Höhenpunkt des Auftakts

Oktoberfest-Start: 9000 Trachtler ziehen durch München

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Gruppen aus ganz Europa laufen bei dem weltgrößten Trachtenumzug mit. 

Tausende Trachtler und Schützen ziehen am heutigen Sonntag quer durch München zum Oktoberfest.

München - Die rund 9000 Trachtler, Fahnenschwinger, Musikkapellen, Spielmannszüge, Jäger und Schützen kommen aus vielen Teilen Deutschlands sowie aus dem Ausland. Gruppen aus Österreich, Italien, der Schweiz, Polen, Serbien, Litauen und Bosnien und Herzegowina reihen sich in den sieben Kilometer langen Zug ein.

Es ist einer der größten Trachtenumzüge der Welt. Angeführt wird er vom „Münchner Kindl“, Viktoria Ostler. In festlich geschmückten Ehrenkutschen fahren Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit ihren Ehefrauen mit. Reiter hatte am Samstag mit dem traditionellen Anzapfen des ersten Fasses das Oktoberfest eröffnet, das bis 3. Oktober dauert.

Der traditionelle Trachten- und Schützenzug zur Wiesn fand erstmals im Jahr 1835 statt. Damals zogen Trachtler und Schützen zur Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern durch die Stadt. Die Hochzeit des Paares hatte 25 Jahre zuvor 1810 das Oktoberfest in München begründet.

Seit 1950 ist der Trachtenumzug fester Bestandteil des Festes. Jeweils am ersten Wiesn-Sonntag ziehen die Trachten- und Schützenvereine durch München zur Theresienwiese. Mit rund 9000 Teilnehmern und sieben Kilometern Länge ist der Trachtenumzug einer der größten der Welt. Alljährlich reisen auch viele Trachtler aus dem Ausland an.

Manche Teilnehmer tragen historische Gewänder, die dem Mittelalter, der Rokokozeit oder dem Biedermeier nachempfunden sind. Fahnenschwinger, Spielmannszüge und Schützen sind traditionell dabei.

Schon zur Königshochzeit 1810 huldigten Vertreter aller bayerischen Volksgruppen der königlichen Familie. Eine Gruppe von 16 Kinderpaaren in den verschiedenen Landestrachten zog mit Blumen und Früchten zum Königspavillon. Nicht ohne Hintersinn, sollten sich doch vier Jahre nach der Proklamation des Königreichs alle Volksstämme im neuen, größeren Bayern - dem nun auch große Teile Frankens und Schwabens angehörten - einbezogen fühlen. Ein Versuch der Integration, bei der Eigenarten geachtet werden sollten, ja sogar erwünscht waren.

dpa

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