Es hat einen Wert von 310 Millionen Euro

Hier steht der kolumbianische Staatschef auf einem historischen Kokain-Fund

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Der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos (M.) und General Jorge Nieto (l) stehen am auf einem großen Kokainfund.

In Kolumbien hat die Polizei in einem Bananenanbaugebiet im nordwestlichen Departamento Antioquia zwölf Tonnen Kokain sichergestellt. Der Wert: 310 Millionen Euro.

Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos hat den größten Kokain-Fund in der Geschichte seines Landes verkündet. Die Polizei habe in einem Bananenanbaugebiet im nordwestlichen Departamento Antioquia zwölf Tonnen Kokain mit einem Marktwert von umgerechnet rund 310 Millionen Euro beschlagnahmt, sagte Santos am Mittwoch vor Journalisten in Bogotá. Die Drogen gehörten demnach dem Clan del Golfo, der größten kriminellen Bande des Landes.

"Niemals zuvor, seit wir vor mehr als 40 Jahren begonnen haben, gegen den Drogenhandel zu kämpfen, haben wir eine Beschlagnahme dieses Ausmaßes gehabt", sagte Santos. Durch den Fund seien dieses Jahr bereits 362 Tonnen Kokain aus dem Verkehr gezogen worden. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 317 Tonnen.

Die Polizei führte in einer Mitteilung aus, dass rund 400 Beamte vier Anwesen in den Städten Chigorodo und Carepa durchsucht hätten. Dort sei das Kokain unter der Erde versteckt entdeckt worden. Es gehörte den Angaben zufolge dem Chef des Clan del Golfo, Dairo Antonio Usuga alias Otoniel, dem derzeit meistgesuchten Mann Kolumbiens. Die USA haben ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) auf ihn ausgesetzt.

Der Clan del Golfo wurde von früheren Kämpfern rechtsextremer bewaffneter Milizen gegründet. Zwischenzeitlich hatte die Bande 4000 Mitglieder, nach einer großen Offensive der kolumbianischen Regierung sind es heute nach Angaben des Verteidigungsministeriums aber nur noch etwa 1800. Anfang September hatte der Clan del Golfo erklärt, seine Mitglieder seien bereit, sich den Behörden zu stellen.

Kolumbien ist nach UN-Angaben der größte Produzent von Kokablättern, dem Rohstoff für Kokain. Vergangene Woche unterzeichneten Kolumbien und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) ein Abkommen zum Kampf gegen den Koka-Anbau. Es sieht die Umwandlung von Koka-Anbauflächen vor und eine Entschädigung der betroffenen Bauern.

Mit dem Abkommen soll ein wichtiger Teil des Friedensvertrags zwischen Bogotá und den früheren Farc-Rebellen umgesetzt werden, für die der Drogenhandel eine wichtige Einnahmequelle war. Auch US-Präsident Donald Trump dringt auf die Bekämpfung des Drogenhandels in Kolumbien. Ende Oktober hatte er in einem Brief an Santos seine "Besorgnis" angesichts der "außergewöhnlichen Ausweitung" des Koka-Anbaus in dem südamerikanischen Land ausgedrückt. Zwischen 2014 und 2016 wuchs die Anbaufläche nach UN-Angaben von 69.000 auf 146.000 Hektar.

afp

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