News-Ticker für Deutschland

Corona-Krise: Weiteres Tönnies-Werk soll überprüft werden – zweiter Ausbruch befürchtet

Eine Analyse von Daten der Oxford-Universität legen nahe: Gleich zehn Ländern könnte eine zweite Corona-Welle drohen. Unter ihnen: Deutschland.

  • Die Corona-Pandemie* in Deutschland ist längst nicht überwunden.
  • Das zeigen Hotspots wie die Fleischfabrik von Tönnies.
  • Trotzdem greifen immer mehr Lockerungen in den Bundesländern

+++ 18.24 Uhr: Die Mitarbeiter des Schlachtbetriebs Tönnies in Weißenfels in Sachsen-Anhalt sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das hat der Burgenlandkreis am Dienstag angeordnet, wie die Verwaltung mitteilte. Hintergrund sei eine nicht zweifelsfrei geklärte Infektionskette. „Ein Infektionsgeschehen innerhalb des Schlachtbetriebes kann somit nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden“, teilte Landrat Götz Ulrich (CDU) mit. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass ein Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Eigenen Angaben zufolge sind am Standort in Weißenfels rund 2200 Mitarbeiter beschäftigt.

Im Stammwerk des Tönnies-Fleischkonzerns im Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) hatten sich weit über 1000 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb gab es heftige Kritik an den Arbeitsbedingungen im Unternehmen.

Söder führt Corona-Massentests für Bayern ein

+++ 15.40 Uhr: Ungeachtet vieler kritischer Stimmen hat die bayerische Staatsregierung kostenlose Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag während einer Pressekonferenz in München.

Er kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte Söder. Kritik an der bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. „Der letzte, der Testen grundsätzlich hinterfragt hat, war Donald Trump“, so Söder während der Pressekonferenz. Die Kosten könnten kein Argument sein. Man dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit der Bürger sparen. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er.

Corona-Chaos im Anmarsch? Daten-Analyse zeigt: Deutschland droht zweite Welle

+++ 12.46 Uhr: Nach den Krisen-Monaten April und Mai waren die Corona-Maßnahmen in den vergangenen Wochen als Reaktion auf sinkende Fallzahlen weltweit mehr und mehr gelockert worden - auch in Deutschland. Gibt es dafür nun die Quittung? Laut einer Analyse von Daten der renommierten Oxford-Universität droht mindestens zehn Ländern eine zweite Corona-Welle. Und: Deutschland ist eines der Länder.

Durchgeführt hat die Analyse die britische Zeitung „Guardian“. Sie zeigt: Von den 45 Ländern, die bisher über 25.000 Covid-19-Fälle registriert haben, sind mittlerweile teils massive Lockerungen in Kraft getreten. Zehn dieser Länder melden jetzt jedoch steigende Fallzahlen im Vergleich zur Vorwoche. 

Droht eine zweite Corona-Welle in Deutschland?

So zeigt der „Coronavirus Government Response Tracker“, wie sich das Infektionsgeschehen in den Ländern entwickelt. Die Analyse basiert dabei auf vier Kennwerten. Einer dieser Werte ist der Stringenzindex, der die Entwicklung in Bezug auf Lockerungsmaßnahmen untersucht. Liegt der Wert unter 70 (bei einer Skala von 0 bis 100), ist alles „okay“. Übersteigt der Wert allerdings die magische 70er Marke, drohen neue Maßnahmen bis hin zum Lockdown - selbst eine zweite Welle wäre möglich. 

Die Analyse des „Guardian“ thematisiert zehn Länder, die, Stand jetzt, zwar unter der 70er-Marke schweben, deren Fallzahlen zuletzt aber signifikant gestiegen sind. Zu ihnen zählt auch Deutschland. Die Länder im Überblick: 

LandGesamtzahl der Corona-FälleSteigerung der Fälle zur VorwocheStringenzwert
Saudi-Arabien164.144+ 0,3 % 69,9
Indonesien47.896+ 2,3 %68
Iran209.970+ 6,6 % 52,8
Schweden60.837+ 11,2 %46,3
Frankreich161.267+ 12,0 % 65,7
Bangladesch119.198+ 12,9 % 63
Schweiz31.249+ 15,1 % 38,9
USA2.347.022+ 24,6 % 69
Ukraine39.014+ 29,3 % 64,3
Deutschland191.449+ 36,7 %50

Gerade in Deutschland hatte sich das Infektionsgeschehen zuletzt eigentlich entspannt. Eigentlich. Denn dann kamen die lokalen Corona-Ausbrüche in Göttingen, Berlin-Neukölln und vor allem im Schlachtbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh. Dadurch schnellte der berühmt-berüchtige R-Wert wieder in die Höhe. 

Corona-Krise in Deutschland: Laschet warnt vor „Schnellschüssen“ bei Grundrechtseingriffen

+++ 11.50 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich erneut gegen übereilte Einschränkungen von Grundrechten in der Corona-Krise ausgesprochen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung werde auch in Zukunft „nicht in Schnellschüssen in Grundrechte eingreifen“, sagte Laschet am Dienstag in Düsseldorf. Er wundere sich, „wie viele andere auch im parteipolitischen Wettbewerb hier mir Schnellschüssen agieren“, fügte der Düsseldorfer Regierungschef hinzu.

Nicht bewerten wollte Laschet die Ankündigung des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), Corona-Tests für alle Bürger zu ermöglichen. „Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen“, sagte der NRW-Ministerpräsident. „Wir machen das in Nordrhein-Westfalen, was wir für richtig halten.“

+++ 10.30 Uhr: Die in der großen Koalition umstrittene Verlängerung des Mieten-Aufschubs in der Corona-Krise ist vom Tisch. „Die Bundesregierung plant nicht, die Regelungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter zu verlängern“, sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums am Dienstag der Presse. Damit läuft das Moratorium für Mietzahlungen an diesem Dienstag nach drei Monaten aus. Die SPD hatte sich für eine Verlängerung ausgesprochen.

Hoeneß stellt sich nach Corona-Ausbruch hinter Tönnies

+++ 9.50 Uhr: Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat Schalkes Aufsichtsratsboss  Clemens Tönnies gegen seiner Meinung nach überzogene Kritik im Zuge des massiven Corona-Ausbruchs in dessen Fleischbetrieb verteidigt. „Teilweise erinnert es mich an meine Zeit mit der Steuersache. Ich glaube, wenn man mal in so einer Maschinerie drin ist, dann versucht da jeder, den anderen noch zu überholen mit seiner Kritik“, sagte der 68 Jahre alte Hoeneß in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Fernsehens am Sonntagabend.

