Alois Reiter im Interview

Biathlon in Ruhpolding: "Das hat mir schlaflose Nächte bereitet"

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Biathlon: Alois Reiter ist seit zehn Jahren hauptberuflich in der Chiemgau Arena tätig. Zuvor war er im Ehrenamt beim Biathlon in Ruhpolding aktiv.

In Ruhpolding wird der Weltcup im Biathlon fortgesetzt. chiemgau24.de hat mit Alois Reiter, dem Leiter der Chiemgau Arena in Ruhpolding, gesprochen.

Ruhpolding - Am 15. Januar beginnt der Weltcup im Biathlon von Ruhpolding. In der Chiemgau Arena in Ruhpolding werden sechs Wettbewerbe an fünf Wettkampftagen ausgetragen. Zehntausende Zuschauer werden erwartet.

Den Sprint der Damen am Mittwoch gewann Tiril Eckhoff, der Weltcup in Ruhpolding wird am Donnerstag mit dem Sprint der Männer fortgesetzt.

Im Vorfeld des Biathlon-Weltcups hat chiemgau24.de mit Alois Reiter gesprochen, der seit über zehn Jahren Wettkampfleiter des Biathlon-Weltcups und der stellvertretende Leiter der Chiemgau Arena ist. Hier gibt es alle Informationen zum Weltcup in Ruhpolding

Reiter spricht über die Vorbereitungen zum Weltcup 2020 in Ruhpolding, gibt Einblicke hinter die Kulissen der Chiemgau Arena und spricht über schlaflose Nächte im Vorjahr. Hier gibt es alle Termine zum Weltcup in Ruhpolding

Am 15. Januar beginnt der Weltcup in Ruhpolding. Die Damen laufen im Sprint, der Staffel und im Verfolger. Auch die Männer treten im im Sprint, der Staffel und im Verfolger an. Biathlon in Ruhpolding: Hier sehen sie den Weltcup live im TV, Liveticker und im Livestream

chiemgau24.de: Herr Reiter, Sie sind Wettkampfleiter beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding. Welche Bereiche umfasst ihre Aufgabe genau?

Alois Reiter: Meine Position umfasst alle Bereiche, die mit der sportlichen Abwicklung des Weltcups in Ruhpolding zu tun haben: Das umfasst die Wettkampfstrecke, Schießstand, Wettkampfbüro und die Abzäunung der Strecke. Hinzu kommt die ideale Positionierung der Zuschauer. Soll heißen, dass sie möglichst viel vom Rennen sehen, ohne die Athleten aber zu behindern. All diese Aufgaben erledige ich aber natürlich nicht alleine, sondern koordiniere ein Team, in dem jeder seine Fachbereiche hat.

Wie groß ist dieses Team?

Reiter: Die Kernmannschaft besteht aus zehn Leuten, die feste oder freiberufliche Mitarbeiter sind. Das Team hat in vielen Jahren eine hohe Kompetenz in allen Bereichen aufgebaut, die es für die Veranstaltung eines Biathlon-Weltcups benötigt, entsprechend eingespielt sind unsere Abläufe. Hinzu kommen die Abteilungsleiter des Organisationskomitees mit ihren zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, ohne die ein Weltcup nicht möglich wäre.

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Wann beginnt die Vorbereitung auf einen Weltcup?

Reiter: Bereits im Juni starten wir mit den administrativen Aufgaben. Der sportliche Betrieb geht dann mit der Ausbringung des Sommer-Schneedepots los, das ist ab Anfang Dezember.

Wie ist denn aktuell die schneetechnische Lage? Viel Naturschnee hat es heuer ja nicht gegeben...

Reiter: Aus schneetechnischer Sicht kann der Weltcup zu 100 Prozent stattfinden. Wir hatten keine ungewöhnlich hohen Einbußen, was den Sommerschnee angeht, und auch ein Schneechaos wie im letzten Jahr ist uns erspart geblieben. Wir konnten schon im Vorfeld des Weltcups einen regelmäßigen Trainingsbetrieb garantieren, alles hat gehalten. Insgesamt liegen wir gut in der Zeit, alles läuft nach Plan und wir werden pünktlich zum Weltcup mit allem fertig sein.

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Können Sie uns etwas mehr zum Thema "Sommerschnee" sagen?

Reiter: Es handelt sich hierbei um Kunstschnee, der in den Wintermonaten produziert wird und dann in einem Schneedepot eingelagert wird. Dieses Depot wird ab dem Frühjahr abgedeckt, wasserdicht gemacht und dann ruht der Schnee dort. Im Spätherbst wird das Depot dann geöffnet, der Schnee auf LKWs verladen und dorthin gebracht, wo er benötigt wird.

Wo befindet sich das Schneedepot?

Reiter: Das ist auf dem Gelände der Chiemgau-Arena. So garantieren wir kurze Wege und haben die für uns sinnvollste Lösung gefunden.

Gibt es ein Worst-Case-Szenario?

Reiter: Wenn sich Zuschauer daneben benehmen und die Sicherheit der Strecke oder der Athleten gefährden. Zum Glück ist das Publikum in Ruhpolding großartig und wir müssen uns mit so etwas nur ganz selten auseinandersetzen. Darüber hinaus ist alles, was mit extremen Wetterlagen zusammenhängt, natürlich sehr unangenehm.

Wie reagieren Sie bei extremen Wetterlagen?

Reiter: Es gibt einen Evakuierungsplan, der in der Schublade liegt. Sollte es zu Katastrophenfällen kommen, sind wir eng mit der Polizei, der Feuerwehr und dem Katastrophenschutz abgestimmt.

Was war das kurioseste, was Sie in ihrer Tätigkeit erlebt haben?

Reiter: Die extremen Schneefälle im letzten Jahr haben mir schlaflose Nächte bereitet. Es wurde der Katastrophenfall für die Region ausgerufen, für die Zuschauer wurde ein Betretungsverbot in der Chiemgau-Arena ausgerufen. Das Landratsamt hat dann letztlich entschieden, ob die Wettkämpfe stattfinden oder nicht. Wir als Organisatoren waren zu diesem Zeitpunkt machtlos, entsprechend angespannt war die Situation.

Was wünschen Sie sich für den Weltcup 2020 in Ruhpolding?

Reiter: Stabiles Wetter, spannende und faire Wettkämpfe und dass am Sonntag nach den Verfolgungsrennen alle wieder so so gesund abreisen, wie sie angekommen sind.

Quelle: chiemgau24.de

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