Angeklagtem droht lebenslange Haft

Zweites Gutachten im Mordprozess: Hussein K. ist älter als 21

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Soll eine Studentin vergewaltigt und ermordet haben: Hussein K. muss sich vor Gericht verantworten.

Der wegen Mordes an einer Studentin angeklagte Hussein K. ist offenbar älter als 21 Jahre. Das geht aus einem zweiten Gutachten hervor, das ihn als Lügner entlarvt.

Freiburg - Der wegen Mordes an einer Studentin in Freiburg angeklagte Flüchtling Hussein K. ist nach wissenschaftlichen Untersuchungen älter als 21 Jahre. Die Analyse eines Eckzahnes des Angeklagten habe ergeben, dass Hussein K. 25 Jahre alt sei, sagte die Wissenschaftlerin Ursula Wittwer-Backofen am Dienstag vor dem Landgericht Freiburg.

Folgt das Gericht der Einschätzung, würde für den vor der Jugendkammer Angeklagten Erwachsenenstrafrecht gelten. Ihm droht dann lebenslange Haft. Ein Urteil soll nächstes Jahr gesprochen werden.

Röntgenaufnahmen von Knochen und Gebiss geben Aufschluss

Ein zweites, ebenfalls am Dienstag vorgestelltes Gutachten des Rechtsmediziners Andreas Schmeling besagt, das wahrscheinliche Alter von Hussein K. betrage 22 oder 23 Jahre. Dies zeigten Röntgenaufnahmen von Knochen und Gebiss sowie medizinische Untersuchungen, sagte Schmeling.

K. kam im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland und galt als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling. Ihm werden Mord und besonders schwere Vergewaltigung vorgeworfen. Er hat zugegeben, im Oktober vergangenen Jahres in Freiburg eine 19 Jahre alte Studentin vergewaltigt und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt zu haben. Die Frau ertrank im Wasser des Flusses Dreisam. Der Fall löste - noch vor dem Anschlag des Tunesiers Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt - Debatten über die deutsche Flüchtlingspolitik aus.

Konkretes Alter wird nicht genannt

Hussein K. hatte behauptet, zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen zu sein. Zum Prozessauftakt Anfang September gab er jedoch zu, gelogen zu haben und älter zu sein. Ein konkretes Alter nannte er nicht. Die Staatsanwaltschaft hält K. angesichts der zwei Altersgutachten für mindestens 22 Jahre alt.

Wittwer-Backofen und eine weitere Wissenschaftlerin hatten einen Zahn des Angeklagten untersucht, der von einem Zahnarzt bei einem Routineeingriff gezogen und nach der Festnahme des Flüchtlings in dessen Wohnung von der Polizei gefunden worden war. Aufgrund von Jahresringen in der Zahnwurzel lasse sich das Alter errechnen, sagte die Gutachterin. Es betrage bei Hussein K. 25,8 Jahre.

Rechne man alle Fehlerquellen und wissenschaftliche Unsicherheiten mit ein, ergebe sich eine Altersspanne von 22,5 bis 29,5 Jahre. Die angewandte Methode, den Zahn zu untersuchen, gelte als sicher und bringe klare Ergebnisse.

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dpa

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