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Kirmes in NRW: Mann stellt sich nach Geisterbahn-Explosion – Staatsanwaltschaft ermittelt

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Von: Mick Oberbusch

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Verdächtiger auf einem Fahrgeschäft auf der Annakirmes
Hier fährt der Tatverdächtige mit der Geisterbahn auf der Annakirmes in Düren. Später stellte er sich der Polizei. © Polizei Düren

Weil er in einer Geisterbahn chemische Substanzen zur Explosion brachte, fahndete die Polizei mit einem Foto nach einem Mann. Mit Erfolg – er stellte sich in Köln der Polizei.

Update vom 4. August, 15:23 Uhr: Nach der Explosion einer präparierten Plastikflasche in einer Geisterbahn auf der Annakirmes in Düren (Nordrhein-Westfalen) ist der Verdächtige in Untersuchungshaft genommen worden. Das sagte ein Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft am Donnerstagnachmittag der Deutschen Presse-Agentur. Dem 40-Jährigen würden das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion und versuchte gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Der Haftbefehl bezieht sich nur auf den Vorfall in Düren. Die Ermittler gehen nach dpa-Informationen aber davon aus, dass der Mann vor zwei Wochen auf der Düsseldorfer Kirmes einen ähnlichen Sprengsatz in einer Geisterbahn ausgelöst hat. Nach dpa-Informationen sah die Plastikflasche in Düren (eine Diät-Cola-Marke) genau wie die in Düsseldorf aus. Auch wurde in Düsseldorf - wie bei der Annakirmes - Alufolie gefunden.

Der 40-Jährige hatte sich am Mittwochabend der Polizei gestellt, nachdem ein Foto von ihm in der TV-Sendung «Aktenzeichen XY... ungelöst» gezeigt worden war. Das Motiv des Verdächtigen blieb zunächst unklar. Er schwieg laut Polizei zunächst.

Kirmes in NRW: Mann sorgt für Explosion in Geisterbahn – Foto-Fahndung

Erstmeldung von Mittwoch, 3. August, 21 Uhr: Düren – Gruseliger Zwischenfall auf der beliebten Annakirmes in Düren (NRW): Die Polizei Düren wurde am Dienstag vom Betreiber der Geisterbahn alarmiert. Er hatte während des Betriebs ein Knallgeräusch und einen beißenden Geruch im Inneren der Bahn festgestellt. Er stoppte den Betrieb und fand eine zerborstene PET-Flasche und zusammengerolltes Alupapier. Der Betreiber lüftete den Innenbereich über eine Rauchabzugsanlage und führte den Betrieb fort.

Annakirmes Düren: Darum fahndete die Polizei mit einem Foto nach dem Verdächtigen

Es konnten keine Sach- oder Personenschäden festgestellt werden. Dennoch war die Polizei besorgt: Auf der Rheinkirmes in Düsseldorf vor zwei Wochen hatte es einen vergleichbaren Fall gegeben. In Düren konnte von dem Fahrgeschäft Videomaterial gesichert werden, auf dem zu sehen ist, wie der Tatverdächtige einen Gegenstand in eine Flasche drückt. Dies führte zu einer chemischen Reaktion, die sich durch den lauten Knall bemerkbar machte.

Die Polizei wertet das als „versuchte gefährliche Körperverletzung sowie Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion“. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das Fahrgeschäft dabei etwa in Brand geraten wäre.

Foto aus der Geisterbahn: Mann stellt sich in Köln

Nach der Veröffentlichung des Fotos am Mittwochabend meldeten sich zahlreiche Zeugen bei der Polizei. Die Fahndung wurde auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ gezeigt. Und auch dem Mann, der in der Geisterbahn mit chemischen Substanzen hantierte, wurde es wohl zu gruselig: Er stellte sich in Köln der Polizei. Der Tatverdacht erhärtete sich, der 40-Jährige wurde vorläufig festgenommen. (ots/mo/kem). Hinweis: Der Artikel wurde am 4. August aktualisiert. Der Tatverdächtige hat sich gestellt. Daher wurde auch sein Gesicht im Foto unkenntlich gemacht.

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