Gaffer blieben stehen, um zu fotografieren

Frau wird fast von Ast aufgespießt - andere Autofahrer reagieren unfassbar

Linda E. veröffentlichte die Unfallfotos bei Facebook.

Linda E. ist geschockt, als ein Ast die Windschutzscheibe ihres Autos durchschlägt. Schockierend findet sie die Reaktionen der anderen Autofahrer.

Krefeld - Es ist eine absolute Horrorvorstellung, was Linda E. am vergangenen Donnerstag passiert ist: Ein massiver Ast krachte auf ihr Auto, als die junge Krankenschwester gerade auf dem Weg zu einer Pflege-Patientin war. Was genau passiert ist, kann die 22-Jährige im Nachhinein nicht mehr genau rekonstruieren, nur dass sie versuchte, mit ihrem Handy den Notruf zu wählen. In ihrer Schockstarre gelang es ihr nicht, berichtet rp-online.

Der Airbag hatte ausgelöst, und die komplette Windschutzscheibe war zerbrochen. Der Ast ragte nur Zentimeter von Lindas Gesicht entfernt in das Innere des Wagens hinein.

Starker Schutzengel: Sanitäter eilten herbei

Wie durch ein Wunder nahte auf der Gegenfahrbahn ein Krankenwagen heran, der gerade auf dem Rückweg von einem Einsatz war. Die Sanitäter kümmerten sich um die leicht Verletzte und riefen die Feuerwehr. „Als die Feuerwehrmänner das Auto gesehen haben, konnten sie nicht glauben, dass ich da fast unverletzt herausgekommen bin“, sagte Linda E. später zu rp-online

Die Einsatzkräfte bestätigen dem Bericht zufolge den Vorfall und schreiben per Einsatzmeldung von einem "großen Schutzengel".

Was Linda E. selbst nicht glauben kann, ist, dass keiner der herannahenden Autofahrer angehalten hatte, um der jungen Frau zu helfen, geschweige denn, um sich zu versichern, dass es ihr gut ging. Im Gegenteil: „Die haben einfach umgedreht, als sie gesehen haben, dass es nicht weitergeht“, bemerkt Linda E. fassungslos. Sie ist sich sicher, dass Autos hinter ihr gefahren waren, als der Unfall passierte. „Wenn man erst keine Hilfe bekommt und dann von Handykameras fotografiert wird, fühlt sich das schon ziemlich mies an.“

Mit diesem Posting in einer Facebook-Gruppe machte das Opfer seinem Ärger Luft.

Linda E. teilt ihren Frust auf Facebook mit

Ihrer Wut machte die junge Pflegerin später auf Facebook Luft. In ihrem sarkastischen Post bedankt sie sich bei allen, „die hinter mir angehalten haben und einfach umgedreht haben, ohne sich zu vergewissern, dass es mir gut geht. Hätte ich nicht unter Schock gestanden, hätte ich mir gerne die Kennzeichen notiert!! Außerdem vielen Dank an die ganzen Gaffer!! Dank eurer Foto-Session entstehen weitere Unfälle und es bildet sich noch mehr Stau!“ 

Die Worte der 22-Jährigen treffen tatsächlich einen Nerv. Immer wieder gibt es an Unfallstellen Probleme mit Gaffern. Dabei ist unterlassene Hilfeleistung strafbar! Das weiß auch Linda E., die sich im Nachhinein darüber ärgert, keine Kennzeichen notiert zu haben. Mittlerweile kann sie allerdings schon wieder lachen: „Am Samstag geht es zum Skifahren, da kommen dann noch ein paar Prellungen dazu.“

lg

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