70 000 Menschen in Gefahr

Nach Hurrikan "Maria": Dammbruch in Puerto Rico droht

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Bewohner beladen einen Pkw in einer überfluteten Straße in Toa Baja (Puerto Rico) mit ihren geretteten Habseligkeiten. Foto: Carlos Giusti

US-Präsident Trump sagt, Puerto Rico sei praktisch durch Hurrikan "Maria" ausradiert worden. Viele Regionen im US-Außengebiet sind von der Außenwelt abgeschnitten - und nun droht noch eine Flutkatastrophe.

San Juan (dpa) - Nach den verheerenden Überschwemmungen durch Hurrikan "Maria" droht auf der Karibikinsel Puerto Rico der Bruch eines großes Staudamms. "Sturmflutwarnung wegen eines drohenden Dammbruchs", warnte der Wetterdienst am Freitagabend. Die Lage sei "extrem gefährlich."

Der Staudamm am Lago Guajataca im Nordwesten des Landes wird als Wasserkraftwerk zur Stromgewinnung genutzt. Die Bewohner angrenzender Städte und Gemeinden wurden aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben der Zeitung "El nuevo dia" sind 70 000 Menschen bedroht. Busse würden Einwohner von zwei Städten "so schnell wie möglich" von ihren Häusern wegtransportieren, teilte der Wetterdienst auf Twitter mit. Das Leben der Menschen sei in Gefahr.

Bisher wurden mindestens sechs Menschen in dem US-Außengebiet, das östlich der Dominikanischen Republik liegt, durch den Hurrikan getötet. Es wird mit weiteren Opfern gerechnet.

"Die Zerstörungen sind enorm, es gibt hunderttausende Personen, zu denen wir noch nicht gelangen konnten", sagte die Bürgermeisterin der Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz, dem US-Sender CNN. Fast alle 3,4 Millionen Einwohner der Insel seien weiter ohne Strom. Zudem seien zahlreiche Regionen von der Kommunikation abgeschnitten. Nur rund 25 Prozent haben zudem derzeit Zugang zu Trinkwasser, hieß es.

US-Präsident Donald Trump hatte den Katstrophenzustand für Puerto Rico ausgerufen. Damit bekommt das US-Außengebiet, wo viele Menschen in Armut leben, finanzielle Hilfen zum Beispiel für Notunterkünfte und Reparaturen. Trump sagte, Puerto Rico sei "vollkommen ausradiert" worden. Das US-Militär teilte mit, es werde mit sechs Hubschraubern und vier Transportflugzeugen Hilfsmaßnahmen unterstützen. Bisher ist Puerto Rico nur ein assoziierter Freistaat. Die von der Pleite bedrohte Insel will der 51. Bundesstaat der USA werden. Dieser Wunsch muss aber vom US-Kongress gebilligt werden. Puerto Rico ist mit rund 9000 Quadratkilometern in etwa so groß wie die Insel Zypern.

Insgesamt wurden durch "Maria" in Puerto Rico, Dominica und Guadalupe bisher rund 30 Menschen getötet. Der Tropensturm zog weiter Richtung Turks- und Caicosinseln und wird danach auf den Bahamas erwartet, wie das US-Hurrikanzentrum mitteilte. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 205 Kilometern pro Stunde ist "Maria" ein Hurrikan der Kategorie drei. Ausläufer könnten auch die Vereinigten Staaten treffen.

Warnung vor Dammbruch

Bericht El nuevo dia

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