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Ganze Insel muss aufs Festland umsiedeln

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Von: Martina Lippl

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Folgen der Klimakrise: Bewohner von der regelmäßig überschwemmten Insel Gardi Sugdub werden umgesiedelt (Archivfoto).
Folgen der Klimakrise: Bewohner von der regelmäßig überschwemmten Insel Gardi Sugdub werden umgesiedelt (Archivfoto). © Bienvenido Velasco/imago

Eine kleine Insel vor der Küste Panamas versinkt langsam aber sicher im Meer. Ein Dorf ist gezwungen, auf das Festland umzuziehen. Ein historischer Exodus.

Panama City – Die winzige Karibikinsel Gardi Sugdub (auf Deutsch: Krabbeninsel) wird regelmäßig vom Meer überschwemmt. Das Eiland drei Kilometer vor der Küste Panamas wird vom indigenen Volk der Kuna bewohnt. Seit mehr als 100 Jahren. Nun müssen die 1.200 Einwohner ihre Heimat verlassen, bevor sie komplett untergeht. Sie sind die ersten Bewohner Lateinamerikas, die von der Regierung umgesiedelt werden.

„Die Häuser laufen regelmäßig voll“, erzählt eine 44-jährige Bewohnerin, tageschau.de. Die Frau lebt im Zentrum der Insel, doch zehnmal im Jahr stehe das Wasser mittlerweile auch in ihrem Haus. Die Überschwemmungen sind nur ein Vorbote, was die Inselbewohner erwartet. Den Untergang der Insel haben Wissenschaftler für 2050 vorhergesagt.

Flucht in der Karibik: Komplette Insel muss umziehen

Gardi Sugdub ist sehr klein. Ein Paradies in der Karibik. Doch an dem Schicksal der Insel lässt sich vieles ablesen, was Umweltzerstörung und der globale Klimawandel bedeutet. Noch etwa 40 Zentimeter ragt die Karibikinsel aus dem Golf von Guna Yala heraus. Es gibt kaum unbebaute Fläche. Um die Insel zu erweitern, haben die Bewohner Korallen aus den umliegenden Riffen gebrochen und rund um ihre Insel aufgeschichtet, berichtet der Tagesspiegel 2019. Der Landgewinn räche sich, ist schon damals zu lesen. Die zerstörten Riffe als natürliche Barrieren schützen nicht mehr vor dem anschwellenden Meer. Der Meeresspiegel steigt weiter an. Ernsthafte Probleme zeichnen sich auch für die anderen 365 Inseln im Golf von Guna Yala ab. 50 davon sind bewohnt. Viele von ihnen werden nach Ansicht von Experten im Meer versinken. Bis 2050 sei noch etwas Zeit.

Schon Ende nächsten Jahres sollen die Bewohner Insel Gardi Sugdub auf das Festland in eine neue Siedlung umziehen. Ein paar der 300 Häuser stehen bereits. Doch es gibt einen Baustopp, berichtet tageschau.de. Es fehle die Finanzierung. Ob der Umzug wie geplant stattfindet, ist zunächst noch offen. Doch die Zeit drängt.

Die Klimakonferenz in Ägypten COP27 wird von zahlreichen Krisen überschattet. Es geht auch um Gerechtigkeit. Denn der Kontinent, der am wenigsten für die Klimakrise verantwortlich ist, leidet am meisten darunter.

Der Klimawandel bedroht auch deutsche Inseln. Sturmfluten rissen Anfang 2022 Sandstrände auf Wangerooge und Borkum weg. (ml)

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