„Sehr dramatische Entwicklung“

Corona in Österreich: Mutation breitet sich im ganzen Land aus - sind Spuren davon sogar im Wiener Abwasser?

  • Martina Lippl
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Coronavirus-Pandemie: In Österreich mehren sich die Fälle der Corona-Mutation. Die Covid-19-Zahlen bleiben hoch. Der News-Ticker.

ACHTUNG: Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 16. Januar finden Sie hier

Update vom 15. Januar, 16.07 Uhr: In Österreich sind bisher rund 100 Verdachtsfälle der britischen Virus-Mutation B 1.1.7. registriert worden. „Diese sind mehr oder weniger auf ganz Österreich verteilt“, sagte jetzt Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Freitag in Wien, wo sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Abend noch mit den Länderchefs beraten möchte. Die Verdachtsfälle werden sequenziert, um letzte Sicherheit zu erlangen, erklärte Anschober weiter - wagte aber bereits eine düstere Prognose.

Zwar erwarte der Gesundheitsminister die Endergebnisse erst Mitte kommender Woche, dennoch würde es ihn „überraschen, wenn wir viele Negativergebnisse hätten“. Die hochinfektiöse Virus-Variante grassiert inzwischen auch in Österreich, da ist sich Anschober offenbar schon sicher. Er will reagieren, bevor sich die Infiziertenzahl innerhalb weniger Wochen veracht- oder gar verzehnfache: „Wir müssen die Maßnahmen noch einmal ganz konsequent umsetzen. In ganz Europa wird nachjustiert.“ Die gute Nachricht, so Anschober, sei, dass alle bisherigen Maßnahmen auch gegen B 1.1.7. nützen.

Video: Virus-Mutation B 1.1.7. sorgt für Diskussion - Trotz Lockdown steigen Infektionen massiv

Update vom 15. Januar, 15.27 Uhr: „Ich gehe davon aus, dass es Verschärfungen gibt“, sagte Wiens Landeshauptmann und Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Freitag. Obwohl das Treffen zwischen der Bundesregierung und den Landeshauptleuten noch aussteht, rechnet der Sozialdemokrat nicht damit, dass die Corona-Maßnahmen in Österreich demnächst gelockert werden. Insofern sei er „gespannt“ auf das von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) für Freitagabend angekündigte Gespräch mit den Länderchefs.

Seine Vermutung begründete Ludwig gegenüber dem Nachrichtenportal oe24.at mit der „Dramaturgie der letzten Tage“ und dem Verdacht, im Wiener Abwasser seien Spuren der hochinfektiösen Virus-Mutation B.1.1.7. gefunden worden. Wenn derlei Informationen ihren Weg in die Medien finden, deute dies seiner Erfahrung nach darauf hin, dass „der derzeitige Lockdown noch angezogen werden könnte“.

Dabei war Ludwig um Kritik an der Regierung nicht verlegen: „Die Politik sollte wissensbasiert agieren und nicht aufgrund von Verdachtsfällen“, erklärte er am Rande eines Pressetermins. Zudem vermisse er klare Vorgaben des Bundes, „wohin man bei der Pandemiebekämpfung eigentlich will“. Bei klaren Zielen wäre die Bereitschaft der Bevölkerung höher, diese auch zu erreichen, sagte der Wiener Bürgermeister. Trotz der „sehr stabilen“ Kennzahlen in der Bundeshauptstadt, müsse man mit der britischen Mutation dennoch vorsichtig umgehen.

Österreich schließt Grenzübergänge zu Tschechien und der Slowakei

Update vom 15. Januar, 12 Uhr: Österreich greift wegen der Verbreitung der Coronavirus-Mutation weiter durch - und hat mittlerweile die meisten Grenzübergänge zu Tschechien und der Slowakei geschlossen. Polizei und Bundesheer kontrollieren die Übergänge, teilweise bilden sich längere Staus, vor allem von LKW.

Einreisende müssen einen maximal 72 Stunden alten PCR-Test vorweisen. Ob Österreich weitere Grenzen schließen will, zum Beispiel zur Schweiz, ist aktuell noch unklar.

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Coronavirus-Pandemie in Österreich: Nur in Salzburg und Kärnten bisher keine Fälle der Mutation

Update vom 15. Januar, 11.30 Uhr: Die Corona-Mutation B.1.1.7 breitet sich immer weiter in Österreich aus.

