Leerstand in der Obernstraße

Der Wandel in Bremen geht weiter - Modeketten wandern ab

Positives Signal in der Bremer City: Das Modehaus Appelrath Cüpper, das ein Geschäft im kernsanierten „Ansgarihaus“ des „Bremer Carree“ eröffnen will, sucht mittlerweile Personal. Viele andere Modeketten dagegen haben ihre Filialen in der Innenstadt geschlossen. Foto: REINEKING

Bremen - Von Viviane Reineking. Die Bremer City wandelt sich weiter: Vor allem Modeketten ziehen sich aus der Innenstadtlage zurück. Leerstand macht sich derzeit vor allem in der Obernstraße breit. Unterdessen scheint die Eröffnung einer großen Modefiliale im „Bremer Carree“ bevorzustehen.

Mit Mango und Benetton haben unlängst zwei Ketten ihre Filialen in der Obernstraße geschlossen. Zuletzt hat Esprit seine Zelte in der Bremer City abgebrochen, der Laden ist leergeräumt. Schräg gegenüber, dort, wo Mango bis zum Frühjahr residierte, verhindert Milchglasfolie den Blick ins Innere. „Coming soon“ steht drauf. Nur was denn bald kommen soll – unbekannt. Die Textilbranche befinde sich im Wandel, sagt Stefan Brockmann vom Vorstand der Bremer Einzelhändlervereinigung City-Initiative. Was stattdessen wird – auch Brockmann weiß es nicht. Phasen wie diese gebe es immer mal wieder. Der Verein der Bremer Geschäftsleute hofft aber darauf, dass es keine langen Leerstände gibt: „Das ist schlecht für die Außenwirkung der City“, so Brockmann.

Bremen: Modeketten ziehen sich aus City zurück

Die einen gehen, die anderen kommen: Im sanierten Teil des „Bremer Carree“ zwischen Hanseatenhof und Angarikirchhof – dem Ansgarihaus – will Appelrath Cüpper eine Filiale eröffnen. Dass das Aachener Modehaus tatsächlich kommt, schien immer mal wieder unsicher. Zuletzt wollte das Unternehmen im Frühjahr eröffnen, jetzt soll es dem Vernehmen nach Herbst werden. Eine offizielle Aussage wollte eine Sprecherin am Freitag nicht machen. Auf seiner Webseite sucht das Unternehmen, das sich auf Damenmode spezialisiert hat, aktuell aber Mitarbeiter. Im Laden selbst herrscht Hochbetrieb, unter anderem sind die Parkettleger am Werk. Auffällig: Der neue Eingang des „Bremer Carree“ am Hanseatenhof kommt gold- bis kupferfarbig daher. Hier teilt sich der Gebäudekomplex in das Obernhaus (zur Lloydpassage hin) und das Ansgarihaus. Hier hat gerade der Coworking-Anbieter „Spaces“ auf 3 200 Quadratmetern eine Niederlassung eröffnet.

Jan-Peter Halves ist Geschäftsführer der City-Initiative Bremen. Die Diskussionen um seine dortige Zukunft bezeichnet er als „wilde Spekulationen“. Foto: REINEKING

Bremen: Werder-Bäcker zieht um

Neuigkeiten gibt es auch aus der Katharinenpassage zu vermelden: Während die Räumlichkeiten des ehemaligen „Stadtwirtes“ bereits seit dem vergangenen Herbst und noch immer leerstehen, tut sich etwas im lange verlassenen Lokal unter dem Bekleidungsgeschäft „Stiesing“. Anfang August übernimmt hier der Werder-Bäcker Bünger von Inhaberin Naima Alhasaui das Zepter. Die bisherigen Räumlichkeiten seien zu teuer geworden, nachdem der Vermieter keinen Partner mehr im Ladengeschäft haben wolle, heißt es beim Werder-Bäcker.

Ein Nachfolger steht schon bereit: Mit Haferkamp eröffnet an dieser Stelle wieder ein Bäcker, einer der bereits unter anderem in der Lloydpassage ansässig ist.

Bremen: Geschäftsführer für City-Initiative

Unterdessen scheint es bei der City-Initiative zu rumoren: So hat der Vorstand eine Personalberatungsfirma beauftragt. Sie hat sich nach eigenen Angaben darauf spezialisiert, Fachkräfte unter anderem im Bereich City- und Stadtmarketing zu rekrutieren. Gesucht hat sie bis Ende vergangener Woche einen Geschäftsführer für die Bremer Einzelhändlervereinigung. „Uns haben Signale erreicht, dass bei Herrn Halves eine Veränderung ansteht“, sagt Brockmann. „Vorausschauend“ habe man deshalb die Stelle ausgeschrieben – „in bestem Einvernehmen“, so Brockmann. Um dann zu relativieren: „Wir haben mit ihm darüber gesprochen.“ Mit Blick auf die anstehenden Veränderungen der Innenstadt (darunter die geplante „City-Galerie“ von Bauunternehmer Kurt Zech) sagt Brockmann: „Es kommen riesige Herausforderungen auf uns zu.“ Da sei es wichtig, dass die Stelle nicht unbesetzt sei. Es gebe eine „recht hohe Zahl an Bewerbern“, so der stellvertretende Vorsitzende.

Nicht dazu zu passen scheint die Sicht, die der derzeitige Geschäftsführer auf die Dinge hat: Die Diskussionen um seine Zukunft nennt er „wildes Spekulieren“. „Der Vorstand meint zu wissen, dass ich bald weg bin“, so Halves, der eine Veränderung aber grundsätzlich nicht ausschließt. Dennoch empfindet er den Vorgang als sehr ungewöhnlich. „Ich habe ja nicht gekündigt.“

Bremen: City-Gate geöffnet

In Bremen hat kürzlich das City-Gate geöffnet. Das „City-Gate“ ist ein 100-Millionen-Euro-Großprojekt mit – eben – zwei Gebäudeteilen, errichtet nach Plänen des Architekten Max Dudler.

Bei einem Messerangriff in Bremen wurde in der Nacht zum 13. Juli ein 23-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt

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