Saisonrückblick: Großenbrode nur Elfter in der Kreisliga – Zu hohe Erwartungen zu Beginn?

Verkorkste Saison für den SVG

Sven Just (l.) gehörte mit 15 Treffern und einer meist vorbildlichen Einstellung zu den Lichtblicken in einer finsteren SVG-Saison.

GROSSENBRODE (st) • Der SV Großenbrode galt einmal als einer der attraktivsten Kreisliga-Vereine im Norden.

Eine starke Truppe, ein tolles Umfeld mit engagierten Männern im Hintergrund und zahlreichen laut-starken Fans sowie eine stets gute Trainingsbeteiligung lockten Kicker von Fehmarn bis Oldenburg in das kleine Ostseeheilbad. Der Aufstieg in die Bezirksliga jedoch wollte einfach nicht gelingen. Und nach der Saison 2003/04 mit der verlorenen Aufstiegsrunde schien irgendwie die Luft raus. Trotzdem hielt sich der Verein stets im oberen Tabellendrittel. In der abgeschlossenen Saison kam dann alles anders.

„Es war insgesamt eine enttäuschende Saison, auch wenn nicht mit einem Spitzenplatz zu rechnen war“, fasste Interimscoach Michael Burmeister die Serie zusammen: „Man sollte sie so schnell wie möglich abhaken.“

Mit der Verpflichtung von Norbert Wieck in der Vorsaison hatten die SVG-Verantwortlichen gehofft, noch einmal die nötige Motivations- spritze geben zu können, um den lang ersehnten Aufstieg zu erreichen. Nach einem respektablen vierten Platz im letzten Jahr, kollabierte in diesem Jahr die Konstruktion. Eine Trainerentlassung und ein enttäuschender elfter Rang in der Abschlusstabelle waren die Folge. Es bleibt die Frage, ob nach den Abgängen vor Saisonbeginn überhaupt mehr drin gewesen wäre.

Am ersten Spieltag zeigte sich die Truppe um „Nocke“ Wieck noch schlagkräftig. Ein 8:0-Heimsieg zum Auftakt ließ viel erwarten. Dass Riepsdorf – der Gegner im ersten Spiel – am Ende mit mageren 17 Punkten absteigen würde, konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen. Eine Woche später ging es zu Eutin 08, dem großen Favoriten auf den Meistertitel. Die klare 1:4-Niederlage brachte den SVG  auf den Boden der Realität zurück. In der Folge spielten die Grün-Weißen sehr durchwachsen. Fast im rhythmischen Wechsel gab es Siege, Niederlagen, Remis. Die eine Woche gewann man gegen Malente – am Ende Vierter –, in der nächsten kassierte man ein 1:4 gegen den späteren Zweiten Heiligenhafen.

Unmut machte sich in der Truppe breit, die Trainingsbeteiligung ließ nach, und auch die Zuschauer kamen nicht mehr so zahlreich wie in vergangenen Jahren. Die Missstimmung in der Mannschaft richtete sich schnell gegen den Trainer, der mit seiner konsequenten Art nicht auf uneingeschränkten Zuspruch stieß.

Zu Beginn der Winterpause, in die der SVG als Siebter mit 24 Punkten ging, hielt der Verein in Sachen Trainerfrage noch die Füße still. Man wollte die Saison wohl ruhig zu Ende bringen, um dann das Team durch Neuzugänge wieder angriffsbereit zu machen.

Trennung von Trainer Wieck

Aber noch vor Ende der Winterpause – der Trainingsbetrieb hatte bereits wieder begonnen – beschloss der Verein, dann doch zu handeln. Zunächst bestimmten die Fußballer Peter Jäcker als Nachfolger von Manfred Wohnrade zum neuen Obmann, jener gab dann bekannt: „Wir werden uns zur nächsten Saison von Wieck trennen.“ Dieser war überrascht, wollte aber sein Amt professionell bis zum Ende der Spielzeit ausüben.

Dazu sollte es nicht kommen. Eine Serie von drei Spielen ohne Sieg nach der Winterpause, darunter ein bitteres 1:2 gegen „West“, veranlassten den Verein, den Coach mit sofortiger Wirkung zu entlassen. Michael Burmeister und Thorben Maas bildeten  das neue Trainergespann, hatten aber mit den alten Leiden zu kämpfen. Häufig erschienen nicht einmal zehn Spieler der ersten und zweiten Mannschaft zum Training. Leistungträger zeigten sich launisch.

Siege gegen Malente und Ratekau konnten nicht über eine verkorkste Saison hinwegtäuschen, in der der SVG weit hinter seinen Erwartungen zurückblieb.

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