Vettel: "WM startet wieder bei Null"

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Jetzt wird's richtig spannend, erwartet Sebastian Vettel

Spa-Francorchamps - Die Formel-1-WM ist vor dem Rennen in Spa zum Fünfkampf geworden. Sebastian Vettel will im Titel-Endspurt nicht länger Geschenke verteilen - nicht einmal zum Geburtstag seines Teamkollegen.

Sebastian Vettel will bei der Mutprobe Spa ein Zeichen im Formel-1-Titelkampf setzen. “Die WM startet so ziemlich wieder bei Null. Alles zählt, jedes einzelne Rennen. Wir sind in einer sehr guten Ausgangsposition, also: Attacke“, sagte der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim am Donnerstag. Bei zehn Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Mark Webber vor dem Großen Preis von Belgien am Sonntag sieht auch Rekordchampion Michael Schumacher Kumpel Vettel dick im Geschäft, warnte aber: “Es ist eng. Es geht um so viele Dinge, und am Ende entscheidet auch das Glück.“

Hier kurvt Vettel durch Heppenheim

Vettel kurvt durch seine Heimatstadt Heppenheim

Für Schumacher selbst ist vor dem Comeback in seinem “Wohnzimmer“ Spa-Francorchamps der WM-Zug schon längst abgefahren. Daher forderte der 41-Jährige sein Mercedes-Team vor dem Ardennen-Rennen erneut auf, die Entwicklung des Autos für die kommende Saison in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei müsse der Rennstall “vielleicht die ein oder andere innovative Idee mit einfließen lassen, die uns einen Vorsprung bringt“, mahnte Schumacher in einem Video-Beitrag. “Wenn wir das gleiche machen wie alle anderen, sind wir auch nur gleich stark.“

Der Gedanke an 2011 ist für Vettel noch fern. “Wenn man die WM gewinnen kann, dann richtet man auch den Fokus darauf. Bei McLaren und Ferrari wird es genauso sein und sie werden uns sicher bis zum Saisonende jagen“, erklärte der Hesse. 151 Punkte hat der 23-Jährige derzeit auf dem Konto, neben Teamkollege Webber (161) liegt auch noch McLaren-Fahrer Lewis Hamilton (157) vor ihm. “Ja, wir hätten mehr Punkte haben müssen“, räumte Vettel in Spa erneut ein. Pech und eigene Fehler verhinderten jedoch bislang den Sprung an die WM-Spitze. “Bei uns sagt man: Lebbe geht weiter“, sagte Vettel.

Dennoch richtet er vor dem Titel-Endspurt auch den Blick in den Rückspiegel und hat dabei vorn allem noch Ferrari-Star Fernando Alonso auf der Rechnung. Der Spanier ist mit 141 Punkten Fünfter hinter Titelverteidiger Jenson Button (147). “Fernando ist mit ein, zwei guten Rennen wieder in den Titelkampf zurückgekommen. Das zeigt, wie schnell es gehen kann“, erklärte Vettel.

Doch trotz des Drucks zeigte sich der Vize-Weltmeister vor der Berg-und-Tal-Fahrt auf der mit 7,004 Kilometern längsten Strecke des Formel-1-Kalenders entspannt wie lange nicht mehr. Die Sommerpause hat ihm offensichtlich gut getan. Auf die Frage nach einem Präsent für den 34. Geburtstag seines Stallrivalen Webber scherzte er mit typischem Vettel-Humor: “Im Hotel haben sie doch diese kleinen Shampooflaschen. Das wäre doch ein gutes Last-Minute-Geschenk.“

Wie bei Vettel ist bei den meisten seiner Kollegen im Fahrerlager die Vorfreude auf die “Ardennen-Achterbahn“ groß. “Die Strecke hat einen hohen Spaßfaktor für die Fahrer“, befand Williams-Pilot Nico Hülkenberg aus Emmerich. Vor allem die legendäre Vollgas-Kurve “Eau Rouge“ bringt die PS-Stars zum Schwärmen. “Einfach atemberaubend“, sagte der Gräfelfinger Adrian Sutil (Force India). “Auf der Geraden danach läuft dir der kalte Schweiß runter“, verriet Rubens Barrichello.

Der Williams-Veteran fährt nach eigener Rechnung am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) seinen 300. Grand Prix. “Gratulation. Das ist schon eine beachtliche Leistung“, sagte sein früherer Ferrari-Teamgefährte Schumacher. Per SMS schickte der Deutsche dem Brasilianer seine Glückwünsche und nutzte die Gelegenheit auch gleich, sich für seine Rüpel-Attacke von Ungarn vor vier Wochen zu entschuldigen. Das überharte Manöver bringt Schumacher auch in Belgien noch einmal in Bedrängnis: Zur Strafe muss er zehn Plätze weiter hinten starten.

dpa

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