Steigende Corona-Infektionen

Kurz vor Lockdown: Winfried Kretschmann fordert Bürger auf, Kontakte zu vermeiden

Die Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg werden strenger. Vieles ist aber nach wie vor erlaubt. Winfried Kretschmann fordert die Menschen dennoch zum Verzicht auf.

Stuttgart - Nach wie vor erzielen die Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg (BW24* berichtete) nicht den gewünschten Effekt. Landesweit nimmt die Zahl der Neuinfektionen zu. Der Landkreis Esslingen löste als erstes Corona-Alarm aus.* Kurz darauf zog auch die Landeshauptstadt nach. Auch Stuttgart gilt seitdem als Risikogebiet.*

Laut Landesgesundheitsamt überschreiten inzwischen 15 Kreise in Baden-Württemberg die 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen. In Baden-Württemberg gilt deshalb die höchste Warnstufe mit neuen Beschränkungen.* Dazu gehört eine generelle Maskenpflicht im öffentlichen Raum und die Beschränkung von Ansammlungen auf zehn Personen. Darüber hinaus gilt in Stuttgart eine Sperrstunde und Alkoholverbot im ganzen Stadtgebiet.*

Angesichts der bedrohlichen Lage stellte Winfried Kretschmann bereits ein Lockdown-Ultimatum.* Wenn die Maßnahmen nicht innerhalb von zehn Tagen wirken, folgt ein erneuter Lockdown. Bereits Mitte Oktober hatte Kretschmann wegen des Corona-Alarms in Stuttgart Egoisten entlarvt.* Jetzt erneuerte er seinen Appell und forderte die Bürger im Südwesten auf, Kontakte zu vermeiden.

Winfried Kretschmann ermahnt Bürger angesichts steigender Corona-Infektionen zur Vernunft

Mitte Oktober hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann* bereits mahnenden Worte an die Bevölkerung gerichtet. „Ich erwarte von den Bürgern, dass sie aus Verantwortungsbewusstsein nicht mehr alles machen, was sie noch dürfen“, sagte Winfried Kretschmann.

Coronavirus in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann bittet die Bürger im Land um Kontaktverzicht.

Besonders junge Menschen forderte der Ministerpräsident Baden-Württembergs zu mehr Solidarität auf. „Ich kann ja verstehen, dass die Jungen gern feiern würden. Doch sie müssen jetzt solidarisch mit den Alten sein, so wie die Alten beim Kampf gegen den Klimawandel solidarisch mit den Jungen sein müssen“, so Winfried Kretschmann.

Diese Mahnung erneuerte Winfried Kretschmann nun - und warnte vor dramatischen Folgen. Die Bürger müssten nun diszipliniert sein, sonst werde man auf einen Lockdown zurückgreifen müssen mit enormen Kollateralschäden, warnte der Ministerpräsident. Man habe nicht mehr viele Dinge im Köcher bis zu dieser großen Maßnahme, sagte er mit Blick auf Beschränkungen.

Kontaktverzicht wegen Coronavirus: Winfried Kretschmann weitet Beschränkungen auf Beerdigungen aus

Unterstützung bei seinen Forderungen erhielt Winfried Kretschmann von Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha. „Wir gewinnen das Spiel und verflachen die Kurve durch Gesamtreduktion unserer sozialen Kontakte“, erklärte er. Zusätzlich zu den bereits getroffenen Maßnahmen gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg beschränkte die Landesregierung die Teilnehmerzahl für Trauergottesdienste und Bestattungen im Freien auf 100 Personen.

„Eine Trauerfeier mit 100 Personen ist jetzt nicht gerade an der Grenze der Pietät“, erklärte Winfried Kretschmann dazu. „Es muss ja niemand Angst haben, dass wir auf Friedhöfe gehen und sagen: Du darfst da nicht stehen.“ Die Landeskirchen und Diözesen seien gut organisiert. Probleme sieht Winfried Kretschmann vor allem bei muslimischen und freikirchlichen Trauerfeiern, wo sich Hunderte Personen treffen würden.

„Das sind die Problemzonen“, so Winfried Kretschmann. „Da wir das immer für alle gleich machen müssen, sind wir aufgrund solcher Vorkommnisse leider dazu gezwungen.“ Die Landesregierung sieht sich anlässlich immer wieder aufkeimender Kritik dazu gezwungen, die Beschränkungen zu rechtfertigen.

Das Wissenschaftsministerium hat unlängst Forscher beauftragt, die Corona-Maßnahmen in Baden-Württemberg zu prüfen.* In vierzehn Tagen werde man sich die Kurve der Corona-Infektionen anschauen und über weitere Schritte entscheiden, so Gesundheitsminister Manne Lucha. (*BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks)

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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