Urteil im Betrugsfall

Lehrerin strich 77.000 Euro Gehalt zu viel ein

Düsseldorf - Eine Lehrerin hat vor ihrer Pensionierung insgesamt 77.000 Euro Gehalt zu viel Gehalt bekommen. Ihre Erklärung, wieso sie das nicht gemeldet hatte, nahm ihr das Gericht nicht ab.

Die Sache ist kein Einzelfall: Eine pensionierte Lehrerin in Nordrhein-Westfalen ist zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, weil sie zu viel Gehalt kassiert hat. Das Amtsgericht Düsseldorf verurteilte die Frau aus dem Kreis Gütersloh am Mittwoch wegen Betruges. Damit entsprach das Amtsgericht in vollem Umfang dem von der Staatsanwältin beantragten Strafbefehl.

Die angeklagte Ex-Lehrerin hatte bis zur Pensionierung zu Unrecht rund 77.000 Euro zu viel Gehalt bekommen, die Besoldungsstelle aber nicht über den Fehler informiert. Das sei ein Verstoß gegen die Treuepflicht als Beamtin, so das Gericht. Jetzt muss die Pensionärin die zu viel kassierten Bezüge zurückzahlen und außerdem 2500 Euro Geldbuße an ein Kinderhospiz überweisen.

Die Lehrerin war aus gesundheitlichen Gründen am Mittwoch nicht erschienen. Sie sei durch das laufende Strafverfahren psychisch stark belastet, erklärte ihr Anwalt per Fax. Die komplizierten Abrechnungen des Besoldungsamtes habe sie nie verstanden und daher deren Berechnungen vertraut. Vier Jahre lang hatte die Grundschullehrerin nur zehn Wochenstunden unterrichtet, aber Gehalt für 20 Stunden kassiert.

Demnächst wird sich das Amtsgericht mit ähnlichen Fällen beschäftigen müssen. Nach einer internen Prüfung sollen drei weitere Lehrer Bezüge kassiert habe, die ihnen nicht zustanden, heißt es beim Landesamt für Besoldung.

dpa

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