Schreckliches Unglück vor Libyen

31 Flüchtlinge bei Rettungsaktion von Haien gefressen

Während einer Rettungsaktion auf dem Mittelmeer sind 31 Flüchtlings von Haien angegriffen und getötet worden. Das teilte die libysche Marine mit.

Tripolis - Die Flüchtlinge waren am Freitag mit zwei völlig überfüllten Booten von Afrika Richtung Italien unterwegs, doch das Boot kenterte vor Libyen. 31 Personen sollten tot sein, weitere 40 werden vermisst, wie die englische Times berichtet. Die alarmierte Küstenwache eilte mit zwei Rettungsbooten zum Einsatzort, dort bot sich den Helfern ein Bild des Grauens. Mehrere Flüchtlinge sollen im Wasser geschwommen und von Haien attackiert worden sein.

Unter den Toten waren Kinder und Frauen, die von bis zu fünf Blauhaien attackiert worden sein sollen. Die libysche Marine schreibt auf ihrer Facebookseite: "Wir fanden Dutzende von Leichen, die im Wasser trieben, und zwei kleine Boote, an denen sich Hunderte von Menschen an Bord drängten und andere an Bord kletterten oder versuchten, an Bord zu klettern, um den Haien zu entkommen."

Die Flüchtlinge wurden 40 Meilen vor der Küste Nordafrikas gefunden und wollten nach Süditalien oder Malta flüchten. 200 Flüchtlinge konnten gerettet werden. 

3.000 Bootsflüchtlinge seit Jahresbeginn vor Europa ertrunken

Mehr als 3.000 Menschen sind seit Jahresbeginn beim Versuch einer Einreise nach Europa über das Mittelmeer ums Leben gekommen. Die Zahl der Toten liege das vierte Jahr in Folge in dieser Größenordnung, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Dienstag in Genf mit. Seit Oktober 2013 starben demnach insgesamt mehr als 15.000 Bootsflüchtlinge. Damit ereigneten sich über die Hälfte aller Todesfälle von Flüchtlingen und Migranten weltweit vor Europas Küsten.

Statt diese „tragische Statistik“ fortzuschreiben, sei Handeln nötig, sagte IOM-Generaldirektor William Lacy Swing. Die jüngsten Zahlen sowie die Nachrichten über Sklavenmärkte in Libyen, die Entrechtung der Opfer von Menschenschmugglern und die Lage in libyschen Flüchtlingslagern verlangten Aufmerksamkeit. Es sei nötig, diese Praktiken zu beenden und die Migration auf sichere und geregelte Weise zu organisieren, so Swing.

Den Angaben zufolge starben seit Anfang des Jahres allein zwischen Nordafrika und Italien 2.803 Menschen; vor der spanischen Küste waren es 169, in der Ägäis 61. Knapp 164.000 Menschen erreichten Europa lebend auf dem Seeweg. Im gesamten Jahr 2016 kamen laut IOM rund 363.400 Migranten und Flüchtlinge über das Mittelmeer an.

Matthias Kernstock

Rubriklistenbild: © dpa

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