„Wir haben eine sehr dramatische Entwicklung in Nachbarländern von Großbritannien, zum Beispiel in Irland, wo sich die Zahlen innerhalb von drei Wochen verzehnfacht haben“, erklärte Gesundheitsminister Rudolf „Rudi“ Anschober (Die Grünen) jüngst auf einem Medientermin.

Nur in Salzburg und in Kärnten gebe es, Stand Freitagmorgen, noch keine Verdachtsfälle auf die Mutation, berichtet ATV. In den Bundesländern Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Vorarlberg, der Steiermark, aber vor allem in Tirol und im Burgenland wurden dagegen Infektionen mit der Corona-Mutation festgestellt oder es gibt zumindest Verdachtsfälle.

Die Sequenzierung durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) werde einige Tage dauern, schreibt oe24.at. Wie der Leiter des pathologischen Instituts Feldkirch (Vorarlberg), Felix Offner, derweil dem ORF sagte, bereite im Drei-Länder-Eck am Bodensee vor allem die Nähe zur Schweiz Sorgen - dort sind demnach bereits sechs Prozent der Neuinfektionen auf die Mutation zurückzuführen.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Corona-Leugner und Lockdown-Gegner zu Tausenden in Wien erwartet

Update vom 15. Januar, 11 Uhr: Österreichs Politik diskutiert, wie es ab dem 25. Januar weitergehen soll, an dem der harte Corona-Lockdown eigentlich enden würde. Währenddessen breitet sich die Coronavirus-Mutation offensichtlich in der Alpenrepublik aus.

Wäre dem nicht schon genug, wird für Samstag ein riesiger Protest von Corona-Leugnern und Lockdown-Gegnern in Wien erwartet - mit rund 30.000 Teilnehmern.

Laut Nachrichtenportal oe24.at trägt die größte Kundgebung den Namen „Corona und die Wirtschaftsfolgen“. Die Polizei erklärte: „Uns sind die Hände gebunden.“ Sorgen gibt es, ob Mindestabstand, AHA-Regeln und Maskenpflicht eingehalten werden. Zudem kündigte die Wiener Polizei an, dass „verfassungsmäßig geschützte Einrichtungen zusätzlich überwacht“ werden.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Corona-Mutation breitet sich weiter aus

Update vom 14. Januar, 9.13 Uhr: Die britische Coronavirus-Mutation B.1.17 dürfte sich in Österreich wohl schon verbreitet haben. In Tirol herrscht Alarmstufe Rot. In Kitzbühel werden 62.000 Bewohner zu einem kostenlosen PCR-Test aufgerufen.

Es besteht der Verdacht, dass es sich bei 17 positiven Corona-Fällen in Jochberg um die britische Coronavirus-Mutation handelt, teilt das Land Tirol mit. „Sollte sich der Verdacht bestätigen, ist davon auszugehen, dass sich diese Virusvariante rascher verbreitet als der bisher bekannte Virusstamm“, so die Behörden.

Österreich: Corona-Massentests in Kitzbühel sollen Hahnenkamm-Rennen retten

Die Situation hat Folgen für den alpinen Ski-Weltcup. Die nach Kitzbühel verschobenen Wengen-Rennen (Abfahrt, Slalom) werden abgesagt. Die Entscheidung zur Durchführung des 81. Hahnenkamm-Rennens fällt nach Angaben der Behörden Anfang der kommenden Woche. Mit den flächendeckenden Testungen müsse sich erst ein Lagebild im Bezirk verschafft werden.

„Die Sicherheit der Sportlerinnen und Sportler sowie der Bevölkerung hat oberste Priorität. Sollten die bezirksweiten Tests keine großen Auffälligkeiten ergeben, finden die Hahnenkamm-Rennen wie geplant statt“, so Landeshauptmann Günther Platter.

Für einen Skilehrer-Kurs sind auch Briten bis zum 18. Dezember nach Jochberg (Tirol) gereist. Am 3. Januar zeigten die ersten leichte Symptome, teilte das Land Tirol mit. „Zur Erinnerung: Ab 22. Dezember verhängte Österreich ein Landeverbot für Flugzeuge aus Großbritannien“, heißt es in der Mitteilung.