Er steht Tönnies (64), dem er schon lange freundschaftlich verbunden ist, bei. „Ich muss ehrlich sagen: Wenn Fehler gemacht wurden, muss man dazu stehen. Das tut er ja. Wenn Dinge zu ändern sind, dann muss man das auch tun. Ich gehe davon aus, dass er das tut, wenn es notwendig ist“, sagte Hoeneß. „Aber dass man dann alles, was er so geleistet hat, was er für eine große Firma aufgebaut hat, jetzt plötzlich in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein. Das ist aber ein Zeichen unserer Gesellschaft. Wenn du dran bist, dann gibt es kein Halten mehr. Und das erlebt er jetzt gerade am eigenen Leib.“

Corona-Ausbruch bei Tönnies: Zahl der Neuinfektionen geht zurück

+++ 8.10 Uhr: Im Kreis Gütersloh ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erneut deutlich zurückgegangen. Nach den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) beträgt die sogenannte Sieben Tage-Inzidenz nunmehr 86,0.

Damit ist der Wert erstmals seit den hohen Zahlen durch den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück nicht mehr dreistellig. Er liegt aber noch weiter deutlich über dem Grenzwert von 50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Dienstag vergangener Woche im Kreis Gütersloh bei 270,2. Nach 164,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage am Samstag, 132,9 am Sonntag und 112,6 am Montag setzt sich der Abwärtstrend anhaltend fort.

Der regionale Lockdown im Kreis Gütersloh, der ursprünglich bis zu diesem Dienstag befristet war, wird aus Vorsicht um eine Woche verlängert.

Corona in Deutschland: Die aktuellen Corona-Fallzahlen

Update vom Dienstag, 30.06.2020, 6.30 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 30.06., 0.00 Uhr).

8.973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind knapp 1.000 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 29.6., 0.00 Uhr, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Bayern will umfassende Corona-Tests starten

+++ 19.00 Uhr: Trotz der teils massiven Kritik von Bund und anderen Ländern sollen sich in Bayern landesweit alle Menschen auch ohne Symptome kostenlos auf das Coronavirus testen lassen dürfen. Das Kabinett des Freistaates will am Dienstag (10.00 Uhr) das entsprechende Testkonzept beschließen. Im Kern fußt der Plan auf einer am Mittwoch in Kraft tretenden Vereinbarung des Freistaats mit der Kassenärztlichen Vereinigung. Diese sieht Testmöglichkeiten bei niedergelassenen Vertragsärzten vor. Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sagte am Montag, dass zunächst ein dreistelliger Millionenbetrag für die Kosten bereitgestellt werde. Offen ist aber, für welchen Zeitraum.

Armin Laschet: Corona-Einschränkungen im Kreis Gütersloh eine Woche verlängert

+++ 15.45 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Kreis Gütersloh für eine weitere Woche bis zum 7. Juli eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen um 0 Uhr in der Nacht zu Mittwoch aus, wie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in Düsseldorf sagte.

Laschet zufolge ist nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies das Virus nach Einschätzung der NRW-Landesregierung kaum auf die sonstige Bevölkerung übergesprungen. Wenn man die Tönnies-Beschäftigten herausrechne, habe die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage im Kreis Gütersloh bei 22,5 gelegen. Im Nachbarkreis Warendorf lag sie - ebenfalls die Tönnies-Beschäftigten herausgerechnet - bei 5,4. „Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich“, sagte der Ministerpräsident.

+++ 12.40 Uhr: Die Mehrwertsteuer wird nach einem Beschluss des Bundestags für ein halbes Jahr von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Außerdem sollen Familien zum Anschub der Konjunktur einen Bonus von 300 Euro pro Kind bekommen. Damit die Änderungen in Kraft treten können, bedarf es am Nachmittag noch der Zustimmung des Bundesrats.

Corona in Deutschland: Kritische Marke in Raum Gütersloh überschritten

+++ 10.15 Uhr: Unmittelbar vor einer möglichen Verlängerung des regionalen Lockdowns im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen noch deutlich über einer kritischen Marke. Laut am Montag vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Daten gab es in dem Kreis 112,6 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Die kritische Marke liegt bei 50. Am Sonntag hatte die sogenannte 7-Tage-Inzidenz noch 132,9, am vergangenen Dienstag noch 270,2 betragen.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen weiterhin der einzige Kreis in ganz Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Viele Klagen wegen Corona in Deutschland

+++ 7.20 Uhr: Die Corona-Krise hat den Verwaltungsgerichten Zusatz-Arbeit verschafft. Besonders Hessens oberste Verwaltungsrichter sahen und sehen sich einer Flut an Fällen ausgesetzt. „Auf uns ist eine hohe Welle von Verfahrenseingängen zugekommen, insbesondere bei den zügig zu bearbeitenden Eilverfahren“, sagte ein VGH-Sprecher auf Anfrage der DPA. 

Mehr als 100 Corona-Verfahren seien bei den verschiedenen Senaten eingegangen. Mehr als die Hälfte davon seien noch nicht entschieden worden. Von den mehr als 100 Fällen seien 55 sogenannte Eilverfahren gewesen, die eine besonders schnelle Bearbeitung erfordern. Ein VGH-Sprecher sagte: „Der Höhepunkt der Eingänge dürfte erreicht sein. Die Zahlen sind nunmehr deutlich zurückgegangen.“ Schwerpunktmäßig ging es bei den Verfahren etwa um die Bestimmungen zum Tragen eines Mund- und Nasenschutzes zur Abwehr des Virus. Zudem ging es um die Nutzung von Freizeitanlagen, Ladenöffnungen, Gastronomie und Bordelle. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten gewesen.

Die aktuellen Corona-Fallzahlen für Deutschland

Update Montag, 29.06.2020, 5.05 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 262 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.761 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete (Datenstand 29.06., 0.00 Uhr).

8961 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 178.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Reproduktionszahl (R-Wert)

+++ 20.49 Uhr: Die Corona-Reproduktionszahl in Deutschland, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28.06.2020, 0.00 Uhr, bei 0,71. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Das stabilere 7-Tage-R lag bei 0,71. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen Menschen ansteckt. 

Corona-Krise in Deutschland: Flughafen Frankfurt bekommt Testzentrum

+++ 20.37 Uhr: Auch wenn Corona-Reisebeschränkungen in Deutschland bereits gefallen sind, muss gerade auf internationalen Strecken in Drittländer häufig ein negativer Coronatest kurz vor dem geplanten Abflug nachgewiesen werden. Am Frankfurter Flughafen öffnet nun das erste Corona-Testzentrum an einem Flughafen in Deutschland.

