TSV Heiligenhafen 4:2 über Eutin 08

Zwei Blitztore schocken den Meister

Patrick Jogszys (r.) kommt zu spät, doch 08-Torjäger Dennis Bresa (l.) findet bei diesem Kracher seinen Meister in TSV-Keeper Frederik Kohlscheen.

Von Andreas HöppnerHEILIGENHAFEN • Der TSV Heiligenhafen scheint gerüstet zu sein für die am Mittwoch (23.

Mai) beginnende Aufstiegsrelegation, denn selbst mit einem Rumpfkader gelang es den Warderstädtern, Kreisliga-Meister Eutin 08 mit 4:2 (3:1) die zweite Saisonniederlage beizubringen. Bereits im Hinspiel hatte die Berger-Elf mit 4:1 die Oberhand behalten. Somit steht Vizemeister TSV Heiligenhafen zu Recht in der Relegation.

Den Platzherren spielte der eigene Blitzstart natürlich in die Karten. So bedeutete der erste Schuss auf das 08-Tor bereits die Führung für den TSV. Patrick Jogszys (3.) hielt aus 18 Metern volley drauf, und der Ball schlug unhaltbar für Keeper Gertenbach im Gästetor ein. Und auch beim zweiten Treffer der Gastgeber hatte Gertenbach keine Abwehrchance, denn ein Freistoß von Dennis Ruge (7.) wurde unhaltbar durch Savcenko abgefälscht. Zwei Schüsse aufs Tor – 2:0. Eutin schien aber nur kurzzeitig geschockt und übernahm anschließend mehr und mehr das Kommando. Es sah richtig gut aus, was der Meister, der die gesamte Breite des Spielfeldes nutzte, in der Vorwärtsbewegung ablieferte. So kam auch Torjäger Bresa, der vom guten Nils Markmann nicht ganz auszuschalten war, zu zwei ersten Möglichkeiten. Die erste vereitelte TSV-Torwart Frederik Kohlscheen (10.) glänzend, die zweite verstolperte Bresa (18.).

In der Defensive wirkten die Rosenstädter jedoch reichlich unkonzentriert. Bestes Beispiel Libero Wohlert, der den Ball unbedrängt an Enis Gashi (22.) verlor, dieser aber nicht den Ball an Gertenbach vorbeibringen konnte. Wenig später verpasste Tim Ruland (23.) eine Hereingabe von Gashi nur um Zentimeter. Gästetrainer Block war frustriert und machte seinem Unmut Luft: „Leute, wenn ihr nicht wollt, können wir das auch lassen!“ Blocks Wutausbruch schien zu fruchten, denn nach einem schnellen Angriff über Savcenko ließ sich Bresa (35.) die Chance nicht nehmen, den Anschluss zu erzielen. Mehr gelang den Gästen zunächst nicht, vielmehr stellte Tim Ruland (43.) nach einem starken Solo den alten Abstand wieder her.

Im zweiten Spielabschnitt passierte auf beiden Seiten zunächst nicht viel. Erst als 08 mit Pump und Kunze neue Kräfte brachte, erhöhte sich der Druck der Rosenstädter. Der TSV, bei dem schon Mitte der ersten Hälfte mit Olli Ernst der einzige Ergänzungsspieler für den angeschlagenen Sven Reiner kam, konnte personell nicht mehr reagieren. Spätestens nach einem wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegebenen Wohlert-Tor (72.) schien das Pendel zugunsten der Gäste auszuschlagen. Der Anschlusstreffer durch Callsen (75.) unterstrich die Kräfteverschiebung auf dem Platz.

Schließlich war es in erster Linie der Dynamik eines Tim Ruland zu verdanken, dass die Punkte doch noch in der Warderstadt blieben. So tankte er sich zunächst gegen die aufgerückte 08-Abwehr durch, sodass Salinger (81.) nur noch die Notbremse betätigen konnte. Logische Konsequenz: Rot. Der anschließende Freistoß brachte nichts ein. Wenig später eine ähnliche Situation, nach der der von Kunze im Strafraum bedrängte Tim Ruland zu Boden ging. Strohbach zeigte auf den Punkt - eine zweifelhafte Entscheidung. 08-Kapitän Lars Callsen (85.) reklamierte zum wiederholten Mal, und auch er musste per Ampelkarte vorzeitig den Platz verlassen. Enis Gashi (86.) nutzte die Gelegenheit und verwandelte den Strafstoß sicher zum 4:2 und zur endgültigen Entscheidung.

Vor dem letzten Saisonspiel in Ahrensbök (20. Mai) liegt die Konzentration nun voll und ganz auf der Relegation. Coach Detlef Berger beobachtete die potenziellen Gegner aus der Kreisliga Segeberg/Stormarn, am nächsten Wochenende sollen die Lübeck/Lauenburger Kandidaten folgen. Personell geht es auch wieder aufwärts, denn Christian Heinritz, Lars Rathke und Torben Senger sollen am 23. Mai wieder fit sein, Andreas Bahr ist nach seinem Platzverweis in Pönitz bereits am 20. Mai in Ahrensbök wieder spielberechtigt.

TSV: Kohlscheen – Lindhorst – Markmann, Sachau – Reiner (24. Ernst), Uecker, Jogszys, Ruge, Ruland – Gashi, D. Senger. Beste Spieler: Ruland, Kohlscheen, Lindhorst. Rote Karte: (81.) Salinger (Eutin), wegen Notbremse. Gelb-Rote Karte: (85.) Callsen (Eutin), wiederholtes Reklamieren. Schiedsrichter: Dr. Strohbach (TSV Westfehmarn), in Ordnung. Tore:1:0 (3.) Jogszys, 2:0 (7.) Ruge, 2:1 (35.) Bresa, 3:1 (43.) Ruland, 3:2 (75.) Callsen, 4:2 (86./FE) Gashi.

 

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