Syrer hat als einziger Papiere dabei

Gestoppter Schleuser-Lkw: Fahrer hatte wohl Komplizen

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Aufgegriffene Flüchtlinge: In diesem Zelt wurden die in einem Lkw transportierten Iraker versorgt.

Die Polizei stoppt auf der Autobahn einen Lkw, der Flüchtlinge auf der Ladefläche transportiert. Gegen den Fahrer wird ermittelt. Einer der Passagiere verhält sich auffällig.

Frankfurt/Oder - Der Fahrer des in Ostbrandenburg gestoppten Schleuser-Lastwagens mit 51 Flüchtlingen an Bord könnte auf der Ladefläche einen Komplizen gehabt haben. Ein 26 Jahre alter Syrer habe bei der Befragung „widersprüchliche Aussagen“ gemacht, sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin am Sonntag und ergänzte: „Er hatte als einziger Dokumente, die anderen nicht.“ Der Mann sollte am Sonntagnachmittag ebenso wie der Lkw-Fahrer einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Fahrer habe bei der Vernehmung der Polizei geschwiegen, hieß es.

Bundespolizisten hatten in der Nacht zum Samstag den Lastwagen auf der A 12 Richtung Berlin bei Frankfurt (Oder) gestoppt. Auf der Ladefläche befanden sich 17 Kinder und 34 Erwachsene. Die Polizei geht davon aus, dass sie - bis auf den mutmaßlichen Komplizen - Iraker sind. Die meisten Erwachsenen seien in Rumänien, einige auch in Bulgarien, Ende August oder Anfang September als Flüchtlinge registriert worden.

Polizei prüft Parallelen zu anderen Vorfällen

Die Bundespolizei prüft nun, ob es sich um einen Einzelfall handelt oder ob es Parallelen zu anderen Vorfällen im Grenzgebiet zu Polen gibt. Zuletzt habe es eine Häufung gegeben, „die wir vorher nicht kannten“, sagte ein Sprecher. Es sei aber derzeit aber völlig unklar, ob es Verbindungen oder gar einen Trend gebe.

Vor Tagen erst hatte die Bundespolizei im sächsischen Bad Muskau 40 eingeschleuste Iraker in Gewahrsam genommen. Einige von ihnen erklärten laut Polizei, dass sie mit einem Lastwagen von der Türkei nach Polen gebracht worden seien. Die Schleuser hätten sich abgesetzt und sie seien dann zu Fuß nach Deutschland gegangen. Ende August hatte die Bundespolizei bereits 20 Iraner und Iraker, darunter auch Kinder, auf einer Bundesstraße bei Heinersdorf im brandenburgischen Grenzgebiet aufgegriffen. Auch sie gaben laut Polizei an, mit einem Lastwagen eingeschleust und dann abgesetzt worden zu sein.

Lastwagen war wohl zwei Tage unterwegs

Anhand der Aussagen der Flüchtlinge nehmen die Ermittler an, dass der Lastwagen etwa zwei Tage unterwegs war, wie der Sprecher sagte. Die Menschen hätten ihre Notdurft auf der Ladefläche verrichten müssen. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Bundespolizei keine weiteren Hinweise zur Route geben, die der Fahrer genommen hatte und wo der Lastwagen startete. Am Samstag hatte es geheißen, dass es wegen der Kontrolle im brandenburgischen Grenzgebiet zu Polen naheliegend sei, dass er von dort nach Deutschland gekommen sei.

Nach der Betreuung und Befragung der Menschen wurden sie dem Sprecher zufolge in die zentrale Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gebracht. Verletzte hatte es keine gegeben, ein Flüchtling zeigte aber Anzeichen von Flüssigkeitsmangel.

dpa

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