Geldprobleme: Jüngste Weltumseglerin funkt SOS

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Laura Dekker.

Sint Maarten - Die jüngste Soloweltumseglerin funkt SOS, der 15 Jahre alten Niederländerin Laura Dekker ist das Geld ausgegangen.

Während seine Tochter auf der Karibikinsel Saint-Martin Weihnachten und Neujahr feiert, sucht Vater Dick in der Heimat nach neuen Sponsoren. „Wir müssen beten, dass alles ganz bleibt. Laura hat nicht genug Geld, um anfallende Bootsreparaturen zu bezahlen“, berichtete Dick Dekker in der Tageszeitung De Volkskrant. Die Familie habe nicht genug Geld, sie unterwegs zu besuchen, fügte er hinzu.

Dabei verläuft die im Vorfeld kontrovers diskutierte Weltreise seiner Tochter nach Plan. Seit ihrer Abreise aus Gibraltar Ende August hat sie 2200 Meilen oder 4074 Kilometer zurückgelegt und damit den ersten Rekord erzielt. Laura Dekker ist die jüngste Solo-Seglerin, die bisher den Atlantik überquert hat.

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Von Gibraltar aus war sie mit ihrer Yacht „Guppy“ in zehn Tagen zu den Kanarischen Inseln gesegelt. Zwei Monate verblieb sie dort, um sich auf die große Überfahrt vorzubereiten. Sie kaufte Vorräte ein, rüstete „Guppy“ weiter auf und studierte nebenbei auch Schulbücher. Um der Auflage der Schulpflicht im Fernstudium nachzukommen, hatte ihr ein Familienrichter in den Niederlanden im Sommer grünes Licht für die Reise gegeben.

Nach einem Zwischenstop auf den Kapverdischen Inseln war sie am 2. Dezember zur Atlantiküberquerung aufgebrochen. Über die Gefühle von Einsamkeit auf hoher See halfen Laura die Delphine hinweg, schrieb sie in ihr Tagebuch. Die Überfahrt verlief problemlos.

Bei der Ankunft in Saint-Martin fuhren im Hafen viele Boote Spalier und begrüßten den Teenager mit einem Hupkonzert. „Wir sind Speedboot gefahren und zum erstenmal habe ich mit einem Hobbycat gesegelt“, berichtete Laura Dekker.

In einigen Wochen will sie zum Panamakanal weitersegeln. Um jüngste Weltumseglerin aller Zeiten zu werden, muss sie vor dem 16. September zurück in Gibraltar sein.

Sorgen macht sich allerdings ihr Vater. Das Unterstützungsteam besteht nur aus Familienmitgliedern. Es ist ihnen bislang nicht gelungen, neue Sponsoren zu finden. Verhandlungen mit einem TV-Produzenten, der die Reise begleiten wollte, scheiterten.

„Die Fortsetzung der Reise ist nicht gefährdet“, so Vater Dick. „Nur Laura ist mehr auf sich selbst angewiesen, als es geplant war. Betreuung aus den Niederlanden ist nicht möglich. Die Eltern können sie nicht in den Häfen besuchen. Ihren Vorrat muss sie jetzt auch alleine besorgen“, sagte Dick Dekker.

Die Gerichtsverfahren und die Berichterstattung vor der Abreise hätten seiner Meinung nach Sponsoren zurückgehalten. „Wir sind auch keine reiche Familie im Gegensatz zu dem, was manche denken“, so Dick Dekker. Oma Dekker hat inzwischen sogar eine Spendenaktion gestartet. „Laura und Guppy haben den Atlantik problemlos überquert. Ich hoffe, dass dies das Bild verändert und sich neue Sponsoren melden“, sagte Vater Dekker.

sid

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