Genau 32 Jahre nach dem verheerenden Beben

Nach Erdbeben in Mexiko: „Frida“-Wunder bleibt aus

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Erdbeben in Mexiko

Zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben mit mindestens 233 Toten wird in Mexiko weiter fieberhaft nach Überlebenden gesucht. Die Zahl der Opfer steigt stündlich.

  • Ein Erdbeben der Stärke 7,1 erschütterte am Dienstag um 13.14 Uhr Ortszeit Mexiko.
  • Das Zentrum lag rund 130 Kilometer südöstlich von Mexiko-Stadt bei Axochiapan.
  • Mehr als 273 Menschen kamen bei dem Beben bislang ums Leben.
  • Bei dem Einsturz einer Schule sterben mehr als 20 Schüler.

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2.01 Uhr: Millionen Menschen haben nach dem schweren Erdbeben in Mexiko vergeblich um die Rettung eines angeblich in den Trümmern einer eingestürzten Schule verschütteten Mädchens gebangt. Ein dort vermutetes Kind namens „Frida Sofá“ gebe es nicht, sagte der Vizechef der Marine, Admiral Ángel Enrique Sarmiento. Die Marine koordinierte die Rettungsarbeiten an der Schule „Enrique Rébsamen“ in Mexiko-Stadt. „Wir haben eine Zählung zusammen mit der Direktion der Schule gemacht und haben Gewissheit“, sagte Sarmiento. Zuvor hatten Medien weltweit unter Berufung auf Helfer von dem Phantommädchen „Frida Sofía“ berichtet, das unter den Trümmern noch am Leben sei. Unterdessen stieg die Opferzahl weiter: von 250 auf 273 Tote, wie das Innenministerium mitteilte. Davon starben allein in Mexiko-Stadt 137 Menschen.

Nachrichten von Donnerstag, 21. September

22. 46 Uhr: Entgegen der Vermutungen gibt es unter den Trümmern einer durch das Erdbeben in Mexiko-Stadt eingestürzten Schule wohl kein in Trümmern eingeschlossenes Mädchen mehr. Das teilte am Donnerstag ein Marinesprecher vor Ort an der Schule „Enrique Rébsamen“ mit - Marineeinheiten sind an der Suche beteiligt.

22.45 Uhr: Nach zwei Erdbeben und einem Hurrikan innerhalb weniger Wochen geht Mexiko nach Angaben seines Außenministers derzeit durch eine „schwierige und schmerzliche Zeit“. „Die Natur hat uns verwundet“, sagte Luis Videgaray am Donnerstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. „Wir haben nationale Desaster erlitten, die riesig waren, und Leiden, Zerstörung und Tod mit sich gebracht haben.“ 

Die Naturkatastrophen hätten aber auch die Solidarität der Mexikaner gezeigt. Viele Menschen hätten dabei geholfen, im Schutt nach Überlebenden zu graben, oder hätten ihre Häuser spontan in Notunterkünfte verwandelt. 51 Menschen seien nach dem jüngsten Erdbeben vom Dienstag bereits lebend aus den Trümmern gerettet worden, „und wir hoffen, dass es noch mehr werden“. Naturkatastrophen zeigten, dass Solidarität ein „wichtiger Wert“ sei, sagte Videgaray weiter und bedankte sich bei den vielen Ländern, die seinem Land in den vergangenen Wochen beigestanden und geholfen hatten.

15.45 Uhr:  Die Helfer versuchen weiter verzweifelt, mehrere Kinder, die vermutlich noch lebend in den Trümmern sind, zu erreichen. Ein Wärmedetektor hatte zuvor an mehreren Stellen angeschlagen. Ein Retter berichtete, er habe fünf Kinder lebend gesehen. Sie seien jedoch unter Metallstreben gefangen, die nun vorsichtig durchtrennt werden müssten.Bislang konnten elf Kinder lebend aus dem Schutt der Enrique-Rebsamen-Schule gerettet werden. Mindestens 21 Kinder und fünf Erwachsene kamen jedoch ums Leben.

