Nebenwirkungen „unheimlich selten“

Expertin über Corona-Impfstoff: „Einer der sichersten“ - doch Effekte könnte auf sich warten lassen

  • Luisa Billmayer
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Erste Impfungen haben begonnen. Virologin Melanie Brinkmann nennt konkrete Werte, ab wann sie spürbare Effekte erwartet - warnt aber vor vorschnellen Lockerungen.

  • Am Sonntag (27. Dezember) begannen die Massenimpfungen gegen das Coronavirus*.
  • Virologin Melanie Brinkmann lobte den Impfstoff für seine Wirkung und seine gute Verträglichkeit.
  • Vor frühzeitigen Aufhebungen des Lockdowns warnte sie aber, denn: Die Weiterverbreitung des Virus fördert Mutationen und die gefährden die Wirksamkeit des Impfstoffes.

Braunschweig/München - „Dieser mRNA-Impfstoff ist einer der sichersten Impfstoffe, die man haben kann“, erklärte Virologin Melanie Brinkmann im ZDF-Heute-Journal am Sonntag (27. Dezember). „Es ist erstaunlich und absolut erfreulich, wie gut dieser Impfstoff* auch wirkt.“ Hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen sagte Brinkmann, dass unerwünschte Reaktionen selten auftreten würden. „Mittlerweile wurden weltweit über eine Million Menschen, mit diesem Stoff geimpft. Außergewöhnliche Ereignisse, wie allergische Reaktionen, waren unheimlich selten“, so die Virologin.

Virologin Melanie Brinkmann hat große Hoffnungen in den Impfstoff gegen das Coronavirus.

Virologin Brinkmann bewertet Impfstoff: „Einer der sichersten, den man haben kann“

Generell sei der Impfstart* ein großer Lichtblick in der Corona-Pandemie*. Bis sich aber Erfolge abzeichnen, kann es noch etwas dauern. „Wir müssen erst einen großen Teil der Bevölkerung geimpft haben, um wirklich einen Effekt zu sehen“, stellte Brinkmann klar. „Ich schätze, dass wir einen Unterschied spüren werden, wenn wir 40 bis 50 Prozent der Menschen in Deutschland geimpft haben.“

Brinkmann erwartet also spürbare Effekte, sobald 32 bis 40 Millionen Deutsche geimpft sind. Bisher erhielten 41.962 Menschen die erste Dosis gegen das Virus, wie das Robert Koch-Institut mitteilte (Datenstand: 29. Dezember, 8.00 Uhr). Rund 20.000 Spritzen werden pro Tag vergeben. Jeder Mensch muss jedoch zwei Dosen erhalten.

Mit dem vorrangigen Impfen der Risikogruppen wird besonders eine Folge für die Corona-Lage in Deutschland erwartet: „Wir sollten im Laufe des Jahres einen deutlichen Effekt auf die Todeszahlen sehen“, so Brinkmann. Auch wenn mit den ersten Impfungen die Risikogruppen geschützt sind und weniger Menschen an dem Virus sterben, sei es wichtig die Infektionszahlen niedrig zu halten. Denn: „Man gibt dem Virus dadurch die Chance sich weiter auszubreiten und sich zu verändern. Tatsächlich kann es dann möglich sein, dass aktuell wirksame Impfstoffe nicht mehr so gut wirken oder auch gar nicht mehr wirken. Deshalb ist es wichtig, das Virus weiterhin gut in Schach zu halten.“

Virologin bewertet Impfstoff: Effekte lassen trotzdem auf sich warten - Lockerungen vermeiden

Mehrere europäische Virologen rufen deshalb dazu auf, den Lockdown so lange durchzuhalten, bis die 7-Tages-Inzidenzen* sehr gering sind. Die Bundesregierung hat sich einen Wert von 50 Neuninfektionen je 100.000 Einwohner pro Woche als Ziel gesetzt. Dazu hat Brinkmann eine eindeutige Meinung: „Die 50er-Inzidenz ist zu hoch. Das ist keine Zahl, bei der das Geschehen unter Kontrolle ist. Kontrolle haben wir eher bei einer Inzidenz von 20.“

Ab welchem Wert Bund und Länder den harten Lockdown aufheben werden, wird sich zeigen. Am 5. Januar werden sich Merkel und die Ministerpräsidenten erneut beraten* und das weitere Vorgehen planen. (lb) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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