Corona-Mutation in Österreich: Luxushotel holte Briten als Skilehrer

Die eingereisten Briten hätten in einem Luxus-Hotel am Jochberg als Skilehrer eingesetzt werden sollen, berichtet das österreichische Boulevardportal oe24.at. Die Behörden nennen zwar keine weiteren Details zum Wohnsitz, doch in einer Mitteilung des Landes Tirol heißt es: „Insgesamt handelt es sich bei den betroffenen Personen um zwölf britische StaatsbürgerInnen sowie jeweils eine Person irischer, estnischer, isländischer, spanischer und niederländischer Staatsangehörigkeit. Im Zuge der Erhebungen wurde bekannt, dass die Betroffenen jeweils mit Wohnsitz in der Personalunterkunft in der Gemeinde Jochberg gemeldet sind.“

Eine Skilehrer-Ausbildung zu Corona-Zeiten wirft natürlich Fragen auf. Ob die Ausbildung für die Skilehrer hinsichtlich coronabedingter Maßnahmen rechtskonform war, werde im Detail geprüft.

Auch in Vorarlberg wächst die Sorge. Es liegen derzeit fünf Verdachtsfälle der mutierten Coronavirus-Variante, vor berichtet das ORF. Die Gesundheitsbehörden warten demnach gespannt auf eine Antwort aus Wien.

Update vom 13. Januar, 22 Uhr: Wie geht es mit den Schulen in Österreich in der Coronavirus-Pandemie weiter?

Wie die Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf das Bildungsministerium berichtet, öffnen die Schulen am 25. Januar wieder - dann allerdings im Schichtbetrieb und unter weiteren Vorsichtsmaßnahmen.

Der harte Corona-Lockdown dauert in Österreich noch (mindestens) bis zum 24. Januar. Einzelhandel, Gastronomie und manche Dienstleister-Branchen müssen ihre Geschäfte und Restaurants aktuell geschlossen halten.

Corona in Österreich: Verdacht auf Corona-Mutationen in Kitzbühel hat Folgen für das Hahnenkamm-Rennen 2021.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Bundesrettungskommandant befürchtet „im März die Katastrophe“

Update vom 13. Januar, 21.15 Uhr: Wie in Deutschland ist auch in Österreich die Sorge vor der Corona*-Mutation groß.

Der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, warnte bei Twitter eindringlich vor seiner Meinung nach dramatischen Ansteckungszahlen, sollte die neuartige Coronavirus-Variante nicht gebremst werden.

Konkret befürchtet Foitik eine „Verdoppelung der Fälle jede Woche. Wenn wir nicht jetzt Maßnahmen ergreifen, haben wir im März die Katastrophe“, schrieb er in seinem Tweet.

Erstmeldung vom 13. Januar: München/Wien - Die Corona*-Mutation aus Großbritannien hat Österreich erreicht und breitet sich in der Coronavirus-Pandemie* offenbar auch in der Alpenrepublik aus.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Mehrere Fälle der Corona-Mutation zwischen Tirol und Burgenland

Stand 13. Januar würden 70 Verdachtsfälle der im Vereinigten Königreich entdeckten Coronavirus-Mutation geprüft. Das erklärte Gesundheitsminister Rudolf „Rudi“ Anschober (Die Grünen) in Wien. Angesichts der besonders ansteckenden neuen Variante des Virus erwarte er nun die „schwierigste Phase der Pandemie“, sagte Anschober an diesem Mittwoch als Antwort auf eine Dringliche Anfrage der sozialdemokratischen SPÖ im Nationalrat.

Verdachtsfälle gibt es demnach in einem Wiener Pflegeheim, bei Skilehrer-Anwärtern in Tirol und im Burgenland. Österreich reagiert nun mit einer entschiedenen Maßnahme. Laut einer Verordnung des Innenministeriums werden von Donnerstag an 45 kleinere Grenzübergänge nach Tschechien und zur Slowakei vorerst geschlossen.

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Einzelne Grenzen zu Tschechien und zur Slowakei werden geschlossen

Der Hintergrund: Tschechien hat aktuell mit einer hohen Zahl an Corona*-Neuinfektionen zu kämpfen, in der Slowakei breitet sich die neue hochansteckende Virus-Variante momentan rapide aus. Mehr noch: Wer in die Alpenrepublik einreisen will, muss sich online registrieren lassen.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Österreich hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © ALEX HALADA via www.imago-images.de

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