12.48 Uhr: Tausende packen bei den Aufräumarbeiten mit an oder spenden für die Opfer. Zahlreiche Freiwillige kommen zu den eingestürzten Häusern, um Schutt beiseite zu räumen und bei der Suche nach Verschütteten zu helfen. In den Spendeannahmestellen füllen sich die Lager mit Trinkwasser, Konservendosen, Kleidung und Decken. Selbst im sonst so rauen Straßenverkehr scheint es, als ob die Mexikaner etwas mehr Rücksicht nehmen würden als sonst. Überall in der Stadt sind junge Menschen mit Warnwesten, Helmen und Werkzeug zu sehen. Nicht immer gibt es für all die Freiwilligen genug zu tun. Die Bergung von Verschütteten beispielsweise ist eine Arbeit für die Profis von der Feuerwehr oder dem Zivilschutz.

4.11 Uhr: Nach dem Erdbeben in Mexiko ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 230 gestiegen. Die Suche nach Überlebenden dauerte am Mittwochabend (Ortszeit) an. Helfer meldeten Lebenszeichen aus den Trümmern einer eingestürzten Schule in Mexiko-Stadt, in der mindestens 21 Kinder und fünf Erwachsene ums Leben kamen. "Sie leben!", rief Katastrophenschutzhelfer Enrique García an der Schulruine. An einer Stelle habe jemand mehrmals gegen eine Wand geklopft, an einer anderen hätten Menschen mit einer Lampe auf Lichtsignale der Helfer geantwortet. Ein weiterer Retter berichtete, er habe fünf Kinder lebend gesehen. Sie seien jedoch unter Metallstreben gefangen, die nun vorsichtig durchtrennt werden müssten. Bis Mittwochabend wurden elf Kinder und mindestens ein Lehrer aus den Trümmern der Grund- und Mittelschule gerettet.

Nachrichten von Mittwoch, 20. September

19.09 Uhr: Nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7,1 fällt für rund 14 Millionen Schüler in Mexiko vorerst der Unterricht aus. Das teilte Bildungsminister Aurelio Nuño am Mittwoch bei Twitter mit Blick auf notwendige Untersuchungen auf mögliche Schäden mit - mehrere Schulen wurden schwer beschädigt. „Die Sicherheit der Kinder, Jugendlichen und Lehrer hat Priorität“, betonte der Minister. In insgesamt neun Bundesstaaten sowie in der Hauptstadt Mexiko-Stadt sei der Schulunterricht daher vorerst ausgesetzt worden, sagte Nuño.

19.06 Uhr: Listen von vermissten und toten Menschen wurden nach dem Einsturz der Schule aufgehängt.

19.03 Uhr: Gemeinsam stark: Bewohner räumen nach dem verheerenden Erdbeben in ihrer Stadt auf.

19.01 Uhr: Beim Einsturz einer Schule sind durch das Erdbeben in Mexiko nach neuen Angaben mindestens 21 Kinder und vier Erwachsene getötet worden. Das teilte Bildungsminister Aurelio Nuño am Mittwoch bei Twitter mit. Elf Personen seien aus den Trümmern gerettet worden, zwei Kinder und ein Erwachsener würden noch vermisst. Zuvor hatte der TV-Sender Televisa unter Berufung auf Helfer von 37 Toten in der Grundschule „Enrique Rebsamen“ berichtet. Ein Reporter, der die Rettungsaktionen verfolgte und die Bergung eines toten Mädchens erlebte, sagte: „Mein Herz ist gebrochen.“ Der Unglücksort im Süden der mexikanischen Hauptstadt wurde in der Nacht auch von Präsident Enrique Peña Nieto besucht, der die Solidarität der Menschen hervorhob. An den Rettungsarbeiten nahmen neben Angehörigen der Feuerwehr, des Zivilschutzes, des Heeres und der Marine auch unzählige freiwillige Helfer teil. Mit Schaufeln und den Händen räumten Rettungskräfte Schutt weg, um nach Überlebenden zu suchen. 

