News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Spahn soll aktuell nicht mit Curevac-Impfstoff planen - „Eine der größeren Enttäuschungen“

Die Corona-Fallzahlen sinken weiter. Eine Schüler-Impf-Aktion sorgt für heftige Kritik. Die EU-Zulassung des Curevac-Vakzins verzögert sich. Der News-Ticker.

  • Bundesgesundheitsminister Spahn stellt den digitalen Corona*-Impfpass vor (siehe Update vom 10. Juni, 12.10 Uhr).
  • Eine Impf-Aktion an einer privaten Schule in Mainz hat heftige Kritik hervorgerufen (siehe Update vom 10. Juni, 19.28 Uhr).
  • Spahn plant einem Medienbericht zufolge vorerst nicht mit dem Corona-Vakzin von Curevac (siehe Update vom 11. Juni, 6.47 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 11. Juni finden Sie hier.

Update vom 11. Juni, 8.07 Uhr: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter leicht gesunken und liegt nun bei 18,6. Das Robert-Koch-Institut meldete am Freitagmorgen 2440 Neuinfektionen sowie 102 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus. Vorigen Freitag waren es noch mehr als 3150 Neuinfektionen und die Inzidenz lag bei 29,7.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach RKI-Angaben mittlerweile bei 3.711.569. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 89.687.

Update vom 11. Juni, 6.47 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Curevac ist vorerst angeblich raus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plant laut einem Medienbericht das Vakzin des Tübinger Herstellers Curevac nicht mehr für die laufende Impfkampagne ein.

Das habe Spahn den Gesundheitsministern der Länder während der vergangenen Ministerkonferenz gesagt, berichtete der Mannheimer Morgen vom Freitag unter Verweis auf Regierungskreise. Demnach sprach Spahn von einer „der größeren Enttäuschungen“.

Corona-Impfung in Deutschland: Curevac muss wohl auf Datenmaterial warten

Curevac hat wie Biontech einen modernen mRNA-Impfstoff entwickelt. Das galt lange als höchst vielversprechend. Noch im April hatte das Curevac angegeben, auf eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA im Mai zu hoffen. Die Bundesregierung plante daraufhin bereits für das zweite Quartal 2021 die ersten Impfungen mit dem Vakzin ein.

Der Gesundheitsminister Baden-Württembergs, Manfred Lucha (Grüne) sprach diese Woche allerdings von „Komplikationen“ beim Zulassungsprozess und berief sich auf Angaben Spahns. Demnach hatte Spahn in vertraulichen Gesprächen nun August als frühestmöglichen Zeitpunkt für eine EU-Zulassung genannt.

Infolge der Äußerungen Luchas habe auch Curevac seinen Zeitplan korrigiert, berichtete der Mannheimer Morgen. Eine Curevac-Sprecherin verwies demnach auf Probleme beim Einreichen der finalen Datensätze, welche die EMA für eine Zulassung verlangt. Das Bundesgesundheitsministerium zog daraus offenbar Konsequenzen - und strich den Impfstoff vorerst aus seiner Planung.

Bundesgesundheitsminister: Jens Spahn von der CDU.

Corona in Deutschland: Schüler-Impf-Aktion an Privat-Schule sorgt für Empörung

Update vom 10. Juni, 19.28 Uhr: Eine Corona-Impfaktion bei Schülern eines privaten Gymnasiums des Bistums Mainz sorgt für Empörung. Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung kritisieren die Aktion, bei der dem Vernehmen nach vier Mediziner rund 160 Schüler ab 16 Jahren geimpft haben sollen. Das Bistum Mainz hat dagegen Verständnis für die Elterninitiative, die die Corona-Impfungen organisiert hat.

„Das Impfangebot am Theresianum versteht sich als Zeichen dafür, dass auch junge Menschen, die von den Lockdown-Maßnahmen besonders getroffen wurden, das Recht haben, nicht als Letzte geimpft zu werden“, heißt es in einer Stellungnahme des Bistums vom Donnerstag. Kirchenmittel seien dafür nicht geflossen. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) mahnte, solche „offensichtlich allein auf Öffentlichkeitswirkung ausgelegte Aktionen könnten (...) schlimmstenfalls zur Folge haben, dass das nötige Vertrauen und die Akzeptanz für die Impfkampagne sinkt“.

Die Impf-Aktion am Mainzer Theresianum sorgt für Kritik.

Viele Bürger hätten kein Verständnis für die Impfaktion. Auch der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis, äußerte Kritik: „Wir sehen die Impfaktion am Theresianum ausgesprochen kritisch und halten sie zum jetzigen Zeitpunkt für nicht angemessen. Landesweit warten noch Hunderttausende aus den Priorisierungsgruppen 2 und 3 auf ihre Impfung.“ Die Kassenärztlichen Vereinigung hält die Aktion zum aktuellen Zeitpunkt ebenfalls für „unangemessen“.

