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45.000 wollen Vitali sehen

Gelsenkirchen - Vitali Klitschko tritt in einem WM-Kampf gegen den früheren polnischen Box-Europameister Albert Sosnowski an. Die Veranstalter rechnen mit 45.000 Zuschauern.

Vitali Klitschko hat das interne Familien-Duell mit seinem Bruder Wladimir verloren. Schon vor dem ersten Gong am Samstagabend (22.10 Uhr/RTL) im WM-Kampf gegen den früheren polnischen Box-Europameister Albert Sosnowski steht fest, Vitali Klitschko wird deutlich weniger Zuschauer in die Fußball-Arena von Schalke 04 locken als Wladimir. Dem hatten vor knapp einem Jahr beim Sieg über den den Usbeken Ruslan Chagaev rund 60.000 Zuschauer zugejubelt. Bei Vitali rechnen die Veranstalter mit maximal 45.000 Gästen.

Die besten Boxer-Sprüche

Die besten Boxer-Sprüche

"Es gab schon viele Weltmeister, die später Alkoholiker wurden. Aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister wurde." Eckhardt Dagge (rechts), Superweltergewichts-Weltmeister 1976. © dpa
George Foreman auf die Frage eines Interviewers, warum seine fünf Söhne alle "George" heißen: "Stellen Sie sich mal mit Ali, Frazier oder Holyfield in den Ring und halten den Kopf hin. Dann sind sie froh, wenn sie sich später nicht so viele Namen merken müssen." © dpa
"Falls Du davon träumst, mich zu schlagen, dann wachst Du besser sofort auf und entschuldigst Dich bei mir!" Muhammad Ali © getty
"Ich weiß, wie ich Mike Tyson schlagen kann!" Das verkündete Peter Mc Neeley 1995 vor seinem Kampf gegen Mike Tyson (links). Tyson haute McNeeley (rechts) anschließend in der ersten Runde K.o. © dpa
"Er war unheimlich schnell als Champion. Er war so schnell, dass er das Licht löschte und im Bett war, bevor es im Schlafzimmer dunkel wurde..." George Foreman (links) über Muhammad Ali (rechts). Foreman wurde bei dem legendären Fight der beiden 1975 in Zaire ausgeknockt. © AP
"Es gibt schlaue Deutsche und schlaue Polen, aber Du bist ein dummer Pole. Mit Dir kann man nicht diskutieren, Du bist zu dumm..“ Graciano "Rocky" Rocchigiani (rechts) zu Dariusz "Tiger" Michalczewski (links) auf einer Pressekonferenz vor dem Kampf im Januar 2000. © dpa
„Er ist ein Asozialer. Der sollte sich auf der Straße prügeln". “ Der Tiger im April 2000 über Rocky. © dpa
Muhammad Ali wurde in einem Flugzeug vor dem Start von einer Stewardess aufgefordert, den Gurt anzulegen. Ali prahlte: "Superman braucht keinen Gurt." Die Stewardess konterte: "Superman braucht kein Flugzeug." © dpa
"Einmal machte ich zwei Wochen lang Diät. Alles was ich verloren habe, waren zwei Wochen." George Foreman © dpa
"In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal." Vitali Klitschko rechnete sich gute Chancen für sein Comeback aus. © dpa
Auf die 1939 gestellte Frage, ob er eigentlich wisse, wer William Shakespeare sei, antwortete Schwergewichtsboxer Tony "The TNT Kid" Galento: "Shakespeare? Ich habe noch nie von ihm gehört. Ich vermute mal, er ist einer dieser ausländischen Schwergewichtler. Die sind alle lausig. Eins ist sicher, ich vermöbel den Penner." Da war die Dichterlegende nur schon fast ein halbes Jahrtausend tot. © dpa
Vor seinem letzten Profi-Kampf gegen Trevor Berbick (links) 1981 war Muhammad Ali (rechts) schon deutlich von seiner Parkinsonkrankheit gezeichnet. Die Bedenken, ob er überhaupt noch antreten solle, kommentierte Ali trocken: "Noch nie in der Weltgeschichte haben sich so viele weiße Menschen um einen Neger solche Sorgen gemacht." © dpa
Alis Humor ist legendär: Nachdem er durch einen IQ-Test der US-Armee fiel, meinte er nur: “Ich sagte, ich bin der Größte. Ich sagte nicht, ich bin der Klügste” © dpa
Halbschwergewichtler Willie Pastranos kassierte böse Treffer bei einem Kampf in New York. Als er vom Ringarzt gefragt wurde, ob er überhaupt wisse, wo er sei, sagte Pastrano: “Davon kannst Du verdammt noch mal ausgehen. Ich bin im Madison Square Garden, wo ich gerade die Scheiße aus mir herausgeprügelt bekomme” © dpa
Ralf Rocchigiani lästerte: “Torsten May ist nicht WM-würdig. Der trinkt und raucht nicht” © dpa
