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BKA-Suche nach Kinderschänder erfolgreich: Opfer und Täter identifiziert

Wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern fahndeten Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) mit Bildern des Opfers nach einem unbekannten Tatverdächtigen. Die Suche war erfolgreich.

Update vom 9. Oktober, 21.40 Uhr: Wie das BKA am Abend über seine Facebook- und Twitter-Accounts mitteilte, ist die Fahndung mittlerweile erfolgreich beendet. Der kurzen Mitteilung nach konnten sowohl Täter als auch Opfer durch den öffentlichen Fahndungsaufruf und wohl durch die daraufhin eingegangenen Meldungen identifiziert werden. Genaueres werde die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Dienstag Vormittag mitteilen.

Nach Angaben der Bild wurde ein Verdächtiger in Niedersachsen festgenommen. Demnach meldeten sich neben der Mutter des Festgenommenen auch seine Tochter und seine Großeltern bei der Polizei und zeigten ihn an. „Der Verdächtige wurde in den Abendstunden von der Landespolizei in einer Wohnung festgenommen. Das BKA hat den Einsatz koordiniert“, zitierte die Bild Georg Ungefuk von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Der Festgenommene sei deutscher Staatsbürger und werde zur Zeit befragt, schreibt die Zeitung weiter. „Das Mädchen ist ebenfalls Deutsche und vier Jahre alt. Es wurde von einem Polizeipsychologen untersucht und ist jetzt wieder in elterlicher Obhut. Ob es morgen auch noch medizinisch untersucht werden muss, ist heute nicht entschieden“, wird der Oberstaatsanwalt zum Tatopfer zitiert.

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Der Ursprungsartikel:

Der Beschuldigte soll im Zeitraum von Oktober 2016 bis Juli 2017 das etwa vier bis fünf Jahre alte Kind mehrfach schwer sexuell missbraucht, den Missbrauch gefilmt und auf einer kinderpornografischen Plattform im Darknet verbreitet haben, wie es in einer Mitteilung vom Montag heißt. 

BKA und die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt gehen davon aus, dass der Missbrauch in Deutschland stattfand. Die bisherigen aufwendigen Fahndungsmaßnahmen hätten nicht zur Identifizierung des äußerst vorsichtig agierenden Tatverdächtigen geführt, von dem keine Bild- und Videoaufnahmen vorlägen. Deswegen habe das Amtsgericht Gießen am Montag eine Öffentlichkeitsfahndung mit Bildaufnahmen des Opfers angeordnet.

„Die letzte Maßnahme, um den Täter zu identifizieren“

Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der ZIT hatte den ungewöhnlichen Schritt, Fotos vom Opfer zu veröffentlichen, folgendermaßen begründet: „Das ist die letzte Maßnahme, um den Täter zu identifizieren. Darauf greifen wir nur zurück, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht zum Ziel geführt haben.“ Zudem sei Dringlichkeit geboten. „Wir gehen davon aus, dass das Kind weiter dem Zugriff des Täters ausgesetzt ist“, hatte Ungefuk gesagt.

Beschreibung des Opfers zur Tatzeit (Oktober 2016 bis Juli 2017):

Geschlecht: weiblich

Alter: ca. 4 - 5 Jahre

Haare: blond bis dunkelblond, glatt, lang, gerader Pony

Gesicht: rundes Kinn, Stupsnase, Augenfarbe vermutlich braun

Körperbau: schlank

Sprache: deutsch

dpa

Video: Kriminelles Internet - so gefährlich ist das Darknet!

Video: Glomex

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