Vor zehn Jahren verschwand das Mädchen

Früherer Verdächtiger im Fall Maddie bricht sein Schweigen

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10 Jahre nach dem Verschwinden von Maddie bricht ein damaliger Beschuldigter sein Schweigen.

Zehn Jahre ist es her, dass die kleine Maddie verschwand. Der Fall ging damals um die Welt, aufgeklärt wurde er bis heute aber nicht. Ein Verdächtiger spricht nun zum ersten Mal öffentlich.

Lissabon - Am 3. Mai 2007 verschwand das kleine britische Mädchen mit dem Namen Maddie. Was damals genau passierte, ist bis heute ein Rätsel. Sergey Malinka war einer der Verdächtigen, die damals ins Visier der Ermittler kamen. Jetzt, nach über zehn Jahren, bricht er sein Schweigen. Gegenüber der britischen Nachrichtenseite express schildert der junge Mann, wie sein Leben seit den Anschuldigungen verlaufen ist und wie er den Fall in seinem Buch „Collateral Damage“ verarbeitet hat.

Sergey Malinka ist mittlerweile 32 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Portugal. Bald wird der Russe Vater. Damals im Jahr 2007 jobbte der junge Mann in einem Restaurant in Portugal, wohin er zuvor mit seinen Eltern gezogen war. Eben dieses Restaurant besuchten die Eltern von Maddie, Kate und Gerry McCann am Abend des 3. Mai. 

Später am Abend verschwand das kleine Mädchen. Malinka rückte damals ins Visier der Ermittlungen. Der Grund: An dem Abend hatte der junge Mann eine Stunde lang mit einem portugiesischen Geschäftsmann telefoniert. Worum es bei dem Anruf ging, ist allerdings nicht bekannt. Malinka wurde in der Zeit danach gleich mehrere Male von den Ermittlern verhört. Auch seinen Computer untersuchte die Polizei, allerdings ohne jegliche Hinweise auf ein Verbrechen zu finden.

„Ich habe alles verloren - Jobs, Freunde, Hoffnung“

Obwohl er nach kurzer Zeit nicht mehr verdächtig war, änderte sich das Leben des jungen Russen durch den Fall: Zahlreiche Medien berichteten über ihn, ein Privatleben hatte er nicht mehr. Zehn Jahre später bricht der junge Familienvater also sein Schweigen und erzählt, wie es ihm ergangen sei. „Ich wurde zu falschen Behauptungen und Anschuldigungen bezüglich ihres Verschwindens gezwungen. Ich habe alles verloren - Jobs, Freunde, Hoffnung", berichtet Malinka gegenüber „express“.

Die Zeitung zitiert den Mann weiter mit den Worten: „Ich war 22 Jahre alt, ein junger Mann, der alleine in einem fremden Land war." Zeitweise soll er am „Rande der Verzweiflung“ gestanden haben. Auf sein Auto sei in der Zeit ein Brandanschlag verübt worden, daneben sei auf den Gehsteig das Wort „Fala“, auf deutsch „sprich“, geschrieben worden.

Der junge Mann fürchtete um sein Leben, zog schließlich aus der Gegend weg. Heute will er sich von den damaligen Ereignissen nicht mehr einschränken lassen: „Jetzt versuche ich, mir mein Leben aus den Trümmern dieses Ereignisses neu aufzubauen. Zehn Jahre später werde ich zum ersten Mal Vater. Meine Familie ist mein Leben. Ich werde es nicht länger zulassen, dass die Lügen anderer unsere Zukunft vergiften."

Lesen Sie dazu auch: Britische Studentin behauptet: Ich bin Maddie McCann.

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