„Wie lautet der Code?“

Ärger mit Paket-Lieferung: Amazon-Paket nur noch gegen Passwort

  • VonUlrike Hagen
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Nach ständigem Ärger mit DHL-Lieferungen wird es nun auch mit Amazon kompliziert. Bald gibt es das eigene Paket nur noch gegen ein Passwort.

Hamburg – Online zu bestellen ist eigentlich wahnsinnig praktisch – zumindest theoretisch. Denn immer häufiger stellt es sich als mittelgroßen Abenteuer heraus, an eine Lieferung zu kommen. Entweder, weil man nicht im Haus ist, wenn die Bestellung geliefert wird. Oder – wie es bei DHL der Fal ist, die Paketboten einfach gar nicht mehr klingeln. Obendrauf kommen dann auch noch die neuen Service-Pauschalen von DHL und Co.. Da war Amazon bisher eine gute Alternative, denn die Pakete wurden auch geliefert, ohne das man zu Hause sein musste. Damit ist es nun vorbei.

Unternehmen:Amazon
Gründer:Jeff Bezos
Umsatz:113,1 Milliarden US-Dollar
Mitarbeiter:1.298.000
Sitz:Seattle, Washington, USA

Der Versandgigant Amazon stellt nämlich einige Verfahren um, die den Versand betreffen. Der Hintergrund: Seit Beginn der Corona-Pandemie haben DHL, der jetzt wenigstens über WhatsApp zu erreichen ist, und alle anderen Paketdienste, also auch die bei Amazon eingesetzten eigenen Boten, Pakete kontaktfrei und damit ohne Unterschrift ausgeliefert. Das hat zu vielen Problemen mit verschwundenen, unauffindbaren oder falsch gelieferten Paketen geführt. Offenbar vor allem für Amazon ein großes Ärgernis – vor allem bei Lieferungen mit hohem Warenwert.

Paket-Lieferungen von hohem Wert bei Amazon nur noch gegen Passwort

Darum setzt der größte Onlinehändler der Welt, der in Deutschland auf einen Anteil von knapp 28 Prozent im Paketmarkt kommt, nun auf die Absicherung durch ein geschütztes Passwort. Der Name dieser neuen Zustellart: „Sichere Zustellung mit Passwort“. Vor allem für Pakete mit teuren Bestellungen wird dann zukünftig ein Einmalpasswort benötigt. Im Amazon-Sprech: „Angesichts des Werts einiger Artikel wird bei der Lieferung für bestimmte Bestellungen ein Einmalpasswort (One-time Password, OTP) benötigt.“

Kein Passwort? Kein Paket! In Zukunft werden Lieferungen von Amazon mit Sicherheitscode geschützt.

Amazon-Passwort: Paket-Lieferung künftig nur mit Anwesenheitspflicht

Konkret bedeutet das: Der Bote darf ein Paket im Fall dieser Lieferoption nur übergeben, wenn Sie ihm das richtige Passwort zuraunen. Dazu wird, sobald die Sendung von Amazon versandt ist, ein sechsstelliger Nummerncode generiert, der an die im Amazon-Konto hinterlegte E-Mailadresse übermittelt wird. Sollte bei der Zustellung niemand angetroffen werden, startet der Onlineriese, der bereits einen Shitstorm von wütenden Eltern, deren Kinder „Alexa“ heißen, über sich ergehen lassen musste, einen neuen Zustellversuch der Sendung am Folgetag. Wichtig: Der Code darf dem Fahrer niemals am Telefon mitgeteilt werden, sondern nur persönlich.

Kleines Trostpflaster: Amazon liefert Pakete immer noch an Nachbarn

Der neue Zustellmodus erlaubt zwar auch die Zustellung an einen Nachbarn, wenn man nicht zu Hause ist. Allerdings muss man dieser Person das erforderliche Passwort vorher verraten, damit dieser das Paket vom Zusteller übergeben bekommt.

Darüber hinaus testet Amazon offenbar eine neue Versandoption, den „Gratis-Eilversand“, berichtet der IT-Blog Caschys. Die neue Versandoption wird aber noch nicht flächendeckend angeboten, ist also nicht für jeden Kunden nutzbar. Der Service unterscheidet sich von der „Same-Day“-Lieferung, da beim Eilversand unterschiedliche Zeitfenster angegeben werden. Das Paket wird also nicht unbedingt am selben Tag geliefert, auf der Website wird jedoch die Uhrzeit des frühestmöglichen Lieferzeitpunktes angegeben, etwa „bis 13 Uhr“ oder „bis 22 Uhr“.

Ob die neuen Lieferzeitversprechen – oder aber die Übergabemodalitäten à la James Bond auch zu handfesten Auseinandersetzungen wie im Paketstreit einer Amazon-Fahrerin mit ihrer Kundin führen, wird sich schon bald zeigen. *24hamburg.de, merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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