Zwei Liegestühle stehen am Strand.
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Symbolbild: Deutsche Urlauber erhalten ihr Geld für einen gebuchten Urlaub oft nur bei Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes zurück. Ein Gerichtsurteil stärkt nun Verbraucher.

Reisen

Corona: Geld zurück für gebuchten Urlaub? Gerichtsurteil stärkt Verbraucher 

Viele Reisende mussten ihren Urlaub wegen der Corona-Krise stornieren. Das Geld gibt es oft nur bei Reisewarnungen zurück. Doch ein Frankfurter Amtsgericht überrascht mit einem Urteil.

  • Die Corona-Pandemie hat das Reisegeschehen auf der Welt stark eingeschränkt.
  • Viele Urlauber müssen ihre gebuchten Reisen stornieren.
  • Ein neues Urteil stärkt nun die Verbraucher.

Kassel - Eine leckere Pizza in Rom genießen, am Strand von Hawaii surfen oder eine Après-Ski-Party in Österreich feiern: Deutsche mussten über Wochen auf Urlaubsreisen verzichten. Das Coronavirus hatte das globale Reisegeschehen lahmgelegt. Mitte Juni lockerte das Auswärtige Amt die Reisewarnung für 31 europäische Staaten. Doch die Corona-Zahlen steigen in vielen Ländern wieder. Daher spricht das Auswärtige Amt neue Reisewarnungen aus.

Corona-Krise: Kunden können ihren Urlaub kostenfrei stornieren

Nun fragen sich viele Urlauber: Kann ich meine gebuchte Reise ins Ausland stornieren und bekomme ich mein Geld zurückerstattet? Grundsätzlich gilt: Kunden können eine Pauschalreise kostenfrei stornieren, wenn am Urlaubsort oder in dessen unmittelbarer Nähe „unvermeidbare und außergewöhnliche Umstände auftreten“, schreibt Stiftung Warentest.

Als Indiz für außergewöhnliche Umstände gelten Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Das bedeutet: Wenn für Urlaubsländer eine aktuelle Reisewarnung besteht, können Urlauber ihre Pauschalreisen kostenfrei stornieren. Dann bekommen Urlauber ihr Geld zurück.

Allerdings gibt es trotz Corona zurzeit keine Reisewarnung für die meisten Staaten in Europa. So besteht eine geringere Chance dafür, dass Urlauber ihr Geld für die Reisekosten in europäische Länder erstattet bekommen.

Urlaub und Corona: Urteil stärkt Verbraucher - Kläger bekommt Geld zurück

Doch ein kürzlich gesprochenes Urteil am Amtsgericht in Frankfurt stärkt nun die Verbraucher: Ein Mann hatte im März seinen geplanten Urlaub in den Golf von Neapel wegen der Corona-Krise storniert, obwohl zu diesem Zeitpunkt keine Reisewarnung für die italienische Region bestand. Der Reise-Veranstalter hatte auf einen Teil der Kosten bestanden.

Das Gericht gab dem Kläger recht. Die Begründung: Eine Reisewarnung für das Gebiet sei nicht erforderlich. Es genüge eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine gesundheitsgefährdende Ausbreitung des Coronavirus. Das sei zum Zeitpunkt der Reise-Stornierung für ganz Italien der Fall gewesen. Das Urteil ist rechtskräftig.

Corona: Reiseveranstalter zahlt Geld für Urlaub zurück

In Bezug auf die Corona-Krise komme es darauf an, wann der Reisende zurückgetreten ist und ob die Gegebenheiten am Urlaubsort zu dieser Zeit bereits als außergewöhnliche Umstände zu qualifizieren waren, begründet das Gericht sein Urteil. Grundsätzlich seien an die Darlegung des Reisenden keine allzu strengen Anforderungen zu stellen. Der Kläger bekam vom Reiseveranstalter sein Geld zurück. (Jan-Frederik Wendt)

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