Gewalt in Indien

Blutige Ausschreitungen nach Urteil gegen indischen Guru

Anhänger des indischen Gurus greifen in Panchkula einen Journalisten an. Foto: Altaf Qadri
1 von 6
Anhänger des indischen Gurus greifen in Panchkula einen Journalisten an. Foto: Altaf Qadri
Der indische Guru Gurmeet Ram Rahim Singh ist der Vergewaltigung zweier seiner Anhängerinnen schuldig gesprochen worden. Foto: Tsering Topgyal/Archiv
2 von 6
Der indische Guru Gurmeet Ram Rahim Singh ist der Vergewaltigung zweier seiner Anhängerinnen schuldig gesprochen worden. Foto: Tsering Topgyal/Archiv
Rauch und Feuer über Panchkula (Indien). Hier protestieren Anhänger des Gurus gegen seine Verurteilung. Foto: Altaf Qadri
3 von 6
Rauch und Feuer über Panchkula (Indien). Hier protestieren Anhänger des Gurus gegen seine Verurteilung. Foto: Altaf Qadri
Anhänger des indischen Gurus randalieren in Panchkula (Indien) mit Stöcken und Steinen. Foto: Kapil Sethi
4 von 6
Anhänger des indischen Gurus randalieren in Panchkula (Indien) mit Stöcken und Steinen. Foto: Kapil Sethi
Ein Zug, der bei den Ausschreitungen in Neu Delhi (Indien) ausbrannte. Foto: Manish Swarup
5 von 6
Ein Zug, der bei den Ausschreitungen in Neu Delhi (Indien) ausbrannte. Foto: Manish Swarup
Brennende Fahrzeugwracks in Neu Delhi (Indien). Foto: Altaf Qadri
6 von 6
Brennende Fahrzeugwracks in Neu Delhi (Indien). Foto: Altaf Qadri

Ein beliebter, extravaganter Guru muss in Indien wegen Vergewaltigung ins Gefängnis. Tausende seiner Anhänger lassen ihrer Wut freien Lauf. Mindestens 30 Menschen sterben.

Panchkula (dpa) - Bei Krawallen nach der Verurteilung eines Gurus in Indien wegen Vergewaltigung sind einem Medienbericht zufolge mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Viele weitere seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur IANS unter Berufung auf Polizei und Krankenhäuser. Mehr als 100.000 Verehrer des Star-Spirituellen Gurmeet Ram Rahim Singh waren zur Urteilsverkündung am Freitag in die nordindische Stadt Panchkula gekommen. Nachdem dieser der Vergewaltigung zweier Anhängerinnen im Jahr 2002 schuldig gesprochen wurde, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Videobilder zeigten chaotische Szenen: Randalierer warfen Steine, legten Feuer und zerstörten Übertragungswagen von Fernsehsendern. Polizisten gingen mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Schlagstöcken vor. Medienberichten zufolge schossen sie auch auf die Randalierer. Die Armee setzte nach eigenen Angaben 600 Soldaten ein. Am Rande der rund 250 Kilometer entfernten Hauptstadt Neu Delhi zündeten Anhänger von Ram Rahim Berichten zufolge leere Busse und Zugwaggons an.

Wegen der erwarteten Ausschreitungen waren Panchkula und die Nachbarstadt Chandigarh seit Donnerstag lahmgelegt: Schulen und Büros blieben geschlossen, Busse und Züge standen still. Der mobile Internetzugang wurde unterbrochen. Drei Cricket-Stadien waren als Übergangsgefängnisse für festgenommene Krawallmacher vorgesehen. Nach Ausbruch der Gewalt verkündeten die Behörden eine Ausgangssperre in mehreren Orten in der Gegend.

Der 50-jährige Ram Rahim ist ein selbsternannter Heiliger und Anführer der spirituellen Organisation "Dera Sacha Sauda" (etwa: Sekte des wahren Geschäfts), die auch politischen Einfluss hat. Die Gruppe, die zu keiner größeren Religion gehört, hat nach eigenen Angaben 60 Millionen Mitglieder. Ihnen predigt Ram Rahim unter anderem Meditation; er organisiert zudem soziale Projekte und Umweltaktionen. Er zeigt sich häufig auf einem Motorrad und trägt gern funkelnden Schmuck. Er ist auch Popsänger und hat Action-Filme mit sich selbst in der Hauptrolle als "Bote Gottes" gedreht.

Das Strafmaß gegen den Guru soll am Montag verkündet werden. Er wurde per Hubschrauber aus Panchkula ausgeflogen. In einem anderen Verfahren ist er wegen Mordes an einem Journalisten angeklagt. Ram Rahim wird außerdem vorgeworfen, Hunderte seiner Anhänger zur Kastration gezwungen zu haben.

Trailer zum Film "The Messenger" von Guru Ram Rahim

Musikvideo von Guru Ram Rahim

Das könnte Sie auch interessieren

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.

Kommentare