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Deutschlands „Führerscheinkönig“ auf der Flucht: Haft nicht angetreten

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Von: Martina Lippl

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„Führerscheinkönig“ auf der Flucht.
„Führerscheinkönig“ auf der Flucht. © David Inderlied/dpa

Der selbsternannte „Führerscheinkönig“ von Detmold ist auf der Flucht. Der Geschäftsmann sollte eigentlich eine Haftstrafe antreten.

Detmold – Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Detmold ist der im Mai 2020 vom Landgericht Detmold wegen Betruges verurteilte „Führerscheinkönig“ zum Haftantritt nicht erschienen. Deshalb sei jetzt ein Vollstreckungshaftbefehl erlassen worden, wie ein Sprecher am Mittwoch (12. Oktober) der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte. Zuvor hatte die Lippische Landeszeitung über den Vollstreckungshaftbefehl berichtet.

„Führerscheinkönig“ in 20 Fällen wegen Betrugs verurteilt

Bundesweit bekannt wurde der Mann, weil er Autofahrern tausendfach dabei geholfen hatte, im EU-Ausland Ersatz für in Deutschland entzogene Führerscheine zu bekommen. Trotz geleisteter Zahlungen gingen aber viele Kunden leer aus.

Das Landgericht Detmold reduzierte nach der Revision durch den Bundesgerichtshof (BGH) wegen der teilweisen Verjährung auf drei Jahre und sechs Monate, berichtete die Nachrichtenagentur dpa im November 2021. Im Revisionsverfahren stellte der BGH im Juli 2021 fest, dass ein Teil der angeklagten Fälle bereits verjährt gewesen waren. Zuvor war der „Führerscheinkönig von Detmold“ zu 4 Jahren und 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Vor dem Prozess im Jahr 2020 hatte sich der umtriebige Geschäftsmann gegenüber zahlreichen Medien und TV-Kameras als Dienstleister für Autofahrer dargestellt. Von der Staatsanwaltschaft fühlte er sich zu Unrecht verfolgt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat bereits 2012 den Führerschein-Tourismus deutscher Verkehrssünder eingeschränkt.

Weil der heute 54-Jährige seinen Wohnsitz aus Ostwestfalen nach Niedersachsen verlegt hat, sollte er im September seine Haft in der Justizvollzugsanstalt in Wolfenbüttel südlich von Braunschweig antreten. (dpa/ml)

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