Das Biotechnologie-Unternehmen Centogene startet das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Flughafenbetreiber Fraport und Lufthansa. Das Testzentrum wird am Montag (29.06.2020) vorgestellt. Dabei wird erläutert, wie die „Walk-through-Tests“ funktionieren, die zur „neuen Normalität“ bei Flugreisen in Zeiten der Corona-Pandemie beitragen sollen.

Corona in Deutschland: Spahn warnt vor Überbewertung von Testergebnissen

+++ 14.33 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist für eine Ausweitung von Coronavirus-Tests in Deutschland, warnt aber vor einer Überbewertung der Ergebnisse.

„Umfangreiches Testen ist sinnvoll, insbesondere um regionale Ausbrüche schnell einzudämmen. Dazu haben wir das Testkonzept des Bundes bereits vor Wochen angepasst“, sagte Spahn am Sonntag (28.06.2020) der Deutschen Presse-Agentur. Zusätzliche Testangebote durch die Länder könnten das ergänzen. „Allerdings ist ein Test immer nur eine Momentaufnahme. Er darf nicht in falscher Sicherheit wiegen.“

Spahn reagiert mit seinen Äußerungen auf die Ankündigung Bayerns, dass sich künftig jeder in dem Bundesland auf das Coronavirus testen lassen kann – unabhängig davon, ob man Symptome hat oder einem besonderen Risiko ausgesetzt ist.

Corona in Deutschland: Kostenlose Test für jedermann in Bayern

+++ 10:55 Uhr: Im Bundesstaat Bayern soll sich künftig jeder auf das Coronavirus testen lassen, der das möchte - egal, ob er oder sie Symptome hatte oder hat. Man plane eine „massive Ausweitung der Tests“, erklärte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München.

Das Angebot gelte für alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns, so Huml. Die Tests könnten bei dafür lizenzierten Arztpraxen durchgeführt werden. Die Kosten für den Test übernehme der Freistaat selbst. Dies sei der größte Schritt bei der angekündigten „Corona-Testoffensive“ Bayerns.

Bayern ist damit das erste Bundesland, dass kostenlose Tests auf das Virus Sars-CoV-2 für alle anbietet. Nach den Corona-Ausbrüchen in einem Schlachtbetrieb des Fleischafbrikanten Clemens Tönnies habe man in Bayern beschlossen, die Ausweitung der Tests vor allem in Schlachtereien und Fleischfabriken zu intensivieren. Damit solle versucht werden, einem „größeren Ausbruchsgeschehen wie in Gütersloh vorzubeugen“, sagte die Landwirtschaftsministerin.

Corona in Deutschland: RKI meldet drei Todesfälle durch Covid-19

Update vom Sonntag, 28. Juni 2020, 6.45 Uhr: In den vergangenen 24 Stunden haben sich 256 Personen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg damit auf 193.499.

Das ergibt sich aus den vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Daten. Laut RKI sind drei weitere Menschen in Deutschland an einer Erkrankung mit Covid-19 gestorben.

Kein Landkreis in Deutschland übersteigt demnach den von Bund und Ländern für die Corona-Pandemie festgelegten Grenzwert von 50 Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner - außer Gütersloh. Dort stieg die Anzahl der Corona-Fälle um 164.

Corona in Deutschland: Zahlen aus Gütersloh bleiben kritisch

+++ 18.35 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück sind im Kreis Gütersloh bisher bei rund 4100 Tests in der Allgemeinbevölkerung neun Infektionen nachgewiesen worden. Diese Zahlen nannte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach dem Besuch eines Testzentrums in Gütersloh am Samstag. 

Im Interview mit dem Nachrichtensender ntv sagte Laumann zu den positiven Tests: „Das ist eine sehr niedrige Infektionsrate.“ Gleichzeitig betonte er aber auch: „Ich will das jetzt überhaupt nicht bewerten.“ Laumann geht in den kommenden Tagen von weiteren Tausenden Testergebnissen aus, aufgrund deren dann eine Entscheidung zu den Einschränkungen in der Region getroffen werden solle. 

Von den Tests in der Allgemeinbevölkerung erhofft sich das Gesundheitsministerium ein Bild, inwieweit sich das Virus ausgebreitet hat. Da der regionale Lockdown bis zum 30. Juni befristet ist, muss spätestens am Dienstag eine Entscheidung über Auslaufen oder Verlängerung fallen.

Corona in Deutschland: Urlaubsorte an der Ostsee machen dicht 

+++ 15.10 Uhr: Das Sommerwetter hat in der Corona-Krise bereits am Samstagmittag zu viele Touristen in die Urlaubsorte Scharbeutz und Haffkrug an der Ostsee gezogen. Die Kapazitätsgrenze für Parkplätze und Strand sei erreicht, teilte die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer in einem Facebook-Post mit

Weil Abstandsregeln in Corona-Zeiten kaum noch eingehalten oder überwacht werden können, ließ Schäfer verschiedene Zufahrtsstraßen von Polizei und Feuerwehr abriegeln. Tagestouristen müssen also wieder umkehren oder auf andere Strände ausweichen.

„Anreisende Gäste werden nur noch durch unsere Orte durchgeleitet“, so Schäfer. Anwohner und der öffentliche Nahverkehr hätten freie Fahrt, auch Gäste zu Ferienwohnungen und Hotels. „Bitte halten Sie Ihre Buchungsbestätigung bereit“, teilte sie weiter mit.

Merkel warnt vor Corona-Leichtsinn in Deutschland

+++ 13.45 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bürger angesichts der weiter bestehenden Gefahren durch das Coronavirus vor leichtsinnigem Verhalten gewarnt. „Die von dem Virus ausgehende Gefahr ist weiterhin ernst“, sagte sie in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Merkel wiederholte explizit ihren Appell vom Anfang der Krise Mitte März: „Nehmen Sie es ernst, denn es ist ernst.“

„Wir vergessen es leicht, weil Deutschland bislang einigermaßen gut durch die Krise gekommen ist, aber das heißt nicht, dass wir geschützt wären, dass die Gefahr gebannt wäre“, betonte die Kanzlerin jetzt. „Dass dies nicht so ist, zeigen die sich aktuell rasant ausbreitenden regionalen Ausbrüche.“

Wenn es darum gehe, die Verbreitung des Virus einzudämmen, seien neben der Politik weiterhin alle Bürger gefragt. „Wir alle müssen es weiter als unsere gemeinschaftlich empfundene Verpflichtung verstehen, dass jeder und jede Einzelne unser aller Schicksal in der Hand haben, indem wir uns an die Regeln halten: Mindestabstand, Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum und Händewaschen.“

Corona in Deutschland - Experten sicher: Krise wird noch mehr Arbeitsplätze kosten

+++ 8:35 Uhr: In der deutschen Finanzwirtschaft rechnet man allgemein mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Grund ist die Corona-Krise. „Es wird weitere Entlassungen geben und die Unternehmen stellen weniger ein", sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatliche Förderbank KfW.