Mike Tyson hörte von einem Reporter, dass sein Gegner Bruce Seldon über beeindruckende athletische Fähigkeiten verfüge. Tyson meinte nur: "Was will er tun, wenn ich ihn voll treffe? Hürdenlaufen?" Einen Tag später haute er Seldon in der ersten Runde die Lichter aus. © dpa
Mittelgewichts-Legende Hector "Macho" Camacho über seine Vorlieben: "Meine Frau buht mich aus, wenn wir Sex haben. Sie weiß, dass mich das anmacht." © dpa
Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis erzählte, wie er sich an seine einzige KO-Niederlage 1994 gegen Oliver McCall erinnert: "Plötzlich wachte ich auf, lag auf dem Boden und der Ringrichter starrte mir ins Gesicht und brüllte: sechs, drei, sieben, fünf!" © dpa
"Iron-Mike" Tyson über sich selbst: "Ich weiß, ich bin ein Arschloch, aber das ist nun mal mein Stil." © dpa
Bundeskanzler Konrad Adenauer zu Hein ten Hoff, als der 1952 Europameister im Schwergewicht geworden war und auf USA-Reise ging: "Nun boxen Sie mal schön, aber vergessen Sie nicht, daß wir mit den Amerikanern jetzt befreundet sind." © dpa
"Das Ohr ist durch einen Schlag abgeflogen", erklärte Mike Tyson (links), nachdem er Evander Holyfield (rechts) 1997 ein Stück seines Ohrs abgebissen hatte. Das Foto beweist das Gegenteil... © dpa
Der frühere britische Europa- und Weltmeister im Mittelgewicht, Alan Minter, meinte leicht verharmlosend: "Sicher, es gab Verletzungen und Todesfälle im Boxsport. Aber keine ernsthaften." © Getty
"Man weiß ja nicht, wie groß das bei einem da unten alles ist." Premiere-Kommentator und Ex-Profi Axel Schulz während des "Tiefschlag-Festivals" zwischen John Ruiz und Kirk Johnson. © dpa
"Er ist ein Typ der morgens um sechs Uhr aufsteht, egal welche Uhrzeit es ist." Coach Lou Duva 1996 über das harte Training von Andrew Golota (links). © Getty
"Ich werde dieses Interview sofort abbrechen, wenn Sie nicht ihr Maul halten!" US-Kommentatorenlegende Larry Merchant (Foto) während eines Interviews mit Hector Camacho Jr. zu Promoter Dan Goossen - der sagte Camacho die Antworten vor. © Screenshot: Youtube
Auf die Reporter-Frage, wie es denn zu seinem WM-Gewinn kam, antwortete Ralf Rocchigiani: “Ich habe es mal mit Training versucht” © dpa
"Ich finde, die Deutschen sind wunderbare Leute." Promoter-Legende Don King 1995 nach dem Skandal-Kampf zwischen Axel Schulz und Francis Botha, bei dem die aufgebrachten Zuschauer den Ring bewarfen. © dpa
„Warum sind Sie Boxer?“ wurde der irische Federgewichts-Champion Barry McGuigan (links) gefragt. Seine Antwort: „Weil ich kein Dichter bin. Ich kann keine Geschichten erzählen.“ © Getty
Mike Tyson über seine Ring-Strategie: "Ich versuche, die Nasenspitze meines Gegners zu treffen. Ich will ihm das Nasenbein ins Gehirn treiben." © Getty
Vor seinem Kampf gegen Rocky Marciano (Foto) verkündete Schwergewichts-Weltmeister "Jersey" Joe Walcott 1952: "Ihr könnt meinen Namen aus den Annalen streichen, wenn Marciano mich besiegt!" Marciano haute Walcott in der ersten Runde um. © AP
"Warum glaubte irgendjemand, dass er schlauer rauskommt? Er war drei Jahre im Knast - nicht auf der Uni." Promoter Dan Duva über Tyson, der sich vertraglich wieder an Don King band, kaum dass Tyson wieder ungesiebte Luft atmete. © dpa
"Mann am Boden - jutet Jefühl" Lebensweisheit des Philosophen und Boxers Graciano "Rocky" Rocchigiani. © dpa
"Keiner versteht, warum Holyfield gegen Tyson kämpfen will. Wäre es nicht einfacher, sich vor einen fahrenden Zug zu stellen?" Das fragte sich Schwergewichtler Michael Moorer. Doch entgegen seiner Prognose besiegte Holyfield Tyson 1996 per K.o. © dpa
"Wir sind verheiratet, wie Vater und Sohn." So beschrieb Promoter Don King sein Verhältnis zu Halbmittelgewichtler Julio César Chavez. © dpa
Quizmaster und TV-Legende Robert Lembke ("Was bin ich?") befand: "In dieser Welt sind die einzigen Menschen, die noch die Rechte anderer beachten, die Berufsboxer." © dpa
"Foreman kann mich gar nicht getroffen haben, die Hallendecke muß heruntergekommen sein." "Smokin'" Joe Frazier (links) wurde von Foreman (rechts) 1973 mit einem linken Aufwärtshaken ausgeknockt. Frazier hob bei diesem Treffer mit beiden Beinen vom Boden ab. © Getty

