Rückblick: TSV Westfehmarn Drittletzter der Kreisliga – Bis heute Unklarheit in Abstiegsfrage

Das Zittern hat noch kein Ende

Pieter Fleischer (r.) gehörte zu den Stützen der TSV-Mannschaft. Er kam 22-mal zum Einsatz.

Pieter Fleischer (r.) gehörte zu den Stützen der TSV-Mannschaft. Er kam 22-mal zum Einsatz.

Von Marcus Christoph

PETERSDORF • „Ich bin schon enttäuscht.“ TSV Westfeh- marn-Trainer Waldemar Drawski kann nicht zufrieden  sein mit dem Verlauf seiner ersten Saison als „West“-Trainer. Von Anfang an rangierte die Truppe, die Drawski gemeinsam mit Jan Claussen-Mackeprang    coachte, in der Abstiegszone der Kreisliga. Am Ende stand der drittletzte Platz, von dem man bekanntlich bis heute nicht weiß, ob er nun den Abstieg bedeutet oder nicht. Das 50-jährige Jubiläumsjahr des Vereins hatte man sich im Inselwesten sportlich sicher anders vorgestellt.

Die jetzige Situation für die Petersdorfer ist wahrlich grotesk: Ob sie in der Kreisliga bleiben können, hängt davon ab, ob der Landesverband Bremen einen Aufsteiger für die Oberliga stellen kann und sich somit die gleitende „Abstiegsskala“ zu Ungunsten Schleswig-Holsteins verschiebt. Den gleichen Effekt hätte ein er- folgreicher Protest von Arminia Hannover gegen den Entzug seiner Oberliga-Lizenz. Der Vorgang wurde gestern bekannt. Für die betroffenen Vereine in den unteren Ligen eine absurde Situation.   

Dass es für die Petersdorfer in der jüngsten Spielzeit aber nicht zu mehr als Platz 14 gereicht hat, haben sie sich natürlich selbst zuzuschreiben. Schon der Saisonstart war durchwachsen. Es dauerte bis zum achten Spieltag, ehe der TSV gegen Schlusslicht Ahrensbök den ersten von insgesamt nur fünf Siegen einfahren konnte. Der zweite „Dreier“ in der Hinrunde  glückte beim damals direkten Konkurrenten Sarau, als die Fehmaraner tolle Moral zeigten und mit 2:1 siegten. Die Youngsters Dennis Bittner, Sören Kähler und Philip Mangliers hatten extra einen Dänemark-Urlaub unterbrochen, um dabei sein zu können. Doch dann folgte wieder die Tristesse. Bis zur Winterpause kassierten die Petersdorfer fünf Niederlagen in Serie. Die Konsequenz: Am Jahresende stand der TSV als Vorletzter mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ziemlich trostlos da.

Aufbäumen nach der Winterpause

Aber der einst vielbeschworene „West-Geist“ war noch nicht erloschen. Die Mannschaft bäumte sich noch einmal auf, feierte im neuen Jahr zunächst einen Derbyerfolg gegen Großenbrode, dann einen Pflichtsieg gegen Ahrensbök und behielt schließlich im „Abstiegsendspiel“ gegen Riepsdorf die Nerven und siegte nach einem wahren Krimi mit 4:3. Damit zog man an den Riepsdorfern vorbei, die von nun an den sicheren Abstiegsplatz 15 innehatten. Eine Woche später verpassten es die Petersdorfer durch eine bittere 0:1-Heimschlappe gegen Bosau, den Anschluss ans Mittelfeld herzustellen. Der Zug dahin war abgefahren. Aus den verbleibenden fünf Spielen holte die Insel-Elf nur noch einen Punkt. Der TSV hatte das Glück, dass Riepsdorf noch schlechter war. Der Konkurrent aus alten Bezirksligazeiten verbuchte in seinen zwölf Spielen nach der Winterpause nur zwei Pünktchen und blieb somit hinter „West“.

„Unser Kader war zu klein. Es gab zu viele Ausfälle“, beklagte Waldemar Drawski. Verletzungen wie die von Jan Claussen-Mackeprang, der bereits sein Laufbahnende befürchtete, waren nicht zu kompensieren. Kai Kardel stand von Vornherein nicht zur Verfügung. Hinzu kamen immer wieder Absagen bedingt durch Schichtarbeit.

Als erfreulich ist aus TSV-Sicht die Integration  der Nachwuchskicker verlaufen. So entwickelten sich Philipp Mangliers, Sören Kähler, Dennis Bittner und Torwart Benedikt Meyer zu Stammspielern. Die Verpflichtung der letzteren beiden war in der Anfangsphase der Saison heiß umstritten. Meyer und Bittner – beide eigentlich noch A-Jugendliche – wechselten von der JSG Fehmarn zur neu gegründeten A-Jugend-Spielgemeinschaft West/Harmsdorf/Hansühn. Diese wurde dann nach wenigen Wochen wieder abgemeldet. Von einer „Scheinspielgemeinschaft mit dem Zweck, Spieler für die Herren freizuholen“  sprach der JSG-Chef  Ralf Albers. Allmählich haben sich die Wogen geglättet.

Doch die sportliche Bilanz der Insulaner fiel unter dem Strich miserabel aus: Aus ihren 30 Spielen holten sie nur  20 Punkte. 20-mal verließen sie als Verlierer den Platz. Zu Hause gewannen sie gerade dreimal.  Und mit 39 Treffern wiesen sie die zweitschlechteste Offensivbilanz auf. Bester Torjäger war mit acht Treffern bezeichnenderweise Mittelfeldmann Sven Mess.

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