Schauspielerin geht an die Öffentlichkeit

„Er fasste mich von hinten an“ Belästigungsvorwurf gegen Ex-US-Präsident Bush

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Ex-US-Präsident George Bush sieht sich mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert.

Nach Größen aus der Filmbranche sieht sich auch der frühere US-Präsident George Bush mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung konfrontiert.

Washington - Bei einer Veranstaltung zur Vermarktung der Fernsehserie "Turn: Washington's Spies" vor vier Jahren sei sie dem im Rollstuhl sitzenden Ex-Präsidenten begegnet, schrieb die 34-jährige Schauspielerin Heather Lind in einer Mitteilung im Online-Dienst Instagram, die sie später löschte. Dabei habe Bush sie "sexuell angegriffen".

"Er schüttelte nicht meine Hand", schilderte Lind ihr Zusammentreffen mit dem heute 93-jährigen Bush. "Er fasste mich aus seinem Rollstuhl von hinten an, während seine Frau Barbara Bush neben ihm stand. Er erzählte mir einen schmutzigen Witz." Als bei der Veranstaltung später Fotos gemacht worden seien, habe Bush die Geste wiederholt. Seine Frau habe dazu mit den Augen gerollt, "als wollte sie sagen: 'Nicht schon wieder'".

„Ich finde es verstörend“

Dass sie erst vier Jahre nach dem Vorfall damit an die Öffentlichkeit geht, begründete Lind damit, dass sie Bush am Wochenende zusammen mit den vier anderen noch lebenden Ex-US-Präsidenten bei einem Benefizkonzert für Hurrikan-Opfer gesehen habe. "Ich finde es verstörend, weil ich den Respekt bemerkte, den Ex-Präsidenten für ihre Dienste bekommen", schrieb die Schauspielerin.

Bush dementierte seine Begegnung mit Lind nicht. Es habe sich aber um einen ungeschickten Scherz des Ex-Präsidenten gehandelt, erklärte sein Sprecher in einer Mitteilungen an die Zeitungen "Daily Mail" und "New York Daily News". "Präsident Bush würde nie - unter keinen Umständen - absichtlich irgendjemandem ein Leid antun und er entschuldigt sich höchst aufrichtig, wenn sein Humor-Versuch Frau Lind beleidigt hat", hieß es in der Erklärung.

Skandal um Harvey Weinstein löste „MeToo“-Bewegung aus

In den vergangenen Wochen hat der Belästigungs- und Vergewaltigungsskandal um den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein einen weltweiten Aufschrei ausgelöst. Zehntausende Frauen berichten seitdem in sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort "MeToo" (Ich auch) über ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen.

Zuvor hatten dutzende Frauen dem lange sehr einflussreichen Weinstein sexuellen Missbrauch und in einigen Fällen sogar Vergewaltigung vorgeworfen. Auch dem US-Regisseur James Toback warfen einem Zeitungsbericht zufolge fast 40 Frauen sexuelle Belästigung vor.

AfP

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