Zwar habe das Konzept der Kurzarbeit in Deutschland eine Massenarbeitslosigkeit verhindert. Doch laut Katharina Utermöhl, Volkswirtin bei der Allianz-Gruppe, bestehe „für rund jeden fünften Kurzarbeiter in Deutschland weiterhin ein erhöhtes Risiko, in die Arbeitslosigkeit zu rutschen.“

Bei der Deutschen Bank rechnet man für den Juni mit zusätzlichen 180.000 Menschen, die ihre Arbeit verlieren. Die Zahl der Kurzarbeiter werde sich Ende Mai bei fast acht Millionen bewegen.

Update vom Samstag, 27.06.2020, 6.20 Uhr: Die Zahl der Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Deutschland liegt bei 687. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben, auf 193.243. Das geht aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor.

Corona in Deutschland: Nur Gütersloh über dem Grenzwert

Über dem kritischen Grenzwert von 50 Neu-Infektionen liegt laut dem RKI nur noch der Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Dort hatte ein Corona-Ausbruch in einer Fleischfabrik* von Clemens Tönnies* zu einem starken Anstieg der Fallzahlen geführt.

+++ 20.38 Uhr: Das Auswärtige Amt hat die ersten Rechnungen an in der Corona-Krise im Ausland gestrandete und zurückgeholte Urlauber gesendet. Die Bundesregierung stellt den zurückgeholten 67.000 Touristen je 200 bis 1000 Euro für die Flüge in Rechnung. Die Pauschale ist je nach Urlaubsregion in ihrer Höhe gestaffelt:

  • Kanarische Inseln und Nordafrika: 200 Euro
  • Südliches Afrika und Karibik: 500 Euro
  • Südamerika und Asien: 600 Euro
  • Neuseeland und Australien: 1000 Euro

Coronavirus in Deutschland: Rückholaktion wegen Corona-Pandemie im März

Damit sollen 40 Prozent der Gesamtkosten der historisch bisher einmaligen Rückholaktion von 94 Millionen Euro gedeckt werden. „Mit der Pauschalenlösung hat sich die Bundesregierung für eine transparente und möglichst unbürokratische Lösung entschieden, welche die Gleichbehandlung aller Reisenden zum Ziel hat“, hieß es am Freitag aus dem Auswärtigen Amt. 

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Rückholaktion am 17. März zusammen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften gestartet, nachdem viele Länder wegen der Corona-Pandemie kurzfristig Grenzen geschlossen und Flugverbindungen gekappt hatten. 

Insgesamt wurden etwa 240.000 Reisende in der Corona-Krise aus dem Ausland nach Deutschland zurückgebracht. Die Reiseveranstalter flogen die Touristen, die bei ihnen gebucht hatten, selbst kostenlos aus.

Corona-Ausbruch in Schlachthof: Quarantäne für rund 1100 Mitarbeiter

+++ 16.45 Uhr: Nach einem größeren Corona-Ausbruch in einem Schlachthof im niedersächsischen Wildeshausen haben hat der Landkreis Oldenburg am Freitag eine Schließung des Betriebs und eine zweiwöchige Quarantäne für die 1100 Mitarbeiter angeordnet. Es sei eine „harte Entscheidung“, die nach ausführlichen Abwägungen zum Schutz der Gesundheit der Menschen in der Region getroffen worden sei, sagte Landrat Carsten Harings (parteilos) am Freitag in Wildeshausen. In der Belegschaft gebe es 46 Corona-Fälle. 

Die Entscheidung zur Schließung des kompletten Standorts sei mit der niedersächsischen Landesregierung besprochen worden und werde von dieser mitgetragen, betonte Harings vor Journalisten. Die ersten Corona-Fälle in dem Schlachthof der PHW-Unternehmensgruppe waren Anfang der Woche bekannt geworden. Inzwischen wurden alle rund 1100 Mitarbeiter getestet. 

Corona-Fälle bei Dönerfleischhersteller in Deutschland

+++ 13.15 Uhr: In einem fleischverabeitenden Betrieb in Moers ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Derzeit steigt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle rasant. Insgesamt 79 Mitarbeiter wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Das hat der Kreis Wesel bekannt gegeben. Demnach könnte die Zahl weiter steigen. 

Die infizierten Mitarbeiter des Dönerfleischherstellers befinden sich nun in Quarantäne. Sie sollen keine Symptome zeigen, wie es in der Mitteilung des Kreises Wesel heißt. Die Hygienemaßnahmen des Betriebs seien „hervorragend“, so der Kreis Wesel. Die Firma bringe keine Mitarbeitende in Sammelunterkünften unter oder arbeite „nicht mit Werkverträgen“. 

Coronavirus: Virologe macht Fans wenig Hoffnung auf Stadionbesuche in nächster Zeit

+++ 12.10 Uhr: Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit macht Sportfans wenig Hoffung, dass sie in der kommenden Saison wieder massenhaft in die Stadien strömen können. Mit Blick auf ein großes Fußballstadion sagte Schmidt-Chanasit der dpa: „Wenn wir da 300 Fans reinlassen, das geht natürlich, die kann man auseinandersetzen, da kann man auch noch halbwegs einschreiten.“

Bei größeren Zuschauermengen hingegen werde es schwierig, die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln zu gewährleisten, sagt der Mediziner: „Wenn da 10.000 Fans sind - auch wenn das weniger sind als das maximale Fassungsvermögen - wird das alles schwieriger und es sind dann auch immer mehr Leute dabei, die sich eben nicht an die Regeln halten.“

Die Wahrscheinlichkeit einer Virus-Übertragung hänge aber nicht nur von der Zahl der Zuschauer ab, sondern auch von ihrem Verhalten, sagt Schmidt-Chanasit: „Es können 300 Leute auf der Tribüne sitzen, eine Maske tragen und zwei Stunden kein Wort sagen - da ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering“, erläutert er. „Auf der anderen Seite sitzen eben eine Stunde Leute vielleicht sogar mit Abstand aber ohne Maske und brüllen eine Stunde - da hilft dann der Abstand von 1,50 Metern auch nur noch sehr begrenzt, weil Tröpfchen eben auch mal weiter fliegen können.“ Ein besonderes Risiko herrsche in dieser Hinsicht also bei Sportarten, bei denen Fans sehr emotional mitfieberten.