15:44 Uhr: Der mexikanische Staatspräsident Enrique Peña Nieto hat sich zum Erdbeben und dessen schlimmen Folgen geäußert. „Mein Beileid gilt jenen, die einen geliebten Menschen verloren haben. Mexiko teilt euer Leid“, sagt Peña Nieto. „Dieses Beben ist eine harte und schwere Probe für unser Land. Die Mexikaner haben schon schlimme Erfahrungen mit Erdbeben gemacht. Gemeinsam werden wir diese neue Herausforderung meistern.“

14:44 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dem Präsidenten Mexikos, Enrique Peña Nieto, zum schweren Erdbeben sein Mitgefühl übermittelt. „Mit mir sind heute viele Deutsche in Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und bei den Menschen, die sich noch in Gefahr befinden und auf Rettung hoffen“, schrieb Steinmeier am Mittwoch. Der mexikanischen Regierung und den vielen Einsatzkräften wünsche er viel Kraft bei der Bekämpfung der Auswirkungen des Erdbebens. „Denen, die nahe Angehörige verloren haben, drücke ich mein Beileid aus.“

13:51 Uhr: Die verzweifelte Suche nach Überlebenden hält die Menschen in Mexiko in Atem. Zum Teil werden Schilder hochgehalten, die zur Ruhe mahnen, damit man einen Verschütteten, der sich bemerkbar macht, nicht überhören könne. Der Jubel ist groß, wenn ein Überlebende geborgen werden können.

12:33 Uhr: Mexikanischen Medienberichten zufolge erhielten Familien von Verschütteten Hilferufe per WhatsApp. Die Suche nach Überlebenden in den Trümmern des Erdbebens läuft weiterhin auf Hochtouren.

12:02 Uhr: Alle aktuellen Informationen zum schweren Erdbeben in Mexiko-Stadt finden sie zusammengefasst in diesem Artikel.

9:08 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Mexiko nach dem schweren Erdbeben mit mehr als 200 Toten Anteilnahme ausgesprochen und die Solidarität Deutschlands zugesichert. „Unser tiefst empfundenes Beileid für diejenigen, die einen ihrer Liebsten verloren haben“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch auf Spanisch beim Kurznachrichtendienst Twitter im Namen der Kanzlerin. Merkel sprach den Rettungskräften auch Mut für ihren Einsatz zu.

8.06 Uhr:  Nach dem heftigen Erdbeben der Stärke 7,1 hat der mexikanische Präsident Enrique Peña Nieto die Bevölkerung aufgefordert, zu Hause zu bleiben. „Sofern die Häuser sicher sind, ist es wichtig, dass die Bevölkerung drinnen bleibt, um die Straßen für Krankenwagen frei zu halten und die Arbeit der Rettungshelfer zu erleichtern“, sagte er am Dienstag (Ortszeit) in einer Videobotschaft. Oberste Priorität habe nun die Suche nach Vermissten und die medizinische Versorgung der Verletzten.

7.52 Uhr: Die offizielle Zahl der Toten nach dem schweren Erdbeben in Mexiko ist auf 224 gestiegen. Das teilte Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) mit.

7.04 Uhr: Nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,1 hat es in Mexiko mehrere Nachbeben gegeben. Wie das nationale Seismologische Institut auf Twitter mitteilte, wurden am Dienstagabend und in der Nacht zum Mittwoch (Ortszeit) unter anderem im südöstlich von Mexiko-Stadt liegendem Bundesstaat Oaxaca mehrere Nachbeben gemessen. Betroffen war mehrmals die Küstenregion vor der Stadt Salina Cruz, das schwerste Nachbeben hatte demnach die Stärke 4,9. Bei einem Beben im Landesinneren nahe der Stadt Loma Bonita gab das Institut eine Stärke von 4,0 an.

6.01 Uhr: Bei dem schweren Erdbeben in Mexiko sind mindestens 21 Kinder in einer eingestürzten Schule ums Leben gekommen. Mindestens 20 weitere Kinder würden nach dem Einsturz der Grundschule in der Hauptstadt Mexiko-Stadt vermisst, sagte ein Vertreter des Bildungsministeriums am Dienstag (Ortszeit) dem Fernsehsender Televisa. Demnach starben bei dem Schuleinsturz auch vier Erwachsene.