Corona in Deutschland: Stiko gibt keine generelle Empfehlung für Kinderimpfungen

Update vom 10. Juni, 16.20 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat in der Pandemie keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus aber für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen, wie aus dem jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts am Donnerstag hervorging.

Corona in Deutschland: Schulen sollen nach den Sommerferien im Regelbetrieb besucht werden

Update vom 10. Juni, 15.05 Uhr: Monatelange Schulschließungen wie in diesem Jahr soll es im nächsten Schuljahr nicht mehr geben. Die Kultusminister der Länder vereinbarten am Donnerstag bei einer Videoschalte, dass alle Schulen nach den Sommerferien „dauerhaft im Regelbetrieb (...) mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden“ besucht werden sollen. Das geht aus einem Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Regelbetrieb bedeute, dass Unterricht in der Schule ohne weitere Einschränkungen erteilt und das schulische Leben wieder ermöglicht werde. Auch außerschulische Angebote, wie Schulfahrten, würden wieder in „vollem Umfang“ ermöglicht, heißt es in dem Beschluss weiter. „Wir werden alle für einen dauerhaften Regelbetrieb und die Vermeidung weiterer Schulschließungen kämpfen“, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Der Schulbetrieb soll dabei nicht daran geknüpft werden, ob Schülerinnen und Schüler geimpft sind oder nicht.

Eine mögliche Maskenpflicht in den Schulen auch im neuen Schuljahr schließen die Kultusminister nicht aus. Grundsätzlich müsse der Einsatz von Mitteln zur Eindämmung der Pandemie, wie Tests und Masken, weiter in Betracht gezogen werden, da die weitere Entwicklung unklar sei. „Aber auch eine Maskenpflicht ist immer noch absolut vorzugswürdig gegenüber einer neuerlichen Schulschließung“, sagte ein Teilnehmer der Beratungen.

Corona in Deutschland: Menschen wieder aktiver als in Lockdown-Zeiten

Update vom 10. Juni, 13.40 Uhr: Der lange harte Corona-Winter hat vielen Menschen viel abverlangt, vor allem Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren hatten den Alltag vieler Menschen nachhaltig beeinflusst. Nachdem sich die Corona-Lage in Deutschland seit Wochen zu entspannen scheint und auch die Corona-Regeln massiv gelockert wurden, hat sich auch das Verhalten der Menschen wieder verändert.

In der ersten Juniwoche sind die Menschen in Deutschland wieder genauso viel unterwegs gewesen wie im selben Zeitraum vor dem Beginn der Corona-Pandemie. Im Vormonat lag die Mobilität trotz rückläufiger Infektionszahlen noch sechs Prozent unter dem Referenzwert vom Mai 2019, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorging. Im April waren es demnach sogar noch neun Prozent weniger gewesen.

Am Maifeiertag und an Christi Himmelfahrt - eigentlich beliebte Ausflugstage - stellten die Statistiker hingegen 16 beziehungsweise 14 Prozent weniger Bewegungen fest als an denselben Feiertagen im Jahr 2019. Lediglich am Pfingstmontag seien die Menschen mehr unterwegs gewesen als vor der Pandemie. Für die Auswertung nutzten die Statistiker anonymisierte Mobilfunkdaten.

In der ersten Juniwoche stieg die Mobilität in Deutschland laut Statistikamt auch nachts wieder an. Vom 31. Mai bis zum 6. Juni registrierten die Statistiker dennoch durchschnittlich 18 Prozent weniger Bewegungen als vor der Krise.

Spahn stellt neuen Corona-Digital-Pass vor - RKI-Chef Wieler mit bedrückendem Vergleich zum Vorjahr

Update vom 10. Juni, 12.10 Uhr: Auch Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts, informiert bei der Bundespressekonferenz über das aktuelle Corona-Geschehen in Deutschland. Die aktuelle Lage zeige „erfreuliche Entwicklungen“, die Pandemie sei jedoch noch nicht vorbei. Am heutigen Tag sei die Zahl der Neuinfektionen zehnmal höher als heute vor genau einem Jahr, so Wieler weiter. „Wir haben uns in der Pandemie an die hohen Krankheits- und Todeszahlen gewöhnt. Wir dürfen nicht vergessen, hinter jeder dieser Zahl stehen Menschen“, so Lothar Wieler weiter. Demnach werde das Virus nie mehr verschwinden, aus diesem Grund müssten die Zahlen kontinuierlich niedrig gehalten werden.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Spahn informiert über Digital-Pass

Update vom 10. Juni, 12 Uhr: Gemeinsam mir RKI-Chef Lothar Wieler informiert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über den Digital-Pass. „Der Trend ist ein guter und er setzt sich fort“, verdeutlicht Jens Spahn direkt zu Beginn der PK. Demnach steigen die Impfzahlen täglich, die neu registrierten Infektionszahlen sinken jedoch gleichzeitig. Der positive Trend müsse jedoch fortgesetzt werden um neuen Mutationen keine Chance zu geben. Ein wichtiges Instrument dafür sei das Impfen. Als Nachweis für eine erfolgreiche Impfung sei ab sofort nicht mehr nur der gewöhnliche gelbe Impfpass, der Digital-Pass könne ab sofort den Umgang mit den Impfungen erleichtern

Nach und nach soll der digitale Impfpass nun auf Institutionen wie beispielsweise Apotheken ausgeweitet werden, auch am nachträglichen Ausstellen der Impfbestätigung werde aktuell bereits gearbeitet. In den nächsten Wochen sollen dann auch Daten wie ein Nachweis nach einer überstandenen Corona-Infektion durch die App abrufbar sein.