Corona in Deutschland: Komplettisolation für Hochhauskomplex in Göttingen beendet

+++ 10.20 Uhr: Im niedersächsischen Göttingen ist die Corona-Quarantäne für einen größeren Hochhauskomplex mit rund 700 Bewohnern nach einer Woche beendet worden. Die Isolation der betroffenen Anlage sei um Mitternacht planmäßig ausgelaufen, teilte die Stadt mit. Ab sofort gälten nur noch individuelle Quarantänen für Infizierte und Kontaktpersonen sowie ergänzende Maßnahmen wie Maskenpflicht.

Zuvor waren nach Angaben der Behörden bei 600 Wiederholungstests von zuvor bereits negativ getesteten Bewohner lediglich vier neue Infektionen registriert worden. Der Hochhauskomplex war nach einem massiven Corona-Ausbruch unter den Bewohnern am Donnerstag der vergangenen Woche mit einer Komplettquarantäne belegt worden.

Corona in Deutschland: Saarland mit Beherbergungsverbot

+++ 08.40 Uhr: Auch das Saarland hat ein jetzt Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Ab Montag dürften landesweit keine Gäste mehr untergebracht werden, die aus einem Landkreis mit mehr als 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner kämen, teilte der Regierungssprecher in der Nacht zum Freitag mit. Der Beschluss sei bei einer Sondersitzung des saarländischen Ministerrates am Donnerstagabend gefallen. Die neue Regelung tritt am 29. Juni in Kraft.

Mehrere andere Bundesländer hatten in den vergangenen Tagen Beschränkungen für Reisende aus Corona-Hotspots erlassen, Hintergrund der Debatte war der jüngste Corona-Ausbruch im Raum Gütersloh.

Deutschland: 477 neue Corona-Infektionen

+++ 07.10 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 477 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.556 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Freitagmorgen meldete (Datenstand 26.06., 0.00 Uhr). 

8948 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 21 im Vergleich zum Vortag. Etwa 177 100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 300 mehr als noch einen Tag zuvor. 

Deutschland: Kliniken rechnen noch für Monate mit Krisenbetrieb

Update vom Freitag, 26.06.2020, 05.30 Uhr: Die Kliniken rechnen trotz erster Schritte zu einer Normalisierung noch für mehrere Monate mit einem Betrieb im Krisenmodus. „Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, der Deutschen Presse-Agentur. „Frei gehaltene Personal- und Intensivkapazitäten sind weiter erforderlich - auch für eine mögliche zweite Welle im Herbst.“ Eine Rückkehr zur Regelversorgung wie vor Corona sei bis weit ins nächste Jahr hinein sicherlich nicht möglich. 

Die Zahl der Klinik-Aufnahmen von Covid-19-Patienten sinke insgesamt, diese belegten inzwischen auch weniger Intensivbetten mit künstlicher Beatmung. Die Kapazitäten würden aber weiterhin stark begrenzt durch Erfordernisse für eine konsequente Infektionsvermeidung. So sei eine Versorgung im Mehrbettzimmer kaum noch möglich, erläuterte Baum. Kliniken hätten durch Corona auch deutlich höhere Fallkosten - für Corona-Erkrankte seien abgetrennte Intensiv- und Bettenstationen nötig. Personal müsse so weit wie möglich getrennt eingesetzt werden. 

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Fallzahlen

+++ 20.40 Uhr: Nach den RKI-Angaben von Donnerstag (Datenstand 25.6. 0 Uhr) ist die Zahl der binnen 24 Stunden gemeldeten Neuinfektionen mit 630 höher als die geschätzte Zahl der Genesenen (500) im selben Zeitraum.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich laut RKI 192.079 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Bundesweit starben demnach 8927 mit dem Virus infizierte Menschen - das bedeutet ein Plus von 13 im Vergleich zum Vortag. Etwa 176.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 25.6., 0.00 Uhr, bundesweit bei 0,59 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Deutschland: Schlachthof Geestland meldet Corona-Fälle

+++ 19.40 Uhr: Die Reihentests in einem Putenschlachthof im niedersächsischen Wildeshausen haben 45 Corona-Infektionen bestätigt. Das teilten am Donnerstag der Landkreis Oldenburg und die betroffene Firma Geestland Putenspezialitäten (GPS) mit, die zur Wiesenhof-Gruppe gehört. 

Mit 1115 Tests sei die gesamte Belegschaft bis auf wenige Ausnahmen erfasst worden. Seit Mittwoch kamen noch einmal zehn bestätigte Infektionen dazu. Betroffen seien 5 Festangestellte und 40 Werkvertragsarbeiter. Nur einer dieser 45 Mitarbeiter wohne in einer Gemeinschaftsunterkunft, alle anderen in Privatunterkünften.

Auch wenn der Corona-Ausbruch in Wildeshausen damit viel kleiner ist als in Fleischbetrieben der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen, wirkt er doch auf die Region Oldenburger Land. In Cloppenburg erkrankten nach Angaben des Landkreises ein Mann, der bei Geestland arbeitet, seine Frau und zwei Kinder im Schüleralter. Sie besuchen ein Gymnasium in Cloppenburg. 

Deutschland: Kirchengang Teil des Corona-Ausbruchsgeschehens bei Tönnies

+++ 17.45 Uhr: Der Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies steht offenbar auch im Zusammenhang mit einem Gottesdienst. Im Rahmen der Recherche bei Infizierten sei ein Ausbruchsgeschehen auf den Besuch einer Kirche in Herzebrock-Clarholz zurückzuführen gewesen, teilte der Kreis Gütersloh am Donnerstag mit. Danach besuchten mehrere Infizierte, die einen direkten Bezug zum Unternehmen Tönnies hätten, einen Gottesdienst am 17. Mai. 

Kirchgänge sind trotz Coronaregionalverordnung im Raum Gütersloh nach wie vor erlaubt.

Eine genaue Ursache für den Eintrag des Coronavirus in die Firma Tönnies lasse sich aber nicht exakt und zweifelsfrei benennen, betonte der Kreis. Die Gemeinde habe ein sehr großes Einzugsgebiet und es sei nicht klar, von welchem Patienten die Ausbreitung der Krankheit ihren Ausgang genommen habe. 

Corona in Deutschland: Feindseligkeiten gegen Menschen aus Gütersloh

+++ 15.20 Uhr: Seit dem Corona-Ausbruch bei der Fleischfabrik Tönnies herrscht im Landkreis Gütersloh Ausnahmezustand. Die Menschen fühlen sich unter Generalverdacht gestellt und sehen sich Feindseligkeiten gegenüber.

In einem „t-online“-Interview äußert sich der Bürgermeister Henning Schulz (CDU) „verzweifelt und wütend“. Er sei mit Herausforderungen konfrontiert, die so nie dagewesen seien.  

