Vier Tatverdächtige in U-Haft

"Sehr schockierendes Verbrechen" - Doppelmord in Bayern aufgeklärt

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Der Polizeipräsident für Oberbayern Süd, Robert Kopp (r), und der leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke zur Pressekonferenz in Weilheim. Foto: Tobias Hase

Königsdorf - Der Fall war auch Thema bei "Aktenzeichen XY... ungelöst". Jetzt haben Fahnder in Bayern einen Doppelmord aufgeklärt. Was steckt hinter der Tat?

Fünf Wochen nach dem Verbrechen ist ein Doppelmord in einem bayerischen Dorf nach Angaben der Fahnder aufgeklärt. Alle vier Tatverdächtigen sitzen in Untersuchungshaft, wie die Ermittler am Montag mitteilten. In einem Haus in Höfen bei Bad Tölz waren im Februar eine Frau (76) aus dem Raum Frankfurt am Main und ein Mann (81) aus Nordrhein-Westfalen ermordet worden. Beide waren Bekannte der schwer verletzt überlebenden 76 Jahre alten Hausbesitzerin. Als Tatmotiv nehmen die Ermittler Raub an.

Als letzter wurde der 43-jährige Bruder der Pflegerin verhaftet, die im Haus der einzigen Überlebenden zeitweise gearbeitet hatte. Seine Festnahme erfolgte am vergangenen Freitagabend in der polnischen Stadt Stettin, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Hajo Tacke in Weilheim sagte. Es sei ebenso wie für die beiden anderen in Polen festgenommenen Männer Auslieferungshaftbefehl gegen ihn ergangen. Der 43-Jährige ist in Deutschland „einschlägig vorbestraft“, wie weiter mitgeteilt wurde.

Drei Verdächtige sitzen bereits in U-Haft

Die drei anderen mutmaßlichen Täter sitzen schon seit Wochen in U-Haft. Die Pflegerin war als erste der vier Verdächtigen bereits am 8. März in Prenzlau in Brandenburg festgenommen worden, wohin sie aus dem nahen Stettin von der deutschen Justiz zur Vernehmung gebeten worden war.

Der zweifache Raubmord und versuchte Mord ist nach dem Ergebnis der Ermittlungen die Tat einer Familienbande. Daran waren neben der 49 Jahre alten Pflegerin deren 23-jähriger Sohn und ihr jetzt festgenommener Bruder beteiligt.

Zum genauen Tathergang äußerten sich die Ermittler weiterhin nicht, auch nicht zu den Rollen, die die vier mutmaßlichen Täter bei dem Verbrechen spielten. Die Kripo weiß noch nicht, ob alle drei Männer zur Tatzeit am Tatort waren, erhofft sich darüber durch die weiteren Ermittlungen aber Klarheit.

Die Pflegerin, die vergangenes Jahr den mittlerweile verstorbenen Ehemann der Hauseigentümerin betreut hatte, gilt mindestens als Informantin der Täter. Der Mitte März in Polen festgenommene Verdächtige im Alter von 32 Jahren ist mit dem zuletzt festgenommenen 43-Jährigen bekannt, wie Staatsanwalt Florian Schweyer berichtete.

Erschlagen im Haus aufgefunden

Die Opfer waren erst drei Tage nach dem Verbrechen erschlagen im Haus aufgefunden worden. Die Hausbesitzerin war von ihren Peinigern schwer verletzt zurückgelassen und ebenfalls erst Tage später von der Polizei gefunden worden. Sie liegt nach wie vor im Krankenhaus. Nach Angaben von Soko-Chef Markus Deindl hat sich ihr Gesundheitszustand zwar gebessert. Vernehmungsfähig ist die Seniorin aber noch immer nicht.

Bislang wurden in dem Fall 4000 Spuren gesichert und 250 Menschen vernommen, wie der Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, Robert Kopp, berichtete. Er sprach von einem „sehr schockierenden Verbrechen“, das die Idylle in dem Weiler schwer erschüttert habe. Der Fall war auch Thema in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“.

Lesen Sie hier den News-Blog des Münchner Merkurs zu den Entwicklungen im Doppelmord von Königsdorf

dpa

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