Zensur in China

Darum will eine chinesische Frauen-Gruppe soziale Netzwerke verklagen

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Der Messengerdienst WeChat gilt als chinesisches WhatsApp-Pendant. 

Der Account der Gruppe wurde ausgerechnet am 8. März, dem internationalen Frauentag, gelöscht. Nun soll die Rache folgen.

Aktivistinnen einer chinesischen Frauengruppe setzen sich gegen die Sperrung ihrer Accounts in sozialen Netzwerken zur Wehr: Die Feminist Voices bereiten eine Klage gegen das chinesische Twitter-Pendant Weibo und den Messengerdienst WeChat vor, wie die Gründerin der Gruppe, Lu Pin, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Weibo habe am 8. März, dem internationalen Frauentag, den Account der Frauen-Gruppe gelöscht.

Mitglieder der Feminist Voices hätten sich daraufhin an den Kundendienst des Konzerns gewandt, der ihnen am Telefon mitgeteilt habe, dass das Konto nicht wieder aktiviert werden könne. Grund dafür sollen laut Angaben der Aktivistinnen "sensible und illegale Inhalte" gewesen sein. Am nächsten Tag sei das öffentliche WeChat-Konto der Gruppe ebenfalls gesperrt worden.

Feminist Voices erklärte, die Gruppe habe rechtliche Schritte eingeleitet und sei dabei, sowohl WeChat als auch Weibo zu verklagen. Weder der Konzern Sina Weibo noch das Internet-Unternehmen Tencent, welches den Dienst WeChat betreibt, äußerten sich zu den Vorwürfen. Schon in der Vergangenheit waren die Social-Media-Konten der Frauengruppe zeitweise inaktiviert worden. "Aber dieses Mal soll es sich um eine dauerhafte Löschung handeln", sagte Lu.

Auch die Schauspielerin Emma Watson soll hierbei eine Schlüsselrolle spielen 

Lu erklärte, sie habe einen offenen Brief an die britische Schauspielerin Emma Watson gerichtet. Watson werde von vielen jungen Frauen in China als feministisches Idol verehrt. 

"Wir kämpfen dafür, unseren Account zu reaktivieren, weil wir weiter unserer Arbeit nachgehen wollen und bitten Sie darum, der Organisation Feminist Voices öffentlich Ihre Unterstützung zuzusichern", postete Lu am Freitag in englischer Sprache auf Twitter.

Das kommunistische China ist bekannt für die strikte Zensur jeglicher Internet-Inhalte 

Feminist Voices betreibt den Weibo-Account seit 2010. Im vergangenen Jahr blockierten chinesische Behörden das Konto, nachdem die Betreiberinnen dort eine akademische Schrift aus den USA veröffentlicht hatten, in der zu einem "Frauenstreik" aufgerufen wurde. In der Folge sah sich die Gruppe, die rund 250.000 Follower hat, mit einer Sperre über 30 Tage konfrontiert. Die Kommunistische Partei Chinas ist für ihre strikte Zensur von Internet-Inhalten bekannt.

AFP

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