„Bei Wiesenhof oder in Berlin gab es ebenfalls lokale Corona-Ausbrüche. Wurde da ganz Berlin stigmatisiert? Nein“, wird Schulz bei „t-online“ zitiert. Gleichsam wolle er gegen das „System Tönnies“ vorgehen. 

Deutschland: Plenarsitzung wegen Corona abgesagt

+++ 13.00 Uhr: Der rheinland-pfälzische Landtag hat die für Donnerstag angesetzte Plenarsitzung wegen eines Corona-Verdachtsfalls kurzfristig abgesagt. Nach der Plenarsitzung am Mittwoch sei bekannt geworden, dass eine Abgeordnete des Landtags Kontaktperson eines an Covid-19 erkrankten Menschen sei, teilte der Landtag am Donnerstagmorgen mit.

Die Abgeordnete sei am Morgen auf das Coronavirus getestet worden und befinde sich in häuslicher Quarantäne, erklärte ein Sprecher der Landtagsverwaltung. Das Ergebnis des Corona-Tests wird für den frühen Abend erwartet.

Die unter Corona-Verdacht stehende Abgeordnete hatte an der Plenarsitzung am Mittwoch teilgenommen. Diese fand erneut in einem Saal der Mainzer Rheingoldhalle statt, mit weitem Abstand zwischen den Abgeordnetenplätzen und Maskenpflicht beim Verlassen der Plätze. Der Ältestenrat des Parlaments entschied in einer kurzfristig angesetzten Sitzung am Donnerstagmorgen, die Plenarsitzung vorsichtshalber abzusagen. Sobald das Testergebnis vorliegt, will der Ältestenrat entscheiden, wann die Plenarsitzung nachgeholt wird.

+++ 9.25 Uhr: Auch Baden-Württemberg will Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten lassen. Das Beherbergungsverbot für Besucher aus einem Kreis mit erhöhtem Infektionsgeschehen soll schnell in Kraft treten. Es gelte, sobald die Verordnung vom Sozial- und vom Wirtschaftsministerium notverkündet werde, teilte am späten Mittwochabend das Staatsministerium in Stuttgart mit.

Anstieg der Corona-Fälle in Deutschland: Stephan Weil äußert sich

+++ 9.15 Uhr: Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hält die Corona-Lage in seinem Bundesland für weniger schlimm als in Nordrhein-Westfalen. Angesprochen auf die Corona-Ausbrüche bei niedersächsischen Fleischbetrieben in seinem Bundesland sagte Weil am Donnerstag im ARD-„Morgenmagazin“, die Zahlen seien „noch nicht so besorgniserregend“ wie im Nachbarbundesland. Derzeit laufe die Testung der Mitarbeiter an den beiden niedersächsischen Standorten.

Weitgehende Beschränkungen des öffentlichen Lebens, wie sie in zwei Kreisen in Nordrhein-Westfalen verhängt wurden, hält Weil in seinem Bundesland derzeit nicht für nötig. Das Infektionsgeschehen in Niedersachsen sei allgemein rückläufig.

Deutschland: SPD jetzt für Corona-Immunitätsausweis

+++ 6.45 Uhr: Nach anfänglichem Widerstand kommt aus der SPD inzwischen Zustimmung zu einem Corona-Immunitätsausweis. „Wie bei jedem anderen medizinischen Testbefund hat man auch bei einem Corona-Test einen Anspruch auf die Dokumentation des Ergebnisses“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Bärbel Basm der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Entscheidend sei, „dass aus dem Immunitätsstatus keine Stigmatisierung entstehen darf. Wir werden darauf zu achten haben, dass für diese Personen keine anderen Freiheits- oder Persönlichkeitsrechte gelten“, sagte die Gesundheitspolitikerin. Über einen Immunitätsausweis berät laut der Zeitung der Deutsche Ethikrat am heutigen Donnerstag erstmals.

Nach massivem Widerstand vom Koalitionspartner SPD hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seine Pläne für einen Immunitätsausweis Anfang Mai zunächst auf Eis gelegt.

SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach befürchtet zweite Corona-Welle

+++ 5.30 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Neuinfektionszahlen einen weitere deutschlandweiten „Lockdown“ - also die massive Einschränkung des öffentlichen Lebens - für ausgeschlossen. „Einen bundesweiten Lockdown, wie wir ihn gehabt haben, wird es nicht noch einmal geben. Solche Maßnahmen sind nicht wiederholbar. Aber es wird dann Beschränkungen geben“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung (RNZ/Donnerstag).

SPD Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Als hätte es Corona nie gegeben“

Und: „Die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Welle steigt. Die Leute verhalten sich derzeit zunehmend unvorsichtig. Wenn man abends vor allem durch Großstädte geht, hat man den Eindruck, dass vor allem jüngere Menschen sich so verhalten, als hätte es Corona nie gegeben.“

Im Herbst wäre dann eine zweite Welle tatsächlich zu erwarten, so Lauterbach, und: „Große Sorgen mache ich mir um die Schulen. Einen Regelbetrieb nach den Sommerferien so wie vor Corona, halte ich für nicht möglich.“

Corona in Deutschland: Tagesaktuelle Fallzahlen für den Donnerstag

Update vom Mittwoch, 25.06.2020, 5.25 Uhr: Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 630 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 192.079 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Donnerstagmorgen meldete (Datenstand 25.06., 0 Uhr).

8927 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 13 im Vergleich zum Vortag. Etwa 176 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind 500 mehr als noch einen Tag zuvor.

R-Wert sinkt wieder - Corona-Fallzahlen in Deutschland

+++18.31 Uhr: Trotz einiger lokaler Corona-Hotspots wie im Kreis Gütersloh, wo es bei dem Fleischfabrikanten Tönnies zu einem großen Corona-Ausbruch kam, sinkt der R-Wert in Deutschland insgesamt wieder deutlich: In ganz Deutschland lag die Reproduktionszahl nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 24.6., 0.00 Uhr, bei 0,72 - und damit deutlich unter dem Wert des Vortags von 2,02. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert mit Datenstand 24.6., 0.00 Uhr, auf 1,17 (Vortag: 1,67). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

+++15.25 Uhr: Alle Mitarbeiter eines zur Wiesenhof-Gruppe gehörenden Putenschlachthofs im niedersächsischen Wildeshausen werden seit Mittwoch auf das Coronavirus getestet. Davon betroffen sind mehr als 1100 Menschen. Am Dienstag waren bereits Corona-Infektionen bei 23 Mitarbeitern festgestellt worden.

