Ekel-Expedition Elbe

Forscher schlagen Ekel-Alarm: Elbe ist mit Plastik-Gift verseucht

Deutsche Forscher waren wochenlang mit einem Expeditionsschiff auf der Elbe unterwegs und wagten sich bis an den Grund des Flusses vor. Was sie in den dunklen Tiefen der Elbe entdeckten, ist erschreckend.

  • Elbe*: Forschungsschiff „Aldebaran“ auf Expeditionstour.
  • Zwischenstopp im Hambuger Hafen*.
  • Erschreckender Fund bei Hamburg*: Plastik-Seuche.

Hamburg/Dresden – Die „Aldebaran“ ist in ungewöhnlicher Mission auf der Elbe unterwegs. Während die großen Kreuzfahrt-Dampfer aus dem Hamburger Hafen nach langer Coronavirus*-Pause so langsam wieder Traumdestinationen im Süden anschippern*, hat das Forschungsschiff ganz andere Pläne. Die Crew der Aldebaran träumt nicht von weißen Traumstränden, sondern von dem dreckigen Grund der Elbe.

Strom in EuropaElbe
Länge1.112 km
Abfluss711 m³/s
QuelleRiesengebirge
MundNordsee
StädteDresden, Ústí nad Labem, Pardubitz, Hohenelbe
BrückenElbtunnel, Blaues Wunder, Augustusbrücke

Hamburger Elbe-Expedition: Forschungsschiff „Aldebaran“ auf Mikroplastik-Suche – Stopp im Hamburger Hafen

Am 8. Juni schipperte das gelbe Segelschiff in Dresden los. „Die Reise geht von Schöna bis nach Cuxhaven“, informiert die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW). An Bord: Junge Wissenschaftler, die herausfinden wollen, wie viel Mikroplastik sich auf dem Grund des riesigen Stroms ablagert. Dabei gab es es tägliche Live-Schaltungen vom Schiff. „Es ist das erste Mal, dass die Elbe auf dieser Länge, von Schöna bis Cuxhaven, auf Mikroplastik untersucht wird“, erklärt die Hochschule.

Die Deutsche Meeresstiftung warnt vor den weltweiten Problemen, die Plastikmüll in Meeren und Gewässern verursacht. Es könne Jahrtausende dauern, bis Plastikmüll vollständig zersetzt sei. Vorher zerfalle es „aufgrund von Reibung und chemischen Prozessen zu Mikroplastik, also zu Plastikteilen von weniger als 5 mm Größe“. Die kleinen Partikel entstehen beispielsweise durch Abrieb von Autoreife, Zahnpasta oder Shampoo-Flaschen.

Mikroplastik stellt unter anderem eine riesige gesundheitliche Gefahr für Menschen und Tiere dar, da die Kleinstteile in die Nahrungskette gelangen und erheblichen Schaden im Körper anrichten können. Ob Mikroplastik auch für das massive Fischsterben* in der Elbe - Europas zwölftgrößtem Fluss - verantwortlich ist, konnten Experten aber noch klären., berichtete 24hamburg.de.

Mikroplastik-Suche in der Elbe: So gingen Dresdner Forscher auf der „Aldebaran“ vor

Um herauszufinden, wie viel Mikroplastik sich in der Elbe verbirgt, gingen die Forscher des Expeditionsschiffes „Aldebaran“ wie folgt vor: Mithilfe eines großen Greifers entnahmen sie Sedimentproben vom Grund des Flusses und konnten dabei Stellen ansteuern, die sonst nicht so leicht zugänglich sind. Unterwasserkamera und Unterwasserdrohnen halfen ihnen dabei. In einem Labor direkt an Bord des Schiffes wurden die Proben untersucht.

Mikroplastik in Elbe: Dresdner Forscher machen schockierenden Fund

„Unter dem Mikroskop haben wir uns ein paar der genommenen Proben schon angeguckt“, erzählt Frank Schweikert von der Deutschen Meeresstiftung gegenüber der „Mopo“. Das Ergebnis der Untersuchung ist schockierend: In allen 35 Bodenproben aus der Elbe sollen die Forscher Mikroplastik entdeckt haben. Für Schweikert sei das ein eindringliches Zeichen dafür, dass etwas gegen das Plastikproblem unternommen werden sollte.

Bereits Anfang des Jahres 2020 hat Schweikert in Zusammenarbeit mit mehreren Umweltverbänden - wie dem BUND, der deutschen Meeresstiftung und Greenpeace15 Forderungen an die deutsche Bundesregierung gestellt, mit denen die große Plastik-Krise bekämpft werden soll.

Das Forschungsschiff „Aldebaran“ ist mehrere Wochen auf der Elbe unterwegs, um nach Mikroplastik zu forschen. (24hamburg.de-Montage)

„Bereits jetzt finden wir bis in die entlegensten Winkel unserer Ozeane überall Plastikmüll. Produkte und Verpackungen dürfen nicht auf Kosten von Mensch, Klima und Umwelt hergestellt werden. Die Politik muss sicherstellen, dass Hersteller und Inverkehrbringer die 100-prozentige Verantwortung für ihre Produkte tragen und kompromisslos alle Schäden an Mensch und Natur kompensieren“, bezieht Schweikert Stellung.

Die Aldebaran“ setzt ihre Fahrt nach einem Zwischenstopp im Hamburger Hafen in den kommenden Tagen ihre Reise fort. In Cuxhaven wird die mehrwöchige Expedition dann ihr Ende finden. * 24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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