Morgenstern lässt Hannawald bangen

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Thomas Morgenstern

Oberstdorf - Thomas Morgenstern hat seine Favoritenstellung bei der Vierschanzentournee mit dem Auftaktsieg in Oberstdorf eindrucksvoll untermauert. Sven Hannawald muss bangen.

Sven Hannawald bangt um die Einmaligkeit seines Vierfach-Triumphs, Bundestrainer Werner Schuster ist begeistert - nur Thomas Morgenstern blieb in der Stunde des Erfolges ganz cool. “Es bringt nichts, jetzt schon Gedanken an den Gesamtsieg und damit Energie zu verschwenden“, sagte der Österreicher nach seinem überlegenen Auftaktsieg bei der Vierschanzentournee.

Mit seinem Gala-Auftritt in Oberstdorf verschaffte sich der 24-Jährige bereits ein dickes Polster im Kampf um das Siegerauto und verbreitete nicht nur bei der Konkurrenz Angst und Schrecken. “Ich habe Angst, dass er meinen Rekord knackt“, sagte Tournee-Legende Hannawald, der als bisher einziger Skispringer alle vier Wettbewerbe in einem Jahr gewinnen konnte.

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Die Sorge ist nicht unbegründet, denn Morgenstern springt in diesem Winter wie von einem anderen Stern. “Er hebt sich aus der Masse ab. Er springt fantastisch“, lobte Schuster. Mit dem fünften Saisonsieg baute Morgenstern auch seinen Vorsprung im Weltcup auf 180 Zähler vor Tournee-Titelverteidiger Andreas Kofler aus. “Ich weiß, dass meine Technik, mein ganzes Paket auf einer sehr guten Basis steht und ich mich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lasse“, verriet der dreimalige Olympiasieger sein Erfolgsrezept.

Anders als zu Beginn seiner Karriere wirkt Morgenstern gereift und innerlich gefestigt. “Ich habe sehr viel im mentalen Bereich gemacht, auf diesem Sektor mit jemandem zusammengearbeitet. Dadurch habe ich viel gelernt und mich weiterentwickelt“, erzählte der 19-fache Weltcupsieger.

Dies versetzt ihn in die Lage, seine Stärken auf der Schanze bei Wind und Wetter auszuspielen. “Wenn die Ampel auf grün springt, habe ich irgendwelche Verhältnisse, die ich nicht beeinflussen kann. Ich muss dann mein Potenzial abrufen und weiß, dass dies bei vielen Bedingungen klappt. Das hat mit der Technik zu tun. Ich trainiere seit vielen Jahren, dass ich eine gewisse Power in den Haxen habe“, sagte Morgenstern.

Dem weiteren Tourneeverlauf sieht er daher gelassen entgegen. “Ich probiere, so gut wie möglich mit der Situation umzugehen und gut ins neue Jahr zu starten. Es ist schön, einen solchen Vorsprung zu haben, aber es gibt noch drei Springen“, meinte Morgenstern und fügte hinzu: “Das Fundament ist gelegt, aber man muss auch ein Haus draufstellen.“

Eric Dobias, dpa

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