Die Proben würden von einem privaten Labor entnommen, aber „unter enger Aufsicht des Gesundheitsamtes durchgeführt“, sagte ein Sprecher des Landkreises Oldenburg: „Es muss jetzt sehr schnell gehen.“ Im Laufe des Tages erwarte man zudem Ergebnisse von Tests vom Dienstag. Dabei gehe es um etwa 150 direkte Kontaktpersonen der zum Wochenbeginn ermittelten infizierten Mitarbeiter.

Corona-Ausbruch in Schlachthöfen: Kontaktpersonen unter Quarantäne

Betroffen ist ein mehrheitlich zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörender Schlachthof. Das Unternehmen hatte erklärt, in den kommenden Tagen nochmals alle Mitarbeiter testen zu lassen - Anfang Juni hatte es bereits einen ersten Durchlauf gegeben. Der Landkreis stellte die unmittelbaren Kontaktpersonen und Arbeitskollegen unter Quarantäne.

+++ 12.40 Uhr: Die wieder aufgelegten Corona-Beschränkungen in den nordrhein-westfälischen Kreisen Gütersloh und Warendorf betreffen nach Angaben der katholischen Kirche nicht die Kirchgänge. Für entsprechende Versammlungen in den Kirchen enthält die seit Mittwoch geltende Coronaregionalverordnung keine Beschränkungen, heißt es in einer veröffentlichten Handlungsempfehlung des Erzbistums Paderborn.

Öffentliche Kirchgänge könnten weiter unter den bisherigen strengen hygienischen Auflagen stattfinden. Im Bereich des Erzbistums liegt das Dekanat Rietberg-Wiedenbrück, zu dem auch die vom Corona-Ausbruch betroffene Stadt Rheda-Wiedenbrück gehört.

Niedersachsen erlässt Beherbergungsverbot für Reisende aus Corona-Hotspots

+++ 11.30 Uhr: Niedersachsen erlässt nach dem massenhaften Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh in Nordrhein-Westfalen ein Beherbergungsverbot für Touristen aus der Region. „Das Land wird die bereits in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung im Tourismusbereich anwenden auf Menschen aus dem Bereich Gütersloh“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Mittwoch in Hannover. Eine entsprechende Regelung werde gerade erarbeitet. Noch nicht entschieden ist, ob sie generell für Regionen in Deutschland mit einer erhöhten Zahl von Corona-Neufinfektionen gelten soll.

Schleswig-Holstein plant Quarantäne für Reisende aus Raum Gütersloh 

+++ 11.00 Uhr: Schleswig-Holstein will künftig eine zweiwöchige Quarantäne für Reisende aus Corona-Hotspots einführen. Dies teilte die Landesregierung nach Angaben der „Süddeutschen Zeitung“ mit. 

Anlass sind die massenhaften Corona-Fälle in Schlachthöfen, unter anderem in der Fleischfabrik Tönnies. Menschen, die aus dem Kreis Gütersloh kämen, müssten sich 14 Tage in ihre Wohnung oder eine andere „geeignete Unterkunft“ begeben, heißt es.  

Die aktuellen Coronavirus-Fallzahlen für Deutschland

+++ 10.30 Uhr: Mit Blick auf die hohen Corona-Infektionszahlen im Kreis Gütersloh hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an die Bürger appelliert, die neu verordneten Einschränkungen zu akzeptieren. „Wir sehen ja, wenn man es diesem Virus zu leicht macht, dann breitet es sich auch ganz, ganz schnell wieder aus“, sagte Spahn am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. „Ich verstehe sehr gut, dass es Enttäuschungen, Sorgen, ja auch Wut gibt (...), weil es jetzt eben wieder Beschränkungen gibt“, sagte Spahn. Es sei wichtig deutlich zu machen, dass dies zum Schutz von Allen ist.

+++ 9.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Mittwoch mit 191.449 angegeben - ein Plus von 587 seit dem Vortag. 

Coronavirus in Deutschland: Fleischindustrie in der Kritik

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 192.480 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8914 Todesfälle und damit 19 mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8914 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 176.300.

+++ 8.30 Uhr: Rumänien fordert angesichts der Coronavirus-Ausbrüche in der Fleischindustrie einen besseren Schutz seiner Staatsbürger in deutschen Schlachthöfen. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten müssten „dringend verbessert werden“, sagte der rumänische Botschafter in Berlin, Emil Hurezeanu, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Die Kritik an den Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie sei „zu Recht immer heftiger“ geworden.

Corona in Deutschland: Die aktuelle Reproduktionszahl

Update, Mittwoch, 24.06.2020, 6.25 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 23.6., 0.00 Uhr, bei 2,02 (Vortag: 2,76). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel zwischen zwei und drei weitere Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Corona-Infektionen auch in Schlachthof in Niedersachsen

+++ 18.45 Uhr: Auch in einem Schlachthof im niedersächsischen Wildeshausen gibt es Corona-Infektionen unter Beschäftigten. Wie ein Sprecher des Landkreises Oldenburg mitteilte, fielen im Zuge einer Reihentestung der Mitarbeiter 23 von bislang 50 Tests positiv aus. Am Mittwoch sollen die Corona-Tests aller 1100 Beschäftigten an dem Standort der PHW-Unternehmensgruppe demnach fortgesetzt werden.

Die PHW-Gruppe gehört zu den großen Fleischkonzernen und vertreibt Geflügelprodukte unter dem Markennamen Wiesenhof. Im Mai hatte die niedersächsische Regierung nach ersten größeren Corona-Ausbrüchen in der Branche obligatorische Reihentestungen für alle Betriebe im Land angeordnet. Nach Angaben des Kreissprechers sollen abhängig vom Infektionsausmaß außerdem weitere Maßnahmen ergriffen werden.

Corona in Deutschland: 44 Corona-Infizierte in Gebäudekomplex in Berlin-Friedrichshain

+++ 17.30 Uhr: Bei 44 Bewohnern eines Gebäudekomplexes im Berliner Stadtteil Friedrichshain sind Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Aufgrund „einiger“ Coronafälle habe das Gesundheitsamt dort in der vergangenen Woche umfangreiche Testungen bei Kontaktpersonen vorgenommen, teilte eine Sprecherin des Bezirks auf Anfrage mit. Die betroffenen Haushalte wurden demnach unter Quarantäne gestellt. Die Menschen hätten keine Symptome gehabt. 

Unter den Infizierten seien auch Kinder, hieß es. Schulen, Kitas sowie Jugendfreizeiteinrichtungen sowie Schul- und Kitaaufsicht seien umgehend informiert worden. „An den betroffenen Schulen und Kitas werden nun ebenfalls Testungen angeboten“, erklärte die Sprecherin weiter. Die Menschen in Quarantäne würden vom Bezirksamt mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt. 