Für Vitali Klitschko ist es dennoch „ein Traum“, im Schalker Fußball-Tempel zu boxen. Gerüchte, er könnte nach dem eingeplanten Sieg über den Polen das Handtuch werfen und sich ganz seiner politischen Laufbahn in der Ukraine widmen, hat der 38 Jahre alte WBC-Champion kühn vom Tisch gefegt: „Ich habe noch genug trockenes Pulver. Erst wenn ich merke, dass es nicht mehr trocken ist, höre ich auf.“ Zudem offeriert TV-Partner RTL den beiden Klitschkos nach Informationen der „Bild“-Zeitung ein neues Vertragsangebot über 15 Millionen Euro für fünf Kämpfe (3 Wladimir, 2 Vitali).

Mit seiner Aussage, die Zuschauer werden in der Veltins-Arena “einen neuen Klitschko“ sehen, hat der WBC-Champion die Fans neugierig gemacht. Neu wird mit Sicherheit der Bart sein, den sich der 2,02-Meter-Hüne seit dem Trainingslager in einer einsamen Almhütte am Wilden Kaiser in Tirol stehen lässt. Ehefrau Natalia, die gegen den Wunsch ihres Ehemanns am Ring Platz nehmen wird, findet die Stoppeln „cool“.

Nicht nur gewinnen - schön gewinnen

Den Herausforderer als gefürchteten Klitschko-Jäger zu verkaufen, fällt schwer. Der 31 Jahre alte Sosnowski hat weder einen klangvollen Namen, noch ist er in der Schwergewichtsszene sonderlich aufgefallen. Seinen Europameistertitel musste der Pole mit Wohnsitz in England für die WM-Chance niederlegen; in der verbandsübergreifenden Weltrangliste nimmt er Platz 20 ein. 48 Box-Profi-Kämpfe hat der frühere Warschauer Fecht-Vizemeister bestritten. 45 mal ging Sosnowski als Sieger aus dem Ring, davon 27 mal nach einem K.o. - Klitschko bringt es auf eine K.o.-Bilanz von 37 bei 39 Siegen.

Ein Grüß-August soll Sosnowski jedenfalls nicht sein. “Er ist bestimmt kein leichtes Opfer. Wir müssen unglaublich aufpassen“, warnt Trainer Fritz Sdunek und vermutet, dass der 13 Zentimeter kleinere, aber flinke Pole überfallartig angreifen wird. “Ich erwarte eine richtige Schlacht“, meint Klitschko gar. Der leidenschaftliche Poker-Spieler Sosnowski reibt sich jedenfalls die Hände. Er sieht in seiner Verpflichtung als Gegner einen Leichtsinnsfehler des Klitschko-Managements: “Ich bin hierhergekommen, um Geschichte zu schreiben. Vitali hat seinen Zenit überschritten.“

Bei allem Säbelgerassel will Klitschko seiner Linie treubleiben. „Ich will beweisen, dass ich der Stärkste der Welt bin“, verspricht der Ukrainer und berichtet, seine Beinarbeit verbessert zu haben und athletischer geworden zu sein. Nicht nur einfach gewinnen, lautet sein Credo, sondern „schön gewinnen“, möglichst durch K.o. Klitschko: “Boxen ist keine wilde Schlägerei, sondern große Kunst“.

dpa

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