Bestatter erzählt

Tierbestattung oder Tierarzt? Das geschieht mit Hund und Katze nach dem Tod

Für viele Menschen sind Haustiere wie Hund und Katze wichtige Begleiter im Leben. Das geschieht mit den Tieren nach ihrem Tod, wenn man sich nicht für eine Bestattung entscheidet. 

  • Tierbestattung ist im Kreis Offenbach beliebt
  • Viele wünschen sich die Einäscherung
  • Das geschieht mit Hund und Katze, wenn man sie beim Tierarzt lässt

Dietzenbach – Über Jahre haben die Hunde, Katzen, Vögel oder auch Schildkröten ihre Besitzer durch gute und schlechte Zeiten begleitet. Da hilft es vielen, wenn der Freund mit Fell oder Feder einen Platz hat, an dem nach dessen Tod an das Tier erinnert werden kann.

Tierbestattung: Günstige Einäscherung oder teurer Diamantring aus Hund und Katze

An dieser Stelle kommt das Team der Tierbestattung Pax Animalis aus Dietzenbach ins Spiel, das das geliebte Haustier nicht nur einäschert, sondern oft auch die Trauerbegleitung übernimmt: „Zu uns kommen manche Menschen schon, wenn die Tiere in einem fortgeschrittenen Alter sind und erkundigen sich über verschiedene Möglichkeiten“, verrät Carsten Weber, Inhaber von Pax Animalis. In Dietzenbach sind die Tierbestatter mit einer Beratungsstelle ansässig, der Hauptsitz des Unternehmens ist in Darmstadt. Dort steht auch das Krematorium, in dem die Tiere eingeäschert werden.

Geschäftsführer Antonino Romano präsentiert die ausgefallenste Bestattungsart für ein Haustier. Dafür wird die Asche zu einem Diamanten gepresst.

Deren Besitzer haben dabei die Wahl zwischen der günstigeren Einäscherung mit anderen Tieren zusammen oder der teureren, individuellen Kremierung. Bei letzterer wird dem Leichnam des Tieres ein feuerfester Schamottstein beigelegt, damit die Asche am Ende zweifelsfrei zugeordnet werden kann. Die Einäscherung kostet bei einem kleinen Tier wie einem Hasen rund 58 Euro und bei einem großen Hund 300 Euro.

Der geliebte Hund oder die Katze als Diamantring: Tierbestattung geht auch exklusiv

Wer es noch exklusiver mag, kann die Asche des treuen Begleiters auch zu einem Diamanten mit einem Karat pressen lassen. Dieser lässt sich dann an einem Ring oder einer Kette befestigen. „So ein Diamant kostet um die 2000 Euro, zwei bis drei Mal im Monat bekommen wir solch Aufträge“, erzählt Inhaber Weber.

Wird das Haustier beispielsweise nach dem Einschläfern beim Tierarzt gelassen, dann endet es in der Regel in einer Tierkörperbeseitigungsanlage. Dort wird der geliebte Vierbeiner mit verunfalltem Wildtieren und Schlachtabfällen verarbeitet. Am Ende werden daraus tierische Proteine oder auch Tierfette gewonnen, die unter anderem Biodiesel beigemischt werden. Auch deshalb entscheiden sich viele Tierbesitzer für eine Bestattung ihres verstorbenen Lieblings.

Tierbestattung im Kreis Offenbach: So viele Tiere werden von Pax Animalis im Monat eingeärschert

Durchschnittlich 800 Tiere äschern die Mitarbeiter bei Pax Animalis jeden Monat ein. Dabei wird es auch für das Team immer wieder emotional, wie Geschäftsführer Antonino Romano berichtet: „Es war einmal eine Frau bei uns, die ihren Sohn verloren hatte. Dessen Hund war für sie eine lebende Erinnerung an ihren Sohn. Als auch der Hund gestorben ist, war das für die Frau, als wäre ihr Sohn ein zweites Mal gestorben. Das nimmt einen schon sehr mit.“

Deswegen sei es laut Antonino Romano auch sehr wichtig, dass seine Mitarbeiter für den Beruf des Tierbestatters geschaffen seien. Die Empathie für die Menschen sei dabei ganz entscheidend. „Entweder man hat das von Natur aus, oder nicht.“ Als erfüllend sieht der Geschäftsführer vor allem die Begleitung der Besitzer an: „Es ist schön, jemanden zu unterstützen. Dabei lernt man die Menschen meist von einer ganz anderen – sehr emotionalen – Seite kennen.“

VON LUKAS REUS

Die Pandemie die durch das Coronavirus ausgelöst wurde, macht vielen Menschen ihre eigene Sterblichkeit bewusst - einigen so sehr, dass sie aus Angst vor Ansteckung ihr Haustier abgeben möchten.

Hund und Katze verstehen sich in der Regel nicht so gut - wenn es allerdings richtig angegangen wird, können sie dennoch im selben Haus leben und sogar gute Freunde werden.

Rubriklistenbild: © Markus Hibbeler/dpa

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