Zu möglichen Hintergründen der Häufung von Fällen in dem Haus machte der Bezirk zunächst keine weiteren Angaben. Ob vielleicht ein Zusammenhang zu dem aktuellen Corona-Ausbruch in Berlin-Neukölln mit inzwischen knapp 100 bestätigten Fällen besteht, war zunächst nicht bekannt. Dort stehen rund 370 Haushalte an sieben Standorten unter Quarantäne; Querverbindungen auch in andere Bezirke wurden vermutet.

Bayern will keine Reisenden aus Landkreis Gütersloh mehr beherbergen 

+++ 15.15 Uhr: Hotels, Pensionen und andere Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen vorerst keine Gäste mehr aus dem nordrhein-westfälischen Landkreis Gütersloh und aus anderen Kreisen mit hohen Corona-Infektionszahlen aufnehmen. „Es geht um die klassische Urlaubsreise“, sagte der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag in München im Anschluss an eine Kabinettssitzung, bei der diese Maßnahme beschlossen wurde. 

Vor dem Urlaubsreiseverkehr aus dem kurz vor Beginn der Sommerferien stehenden Nordrhein-Westfalen solle diese Schutzmaßnahme nun greifen. Herrmann sagte, aus den Erfahrungen nach den Faschingsferien sei die klare Erkenntnis gewonnen worden, dass von Regionen mit so einer hohen Zahl an Infizierten wie im Landkreis Gütersloh eine Gefahr drohe. Dies dürfe sich nicht wiederholen. „Wehret den Anfängen“, sagte der Staatskanzleichef. Das Beherbergungsverbot gilt auch über den Landkreis Gütersloh hinaus grundsätzlich für alle Landkreise mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den zurückliegenden sieben Tagen. Darunter fällt aktuell der Landkreis Warendorf, der an den Kreis Gütersloh grenzt.

Corona in Deutschland: Auch Berlin schafft Kontaktbeschränkungen ab 

+++ 14.28 Uhr: Nach Thüringen und Brandenburg folgt die Hauptstadt: die wegen der Corona-Pandemie geltenden Kontaktbeschränkungen in Berlin fallen weg. Das hat der Senat am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen. Bisher gilt, dass sich in der Hauptstadt maximal fünf Personen aus mehreren oder nur Mitglieder zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen dürfen. 

Die Regelung sollte die Ausbreitung des Coronavirus verhindern helfen. Künftig müssen sich die Berliner nicht mehr daran halten, auch wenn die Abstands- und Hygieneregeln weiter gelten sollen. Damit setzt der Senat auf weitere Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Beratungen darüber gab es schon bei der Senatssitzung in der vergangenen Woche, aber noch keinen Beschluss. Dass die Koalitionsparteien sich in diesem Punkt einig sein würden, hatte sich aber bereits angedeutet.

+++ 12.00 Uhr: Deutschlands größter Fleischfabrikant Tönnies, der aktuell aufgrund eines massiven Corona-Ausbruchs in seinem Stammwerk die Schlagzeilen beherrscht, ist Parteispender bei der CDU. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Coronavirus in Deutschland: Tönnies ist Großspender der CDU

Erwähnt werden neun Einzelspenden, die von 2002 bis 2017 an die CDU geflossen seien. Das RND hat seine Daten aus der Datenbank Lobbypedia.

Es seien insgesamt 158.474 Euro von Tönnies an die CDU überweisen worden, aber keine Spenden an andere Parteien. Welche Gliederung der CDU die Gelder erhalten hat, sei indes unbekannt.   

Coronavirus: Die aktuellen Fallzahlen für Deutschland

Update vom Dienstag, 23. Juni 2020, 10.15 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Dienstag mit 190.862 angegeben - ein Plus von 503 seit dem Vortag. 

Coronavirus: Der Ausbruch bei Tönnies hat Folgen für die Region.

Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 191.768 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 8895 Todesfälle und damit zehn mehr als am Vortag. Die JHU zählte 8899 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 175.700.

Erstmeldung vom Dienstag, 23. Juni 2020: Seit März 2020 hat die Corona-Pandemie Deutschland im Griff. Gerade der Fall der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück in Nordrhein-Westfalen zeigt, dass das Virus längst noch nicht überstanden ist. Im Konzern von Clemens Tönnies  sind aktuell 1553 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Corona-Fälle bei Tönnies offenbaren Missstände

Diese hohe Zahl an positiv Infizierten mit der Corona-Seuche* offenbart auch die Missstände, wie sie in Schlachtereien und Fleischverarbeitungsfabriken häufig auftauchen: schlechte Arbeitsbedingungen, zum Teil unmenschliche Unterbringungen von Arbeitern, die häufig aus Osteuropa kommen, nur Leihverträge haben und billig entlohnt werden. Gleichzeitig ist es für die Menschen nicht gegeben, sich an Corona-Schutzmaßnahmen zu halten und Abstand beziehungsweise Hygieneregeln einzuhalten. 

Die Regierung in Düsseldorf um Ministerpräsident Armin Laschet hat nun wegen des Falls Tönnies regionale Einschränkungen beschlossen, um das Coronavirus wieder einzudämmen und lokal zu halten. Die Behörden verbieten im Kreis Gütersloh unter anderem wieder Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen. Fitnessstudios würden im Kreisgebiet ebenso geschlossen wie Kinos und Bars, sagte Laschet (CDU) am Dienstag in Düsseldorf.

Lockerung von Corona-Schutzmaßnahmen in den Ländern   

Währenddessen schreiten andere Bundesländer weiter voran, trotz der Corona-Pandemie die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens zu ermöglichen. Die Länder entscheiden weitgehend in eigener Verantwortung. 

Es wird versucht, die Möglichkeit einer sogenannten „zweiten Welle“ weitestgehend gering zu halten, wobei hierbei die Bedeutung der Abstand- und Hygieneregeln betont wird.  

Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), ist nach eigenen Worten „sehr optimistisch“, dass in Deutschland eine zweite Welle der Corona-Infektionen verhindert werden kann. Wieler begründete seinen Optimismus damit, dass die Menschen in Deutschland die Abstands- und Hygieneregeln kennen und damit wissen, wie solch eine zweite Welle verhindert werden kann. „Das liegt echt in unserer Hand, in unserer Verantwortung.“

Den deutlichen Anstieg des sogenannten R-Werts begründete Wieler damit, dass vermutlich die jüngsten großen Corona-Ausbrüche in Zusammenhang mit Fleischfabriken den R-Wert „massiv beeinflussen“. Endgültig stehe dies aber noch nicht fest, es werde noch geprüft. (von Katja Thorwarth mit Agentur)

  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.