5.30 Uhr: Gebäude stürzen ein, Menschen werden unter Trümmern verschüttet, die Millionenmetropole Mexiko-Stadt ist paralysiert: Bei einem heftigen Erdbeben der Stärke 7,1 sind in Mexiko mindestens 149 Menschen ums Leben gekommen. Davon seien 55 im Bundesstaat Morelos, 49 in Mexiko-Stadt, 32 in Puebla, zehn im Bundesstaat México und drei in Guerrero zu beklagen gewesen, teilte der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, am Dienstag mit.

Die Zahl der Toten könnte allerdings noch weiter steigen. Da gerade in der Hauptstadt viele Gebäude eingestürzt sind, wurde mit weiteren Opfern gerechnet. Nach Angaben des Seismologischen Instituts lag das Zentrum bei Axochiapan, rund 130 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt, die eine der größten Metropolen der Welt ist.

Ausgerechnet am Jahrestag des verheerenden Erdbebens von 1985 bebte erneut die Erde in Mexiko-Stadt. Vor 32 Jahren kamen rund 10.000 Menschen ums Leben. Rund zwei Stunden vor dem heftigen Erdstoß am Dienstag hatten viele Behörden, Unternehmen und Schulen sich noch an der alljährigen Erdbebenübung beteiligt.

Allein in Mexiko-Stadt stürzten 38 Gebäude ein. Der Flughafen wurde geschlossen und auf Schäden untersucht. Beschädigte Krankenhäuser wurden evakuiert. Nach Angaben des Elektrizitätsunternehmens CFE waren mindestens 3,8 Millionen Menschen ohne Strom.

Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto berief seinen nationalen Krisenrat ein und machte sich im Helikopter ein Bild von den Schäden. „Ich habe angeordnet, dass Scheinwerfer aufgestellt werden, damit wir der ganzen Nacht der Bevölkerung helfen und eventuell noch Menschen aus den Trümmern bergen können“, sagte der Präsident.

Mindestens acht Kinder und eine Lehrerin kamen beim Einsturz einer Schule in Mexiko-Stadt ums Leben. Elf Kinder würden noch vermisst, berichtete der TV-Sender Televisa am Dienstagabend (Ortszeit). Rettungskräfte versuchen mit Schaufeln und Händen Überlebende aus den Trümmern der Schule zu bergen.

Schweres Erdbeben in Mexiko-Stadt - mindestens 49 Tote

US-Präsident Donald Trump schrieb auf Twitter: „Gott schütze die Menschen in Mexiko-Stadt.“ Man stehe an ihrer Seite. Das Erdbeben überraschte die Menschen am Dienstagmittag (Ortszeit). Es hinterließ schwere Schäden an Hunderten Gebäuden in den Bundesstaaten Morelos, Puebla, México und in Mexiko-Stadt.

Ein dpa-Reporter berichtete von schwankenden Gebäuden in der Hauptstadt und Gasgeruch. Tausende verängstigte Menschen seien auf die Straßen und Plätze geflüchtet. Das Telefonnetz brach zusammen. Auf TV-Bildern waren verschüttete Menschen in Trümmern zu sehen.

In der Hauptstadt und dem angrenzenden Großraum leben rund 20 Millionen Menschen. Die Universität von Mexiko-Stadt teilte mit, dass alle Kurse und Veranstaltungen bis auf Weiteres ausfallen, um die Gebäude auf Schäden zu untersuchen. Auch Schulen setzten den Unterricht aus.

Helfer an einem eingestürzten Haus in Mexiko-Stadt.

In Internetvideos waren Menschen zu sehen, die um ihr Leben bangen, schreien, weinen. An Gebäuden fielen riesige Gesteinsbrocken und Fassaden ab. Die Situation war zunächst völlig unübersichtlich. Menschen erhielten unter freiem Himmel Infusionen, Helfer suchten mit bloßen Händen in den Trümmern nach Überlebenden.

Innenminister Osorio Chong rief die Bevölkerung auf, den Anweisungen des Zivilschutzes Folge zu leisten. Erst am 7. September waren bei einem Beben der Stärke 8,2 rund 100 Menschen im Land umgekommen, dabei lag das Zentrum aber im Pazifik und war in Mexiko-Stadt längst nicht so stark zu spüren. Danach gab es weit über tausend Nachbeben.

Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu schweren Erschütterungen, die das Land bedrohen.

dpa/AFP/Video: Glomex

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