Jacobs zwischen den Pfosten wieder eine starke Leistung. Jacobs wehrte einen Ball von Demis Durante (13.) mit einer Klasseparade zur Ecke ab, des Weiteren war Jacobs bei einem Gewaltschuss von Patrick Staege auf dem Posten (23.). Dem Pönitzer Trainer Helge Thomsen wurde das Treiben seiner Mannschaft auch langsam zu bunt. „Ihr habt überhaupt keinen Zug zum Tor. Ihr schiebt die Pille nur hin und her“, rief Thomsen in Richtung seiner Mannschaft zu.

Das schien sich Mannschaftskapitän Timo Kirstein zu Herzen genommen zu haben. Mit einem nicht unhaltbaren Schuss war Kirstein in der 29. Minute zum 0:1 erfolgreich. Und es war erneut Kirstein, der in der 37. Minute mit seiner starken linken Klebe die Lederkugel zum 0:2 im Heiligenhafener Kasten unterbrachte. Carsten Hill stürmte wenig später mit dem Ball am Fuß alleine auf Keeper Jürgens zu. Jürgens wusste sich nicht anders zu helfen und riss Hill im Strafraum um. Der Elfmeterpfiff ertönte sofort, die zwingend erforderliche Rote Karte ließ Schiedsrichter Schwietering stecken, er beließ es bei einer Verwarnung. „Klare Fehlentscheidung“, urteilte Herzog. Der Strafstoß wurde von Alpaslan Akyavuz ausgeführt, der den Ball an den Pfosten setzte (40.). Damit war die riesengroße Chance zum Anschlusstreffer dahin. Doch der Anschluss gelang den Gastgebern noch vor dem Pausenpfiff. Michel Pott setzte der Lederkugel energisch nach, passte den Ball auf Henry Baßmann, der das Spielgerät zum 1:2 (44.) ins Pönitzer Tor setzte. Bei zwei Aktionen hätte es nach Angaben der TSV-Verantwortlichen eine Rote Karte geben müssen: Florian Sachau wurde von seinem Gegenspieler gegen den Ballfangzaun gecheckt, das wurde genauso wenig geahndet wie eine Tätlichkeit, die direkt vor der Heiligenhafener Trainerbank verübt wurde.

Stattdessen flog Michel Pott in der 60. Minute vom Platz. Bei einem Laufduell ging sein Kontrahent zu Boden, Schiri Schwietering legte dieses als Tätlichkeit aus und griff nach dem roten Karton. Die noch zu absolvierenden 30 Minuten mussten die Warderstädter nun in Unterzahl spielen. Von den Gästen kam ihrerseits zu wenig, sie bekleckerten sich wahrlich nicht mit Ruhm. Die Partie war lange offen, erst in den letzten Spielminuten zogen die Pönitzer ergebnistechnisch noch davon. Philipp Hardt traf zum 1:3 (89.), mit seinem dritten Treffer besorgte Timo Kirstein den 1:4-Endstand (91.). Eine Befragung unter den neutralen Zuschauern sorgte für ein einstimmiges Resultat, das lautete: „Heiligenhafen hat sich hervorragend verkauft, und der Schiedsrichter hatte maßgeblichen Einfluss auf das Ergebnis.“ „Wir haben die Begegnung zwar verloren, dennoch dürfen wir uns als moralischer Sieger fühlen“, so Herzog abschließend. „Wir haben 4:1 gewonnen, drei Punkte nehmen wir mit, mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, lautete das Schlusswort von Helge Thomsen, Trainer der Sportvereinigung.

TSV: Jacobs – Jans, Hill, Sachau, F. Kirchner – Wolkenhaar, Preuß – M. Pott, D. Senger (16. Akyavuz), Berhe (81. Wesch) – Baßmann (88. Rathjens). Beste Spieler: sehr starke geschl. Mannschaftsleistung mit einem überragenden Henry Baßmann. Schiedsrichter: Schwietering (TSV Gremersdorf), hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Rote Karte: (60.) M. Pott (TSV), Tätlichkeit. Tore: 0:1 (29.) und 0:2 (37.) Kirstein, 1:2 (44.) Baßmann, 1:3 (89.) Hardt, 1:4 (91.) Kirstein.

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