Update vom 10. Juni, 11.30 Uhr: Vollständig geimpfte Menschen sollen künftig ihre Immunisierung mit einem digitalen Impfzertifikat über das Handy nachweisen können. Ab Donnerstag soll der Digital-Pass schrittweise eingeführt werden. Dafür soll eine neue App, der „CovPass“, angeboten werden. Der Pass soll auch über die Corona-Warnapp heruntergeladen werden können. Bundesgesundheitsminister Spahn stellt die Details ab 12 Uhr in einer Pressekonferenz vor.

Corona in Deutschland: Bundesweit einheitliche Regeln für Großveranstaltungen?

Update vom 10. Juni, 9.30 Uhr: Deutschland lockert großzügig, in vielen Bereichen des Lebens kehrt endlich wieder Normalität ein. Doch die aktuell geltenden Corona-Regeln unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, aus diesem Grund hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil nun für einheitliche Corona-Regelungen für Großveranstaltungen ausgesprochen.

„Wir haben es oft mit ähnlichen Veranstaltungen im gleichen Format zu tun“, sagte Weil im ARD-Morgenmagazin. „Denken Sie nur an die Fußball-Bundesliga, die großen Konzerttourneen - deswegen wäre es gut, wenn wir einheitliche Maßstäbe hätten.“ Aus diesem Grund seien vor allem klare Hygienekonzepte wichtig. Dann könne man sich auch wieder an größere Veranstaltungs-Formate herantasten. Auf die Frage, ob er von der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag bereits eine Entscheidung erwarte, sagte Weil: „Ich würde mich freuen, aber es muss auch nicht sein.“ Es sei möglich, dass bei der Konferenz „einige Leitplanken vereinbart“ würden, die man später konkretisieren könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefinnen und -chefs der Länder beraten am Donnerstag über aktuelle Fragen. Neben der Corona-Pandemie geht es um die Umsetzung der Energiewende, die Digitalisierung und die Maßnahmen des von Bund und Ländern vereinbarten Pakts für den Rechtsstaat.

Update vom 10. Juni, 8.16 Uhr: Der geplante digitale Corona-Impfpass in Deutschland soll an diesem Donnerstag an den Start gehen. Die Anwendung namens „CovPass“ werde Schritt für Schritt ausgerollt und in den App-Stores verfügbar sein, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums. Jens Spahn (CDU) will Einzelheiten dazu am Donnerstag vorstellen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum digitalen Corona-Impfpass.

Corona in Deutschland - RKI meldet: 7-Tage-Inzidenz sinkt auf unter 20

Ursprungsmeldung: München - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 3187 Corona-Neuinfektionen am Donnerstagmorgen. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren 1.453 mehr Corona-Fälle von den Gesundheitsämtern gemeldet worden. Binnen 24 Stunden wurden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen.

Corona in Deutschland: Bundesweite 7-Tage-Inzidenz sinkt auf 19,3

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bundesweit bei 19,3 (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1). Der bundesweite 7-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 74 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

  • 3.709.129 Menschen in Deutschland haben sich seit Beginn der Corona-Pandemie nachweisliche laut RKI mit Corona infiziert.
  • 89.585 Menschen starben mit oder an Corona.
  • Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 3.563.800 an. Derzeit gibt es 3.200 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Deutschland: Zwei Kreise sind „Corona-frei“

Zwei Kreise sind „Corona-frei“! Im Landkreis Tirschenreuth (Bayern) und in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) liegt die 7-Tage-Inzidenz momentan bei 0,0.

Keiner der 412 Kreise in Deutschland, die das RKI ausweist, liegt über einer 100er-Inzidenz. 12 Kreise liegen laut dem Covid-19-Dashboard über 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner.

  • SK Zweibrücken - 73,1
  • SK Schweinfurt - 73
  • LK Unstrut-Hainich-Kreis - 62,6
  • LK Groß-Gerau - 62,4
  • LK Tuttlingen - 59,7
  • LK Lindau - 57,3
  • LK Donau-Ries - 55,3
  • LK Günzburg - 55,1
  • SK Ansbach - 55,0
  • LK Sonnenberg - 53,7
  • SK Hagen - 50,9
  • SK Pforzheim - 50,0

(ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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