Prekäre Situation in den Slums

Großeinsatz gegen bewaffnete Banden in Armenvierteln von Rio de Janeiro

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Rund 5000 Polizisten und Soldaten sind am Samstag in mehreren Armenvierteln von Rio de Janeiro gegen bewaffnete Banden vorgegangen. Brasiliens Präsident Michel Temer erließ ein Dekret, das dem Bundesstaat den Einsatz der Armee im Kampf gegen das organisierte Verbrechen erlaubt.

Rund 5000 Polizisten und Soldaten sind am Samstag in mehreren Armenvierteln von Rio de Janeiro gegen bewaffnete Banden vorgegangen. Die Einsatzkräfte umstellten vier Favelas, während Hubschrauber in der Luft kreisten, wie die Sicherheitsbehörde des brasilianischen Bundesstaates Rio de Janeiro mitteilte. Es lägen 40 Haftbefehle vor. Laut einem Bericht des Radiosenders CBN waren in der Favela Lins Schüsse zu hören. Bei einer Auseinandersetzung in der Favela São João sei ein Mensch getötet worden. In diesen beiden Armenvierteln zusammen lebt fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung von Rio unter äußerst prekären Bedingungen. In Rio wurden in den vergangenen Wochen verstärkt Gewalttaten und Lastwagen-Diebstähle verzeichnet. Brasiliens Präsident Michel Temer erließ vergangene Woche ein Dekret, das dem Bundesstaat den Einsatz der Armee im Kampf gegen das organisierte Verbrechen erlaubt. Daraufhin gingen 10.000 Sicherheitskräfte, darunter 8500 Soldaten, in Rio in Stellung. Der Einsatz vom Samstag war Teil dieser Mobilisierung. Im ersten Vierteljahr 2017 gab es in Rio mit 3457 Morden die höchste Mordrate seit 2009. Rivalisierende Drogenbanden kämpfen gewaltsam um die Kontrolle über die Favelas, dabei kommt es immer wieder zu tödlichen Schießereien. Häufig sind auch Polizisten in die Schusswechsel verwickelt. 93 Polizeibeamte wurden seit Jahresbeginn in Rio getötet.

afp

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