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Katholischer Diakon wegen Vergewaltigung einer 15-Jährigen angeklagt

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3677 Opfer zählt eine im September 2018 veröffentlichte Studie im Auftrag der deutschen Bischöfe über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche.

Ein neuer Fall von Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland bestätigt wieder einmal den „kranken“ Umgang der Kleriker mit ihrer Macht und dem Thema Sexualität sowie die problematischen Strukturen der Institution Kirche, die Missbrauchsfälle begünstigen.

München (dpa) - In Bayern soll ein 65 Jahre alter katholischer Diakon eine 15-jährige Ministrantin vergewaltigt haben. Eine entsprechende Klage sei Anfang November beim Amtsgericht München eingereicht worden, teilte die Staatsanwaltschaft München I am Donnerstag mit. Der Geistliche soll sich im Mai 2015 bei einer Fahrt nach Nürnberg an der damals 15-Jährigen vergangen haben, so der Vorwurf der Ermittler.

Die katholische Kirche in Deutschland beschäftigt sich seit Jahren mit der Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in den eigenen Reihen. Dazu hatte die Bischofskonferenz Ende September eine umfassende Studie veröffentlicht. Demnach sollen zwischen 1946 und 2014 mindestens 1670 Kleriker 3677 Minderjährige missbraucht haben. Zudem hatten die mit der Studie beauftragten Wissenschaftler problematische Strukturen in der katholischen Kirche benannt, die Missbrauch nach wie vor befördern könnten - etwa die umstrittene Verpflichtung der Priester zur Ehelosigkeit (Zölibat) und eine ausgeprägte klerikale Macht einzelner Geistlicher.

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